Treffen

Volksbegehren verärgert

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am Dienstag, 23.04.2019 - 13:53

Dillinger Ortsbäuerinnen mit vollem Terminkalender

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Finningen/Lks. Dillingen Als wären sie die Einzigen, die für eine gesunde Natur verantwortlich sind: Auf der Frühjahrstagung der Dillinger Ortsbäuerinnen in Finningen verwahrte sich Kreisbäuerin Annett Jung dagegen, dass nur die Landwirte im Volksbegehren zur Artenvielfalt an den Pranger gestellt werden. Die bayerische Staatsregierung sehe darin offenbar nichts Anstößiges. Ansonsten hätte sie kaum angekündigt, das Volksbegehren zu übernehmen. „So wächst die Verunsicherung in unserem Berufsstand“, sagte Jung.

Bevor es an die Ausarbeitung der neuen Rechtsvorschriften geht, sollte die Agrarwirtschaft klar formulieren, dass sie bereits jetzt hochwertige Lebensmittel nach strengen Anforderungen produziert, so die Kreisbäuerin. Alle, die das Volksbegehren unterzeichnet haben, stimmen beim Einkauf über die Produktionsform ab. „Aber da liegen Anspruch und Wirklichkeit oft weit auseinander.“
Dann ließ Jung ihrem Ärger über die einseitige Darstellung der Landwirtschaft in den Medien freien Lauf. „Kürzlich wurde wieder einmal bei uns ein Fernsehbeitrag gedreht. Wir haben von 5000 verteilten Samenpäckchen gesprochen, von Blühstreifen seit 2011 und vom Bienenpreis der EU für die Idee der Blühstreifen. Aber das wurde, wie auch alle anderen brauchbaren Informationen, einfach rausgeschnitten.“ Und dennoch bleibe die Öffentlichkeitsarbeit wichtig, betonte Jung. Dabei sei der Bauernverband eine große Hilfe.
Der Landfrauenkalender sieht wieder einige Termine vor: Ortsbäuerinnenausflug zur Firma „Lumara Haushaltsprodukte“ in Hainsfarth und zur Landmetzgerei Münzinger in Mauren findet am 23. Mai statt, Ende Juni/Anfang Juli führt die Sommerlehrfahrt zu den Schaugärten der Landesversuchsanstalt in Veitshöchheim. Auch heuer wird das Landfrauen-Cafe auf der Bullenschau bei der Besamungsstation Höchstädt da sein.
In der neuen Reihe für die Jugend „… mit dem Profi“ heißt es in diesem Jahr „Schlepperfahren mit dem Profi“ auf dem Betriebsgelände der Firma Same Deutz-Fahr in Lauingen. Der „Kindertag auf Bauernhöfen“ wird in der Zeit vom 1. bis 21. Juli durchgeführt. Betriebe, die für Kindergartenkinder ihre Höfe öffnen, sollten sich baldmöglichst bei der Geschäftsstelle melden, weil der BBV eine Gesamtversicherung für alle abschließt.
BBV-Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer ärgerte sich über das „Versöhnungsgesetz für mehr Artenschutz“ der CSU. Vor allem der Satz des Ministerpräsidenten „Wir nehmen den Willen der Bevölkerung ernst“ brachte Bayer auf die Palme. „Da frage ich mich als Wähler und Demokrat, wozu wir überhaupt noch eine Staatsregierung wählen, wenn 18 % in Bayern das Volksbegehren unterschreiben und das plötzlich der Wille der Bevölkerung ist? Ich habe kein Verständnis dafür, dass die Staatsregierung das Volksbegehren eins zu eins übernimmt.“
Eines müsse der Regierung und der Bevölkerung klar sein, sagte Bayer: „In der Land- und Forstwirtschaft leben wir von der Ernte der Kulturen.“ Natürlich seien Blühflächen wichtig. Dafür habe der BBV schon einiges beigetragen, nur sei dies offenbar bei der Politik noch nicht angekommen. Dass der Bauernverband die Entscheidung der Staatsregierung mitträgt, sei absolut nicht der Fall, widersprach Bayer entsprechenden Verlautbarungen in den Medien. Er habe den Eindruck, dass Söder dieses Thema vor den EU-Wahlen abhaken wolle. „Für die Landwirtschaft ist das Thema aber noch lange nicht erledigt.“ Patrizia Schallert