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Infoveranstaltung

Waldumbauoffensive: Edelstettener rüsten ihre Wälder

Mischwald
AELF Krumbach
am Montag, 04.11.2019 - 10:57

Der Fokus bei der Waldbewirtschaftung soll verstärkt auf der Begründung und dem Erhalt von Mischwäldern liegen.

Edelstetten/Lks. Günzburg - Im Zuge der „Waldumbauoffensive Mittelschwaben“ des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Krumbach (AELF) fand im Landgasthof Bischof eine forstliche Infoveranstaltung für die Edelstettener Waldbesitzer statt. Eröffnungsthema des Abends: der Klimawandel und seine direkten Auswirkungen auf unsere Wälder. Die klare Botschaft: Die Alleinherrschaft der Fichte neigt sich auch in Schwaben dem Ende zu. Der Fokus bei der Waldbewirtschaftung muss verstärkt auf der Begründung und dem Erhalt von Mischwäldern liegen.

Was genau erwartet die Waldbesitzer und wie können Sie ihre Wälder fit für die kommende Klimaveränderung machen? Einen guten Überblick hierüber bekamen die über 70 Teilnehmern in knapp zwei Stunden durch die Ausführungen von AELF-Leiter Axel Heiß, Stefanie Süß (Försterin für Waldumbaufragen) und Tobias Vorwieger (Revierleiter im Forstrevier Krumbach) geboten. „Um die auch gesellschaftlich wichtige Aufgabe Waldumbau noch konsequenter umzusetzen, bieten wir von der Bayerischen Forstverwaltung den Waldbesitzern ein verstärktes Beratungsangebot zur Schaffung zukunftsfähiger Wälder in Zusammenarbeit mit den forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen an“ führte Heiß aus. „Wir wissen nicht, wieviel Zeit uns noch bleibt! Von daher sind alle Waldbesitzer gut beraten, die hierfür notwendigen Entscheidungen nicht zu lange vor sich her zu schieben!“

Das Einmaleins des Waldumbaus zeige, wie zentral die richtige Baumartenwahl ist. Boden-, Wasser-, Licht- und Klimaansprüche - das sind die Kriterien, nach denen sich entscheidet, ob ein Baum für den Standort geeignet ist oder nicht. Bei rund 60 Baumarten in Deutschland fällt die Wahl oft schwer. Hinzu kommen noch die neuen fremdländischen Baumarten, die eine Erhöhung der Klimavariabilität unserer Wälder versprechen. Doch welche können dieser Hoffnung auch gerecht werden?

Jagd muss mithelfen

Ohne Hilfe von Seiten der Jagd geht es jedenfalls nicht! Franz Klimmer, örtlich zuständiger Jagdpächter, sichert dem Vorhaben seine volle Unterstützung zu. Durch angepasste Wildbestände können sich die noch wenig vorhandenen Mischbaumarten weitgehend natürlich verjüngen. Das bedeutet weniger Zäune und Schutzhüllen für die jungen Bäume, was dann wiederum in mehr Platz und abwechslungsreichen Lebensraum für das Wild, weniger „Plastik“ im Wald und in geringeren Kosten für den Waldbesitzer resultiert.

Ein weiterer Kernpunkt ist die Pflege der Bestände. „Nichts zu tun ist die falsche Wahl!“, stellte Süß in ihrem Vortrag klar. „Wertvolle, aber konkurrenzschwache Mischbaumarten verschwinden einfach, wenn man ihnen nicht hilft.“ Da die richtige Strategie im Wald(umbau) von vielen verschiedenen Faktoren abhängt, bieten die Förster Süß und Vorwieger allen interessierten Waldbesitzern Einzelberatungen vor Ort an. Zudem finden in den nächsten Wochen und Monaten gezielt weitere Schulungen und Exkursionen für die Teilnehmer statt.

Einen Anfang macht das „Weißtannen-Starter-Set“ – inklusive einer Beratung durch die beiden Förster– , das alle interessierten Teilnehmer erhalten werden, um mehr Mischung in die Edelstettener Wälder zu bringen.