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Kiebitz

Vogelschutz: Mit Hilfe von Landwirten

Kiebitz-Maisfeld
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Externer Autor
am Donnerstag, 29.10.2020 - 13:33

Die Arge Schwäbisches Donaumoos hilft dem Kiebitz.

Der Kiebitz ist in vielen Gegenden verschwunden: durch Trockenlegung von Feuchtwiesen und dem Umbruch von Grünland zu Acker. Den ursprünglichen Lebensraum des Kiebitzes gibt es laut Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos (Arge Donaumoos) in unserer Region kaum noch. Es fehlen Brachen, Sommergetreidefelder und Feuchtwiesen für Brut und Nahrungssuche. Die wenigen Vögel brüten daher häufiger auf Intensivgrünland und Ackerflächen. Das Problem: Nest und Eier sind sehr gut getarnt. Dadurch kommt es bei der Mahd und Bodenbearbeitung in jedem Frühjahr unbeabsichtigt zu hohen Verlusten von Gelegen und Jungvögeln. Speziell die Maissaat liegt mitten im Brutzeitraum der Kiebitze.

Brütende Kiebitze werden gekennzeichnet

Wie schon die Jahre zuvor, wurde der Kiebitz im Leipheimer und Gundelfinger Moos wieder von der Arge betreut. Durch gezielte Maßnahmen wird versucht, den Bestand zu retten und optimale Lebensräume zu schaffen. Eine davon ist der Gelegeschutz, der gemeinsam mit zahlreichen Landwirten in den Projektgebieten praktiziert wurde: Entdecken die Ornithologen der Arge einen brütenden Kiebitz, erfolgt die Kennzeichnung des Geleges. Dadurch könne die Zerstörung von Kiebitzgelegen durch einfaches Umfahren verhindert werden.

Damit der Bestand erhalten bleibt, sollte ein Bruterfolg von mindestens 0,8 erreicht werden. Die Arge-Mitarbeiter haben in der Brutsaison 2020 insgesamt 46 Gelege und 33 flügge Jungvögel im Leipheimer und Gundelfinger Moos erfasst. Damit liegt der diesjährige Bruterfolg im Schwäbischen Donaumoos bei 0,72 und nur noch knapp unter der Grenze für die Bestandserhaltung (Vorjahr 0,45). Ob es sich bei dem deutlichen Anstieg tatsächlich um die Kehrtwende handelt, werden die nächsten Jahre zeigen.
Wer nächstes Jahr bei den geförderten Kiebitz-Schutzmaßnahmen mitmachen möchte, kann sich unter Tel. 08221-7441 oder Mail sekretariat@arge-donaumoos.de melden.