Investitionen

Vion: Qualität und Regionalität im Fokus

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Anja Kersten
am Dienstag, 06.07.2021 - 12:23

Bei Vion in Buchloe sind die Schlachtzahlen coronabedingt und durch Kurzarbeit im letzten Jahr im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Buchloe/Lks. Ostallgäu „Wir glauben an die Zukunft von hochwertigem, regionalem Fleisch“, bekräftigte Jürgen Schmidt, Standortleiter von Vion in Buchloe bei einer Pressekonferenz, bei dem die Investitionen des Unternehmens im Umweltbereich vorgestellt wurden. Auch wenn die Schlachtzahlen coronabedingt und durch Kurzarbeit im letzten Jahr im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sind, sei man über jeden Bauern aus der Region froh, der in guter Qualität produziere.

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Der Schlacht- und Zerlegebetrieb für Rinder in Buchloe hat eine Tageskapazität von 600 Rindern. Die Rinder werden zu einem großen Teil (93 %) aus den Landkreisen im Radius von 150 km um Buchloe geliefert. Zu den Lieferanten gehörten Familienbetriebe aus dem Allgäu. 48 % werden über Erzeugergemeinschaften geliefert, 46 % über privaten Viehhandel.

Vion Holding N. V. ist ein internationales Lebensmittelunternehmen mit Produktionsstandorten in den Niederlanden, Deutschland und Belgien sowie Vertriebsbüros in 13 Ländern weltweit. 2020 hat Vion mit 12 124 Mitarbeitern, davon 455 am Standort in Buchloe, einen Umsatz von 4,9 Mrd. € erzielt. Vion sehe sich als Partner der Landwirte, bekräftigt Schmidt. Dazu gehöre auch, dass höchste Standards in Bezug auf Nachhaltigkeit gelten. Auch im Umweltbereich wird kräftig investiert. Im Bereich Energie wurde der Standort in Buchloe im April rezertifiziert, teilte Vion bei der Pressekonferenz mit. „Gerade diese Zertifizierung haben nur sehr wenige Schlachthöfe in Deutschland – Vion dagegen sogar schon seit 2006“, erklärte der Standortleiter und sagte deutlich, dass sich der Betrieb damit auch nicht vor Betrieben in anderen Branchen verstecken müsse.

Größte Kläranlageim Ostallgäu

Die Bevölkerung kenne Vion nur als Schlacht- und Zerlegebetrieb von Rindern. Dass Vion aber die größte Kläranlage im Ostallgäu hat, sei weitgehend unbekannt, berichtete der Betriebsleiter. Zusammen mit Karl-Heinz Musikant, dem Leiter Umwelt bei Vion Buchloe, stellte er die einzelnen Maßnahmen vor. So entspricht die Kläranlage einer Kapazität von 75 000 Einwohner-Einheiten und ist damit so groß, dass Vion auch die wasserrechtlich genehmigte Annahme von fremden Gewässern praktiziert. Zu den Maßnahmen, Wasser, Energie und CO2 einzusparen, zählt auch die neue Heizanlage. Nach dem Umbau ist nicht mehr Dampf, sondern Wassern der Wärmeüberträger.

Eines der bedeutendsten Projekte und eine der größten laufenden Investitionen im Umweltbereich für Vion in Buchloe ist ein so genannter Absorber im Zusammenhang mit dem bestehenden Blockheizkraftwerk. Mit dem Blockheizkraftwerk erzeugt der Standort seinen Strom und nutzt die Abwärme zum Heizen. Mit dem Absorber kann Wärme in Kälte umgewandelt werden, mit der die Kühlung im Schlachthof und im Lager betrieben werden kann. Denn gerade in diesen Bereichen besteht an warmen Tagen ein erhöhter Kühlbedarf, erklärte Musikant.

Höhere Auslastung des Blockheizkraftwerks

Mit der Investition werde die Auslastung des Blockheizkraftwerkes deutlich gesteigert und damit die CO2-Bilanz verbessert. Musikant bezifferte die Summe der durch das Blockheizkraftwerk eingesparten Menge seit Inbetriebnahme auf ca. 12 000 t CO2. Eine weitere Investition sei die Installation einer Photovoltaikanlage mit 100 kW Leistung, die bereits auf Hochtouren läuft.

Selbst der Nachwuchs ist in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit aktiv. Denn auch im Verwaltungsbereich sollen, immer mit Blick auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter, Ressourcen geschont, und damit Nachhaltigkeit praktiziert werden.