Entscheidung

Der Zusammenschluss hat geklappt

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Isabel de Placido
am Montag, 09.08.2021 - 15:40

Der MR Lindau und MBR Württembergisches Allgäu verschmelzen zum Maschinenring Allgäu-Bodensee. Die Mitglieder stimmten nun mehrheitlich zu.

Lang hat es gedauert, aber jetzt ist es vollbracht: Der Maschinen- und Betriebshilfsring Lindau (MR) und der Maschinenring Württembergisches Allgäu (MBR) sind jetzt eins und haben sich zum „Maschinenring Allgäu-Bodensee“ zusammengeschlossen. Eigentlich hätte die Fusion schon längst vollzogen sein sollen. Doch beide angesetzten Notartermine mussten ins Wasser fallen, weil im vergangenen Jahr wegen der Coronapandemie keine Jahreshauptversammlung möglich gewesen war. Das mehrheitliche „Ja“ der Mitglieder war allerdings die letzte Notwendigkeit für den geplanten Zusammenschluss. Dass es dazu kommen muss, dessen sind sich die beiden Maschinenringe schon seit 2018 einig.

Doch jetzt ist es vollbracht. Erst stimmten die Mitglieder des MBR auf ihrer Jahreshauptversammlung mehrheitlich dafür, einen Tag später die Lindauer Kollegen. Die beide Ringe haben schon seit geraumer Zeit zusammengearbeitet, wie etwa bei der überbetrieblichen Futterernte, der Schlachtviehvermarktung und der Betriebs- und Haushaltshilfe. Wie MR-Vorsitzender Christoph Lingg erklärte, haben sie dafür im Januar einen so genannten Geschäftsbesorgungsvertrag geschlossen. Seither ist MR-Geschäftsführer Adrian Dillmann zwei Mal wöchentlich in der MBR-Geschäftsstelle in Leutkirch.

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Doch trotz des Zusammenschlusses zum Maschinenring Allgäu-Bodensee bleibt – zumindest vorerst – alles beim Alten. So bleiben beide Geschäftsstellen bestehen, die angestammte des MR in Hergatz und die bisherige des MBR in Leutkirch. Geplant ist zwar eine gemeinsame Geschäftsstelle im Herzen des neuen Rings, aber bisher hat die Vorstandschaft keine geeigneten Räumlichkeiten zu einem annehmbaren Mietpreis gefunden. Auch an der Besetzung der Geschäftsstellen ändert sich nichts: In Hergatz arbeiten nach wie vor vier Mitarbeiter und in Leutkirch sind es wie gehabt drei. Dillmann, als Geschäftsführer, pendelt zwischen beiden Geschäftsstellen. Mit Christoph Lingg (MR) und Manfred Oswald (MBR) hat der Verein zudem zwei Vorsitzende. Diese Doppelspitze wollen die beiden Vorsitzenden bis zur Wahl in einem Jahr beibehalten. Diese hätte beim MR eigentlich turnusgemäß heuer stattfinden müssen, doch Lingg hatte sich bei den Mitgliedern ein „Verlängerungsjahr“ ausgebeten, „zum Kennenlernen“, wie er erklärte.

Der vereinte Maschinenring gehört fortan zwei Landesverbänden an und bleibt damit Mitglied sowohl des Kuratoriums Bayerischer Maschinenringe (KBM) als auch beim Landesverband Baden-Württemberg. Der Grund ist, so erklärte Dillmann, dass der fusionierte Maschinenring nicht auf die bayerischen Förderungen verzichten wolle, die es wiederum in Baden-Württemberg nicht gibt.

Die „eierlegende Wollmilchsau“ geschaffen

Gleichzeitig jedoch sei seine fusionierte Betriebshilfe in Baden-Württemberg angesiedelt. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass Baden-Württemberg ein besseres Abrechnungssystem bietet als Bayern. „Damit haben wir die eierlegende Wollmilchsau“, veranschaulichte Lingg die Vorteile.

Praktisch bedeute diese Doppelmitgliedschaft jedoch keineswegs eine doppelte finanzielle Belastung für den Verein. Vielmehr sei es so, dass der Maschinenring für seine bayerischen Mitglieder Beiträge an den Bayerischen Landesverband zahlt und für seine Mitglieder aus Baden-Württemberg wiederum an den dortigen, wie Lingg erklärte.
Nichtsdestotrotz ist der Maschinenring Allgäu-Bodensee ein bayerischer Verein, mit Sitz in Hergatz. Denn formal geregelt ist er durch die bayerische Satzung. „Das heißt, die Württemberger werden Bayerisch“, witzelte Lingg.

Kleine Änderungen gibt es bei den Mitgliedsbeiträgen. Hatten die Mitglieder des MR Lindau bisher 95 € im Jahr bezahlt, so kommen sie jetzt mit 90 € besser weg. Und die Mitglieder des MBR zahlen nach wie vor ihre 90 €. Diejenigen, die bisher Mitglied in beiden Ringen waren, gehören künftig nur noch dem einen an, was für sie wiederum auch die Ersparnis eines Mitgliedsbeitrages bedeutet. Insgesamt hat der fusionierte Maschinenring jetzt 1927 Mitglieder.

Was die Tochtergesellschaften betrifft bleibt alles beim Alten. Während sich der MR Lindau mit seinem 50 prozentigen Anteil an der Maschinenring-Dienstleistungs-GmbH Oberallgäu-Lindau einbringt, tut dies der MBR mit seiner hundertprozentigen Tochter MR Service GmbH, in der nun die gemeinsame Betriebshilfe angesiedelt ist.

Zwei solide geführte Maschinenringe

Bei der Fusion geht es aber auch ums Geld. „Wir sind uns sicher, es funktioniert auch finanziell“, versicherte Dillmann, bevor er den ersten gemeinsamen Haushaltsplan vorstellte. Mit „vorsichtigen Ansätzen“ gerechnet sei er auf ein voraussichtliches Plus von rund 18 600 € für dieses Jahr gekommen. Doch auch zuvor hatten beide Maschinenringe gut gewirtschaftet. Denn während der MR rund 137 800 € Eigenkapital mitbringt, sind es beim MBR rund 187 460 €, weshalb Lingg betonte: „Es kommen zwei solide geführte Maschinenringe zusammen.“ Zusammen startet die Union also mit einem Gesamteigenkapital von über 320 000 €. „Das ist eine gute finanzielle Basis“, befand Lingg.

Dass alles auch für sie passt und nicht nur für den Vorstand, bewiesen die Mitglieder mit ihrer Abstimmung. Mit 83 Ja-Stimmen und viermal Nein stimmten die Mitglieder des Maschinenrings Lindau für die Verschmelzung beider Maschinenringe.
„Das ist ein Grund zum Feiern“, freute sich Lingg und versprach so bald wie möglich eine coronagerechte Party. Bis es soweit ist, wird mit dem Eintrag ins Vereinsregister sicherlich auch der letzte Schritt gegangen sein. Denn erst der macht die Fusion rechtskräftig.