Seminar

Viele Hinweise zur Düngeverordnung gegeben

GuelleMoeschajd
Josef Diebolder
am Donnerstag, 18.02.2021 - 15:49

Das AELF Mindelheim schilderte interessierten Landwirten, wie die Düngung bereits im Vorfeld geplant werden soll. Unterstützung gibt es vom Bauernverband Unterallgäu sowie den Maschinenringen Allgäu-Schwaben, sowie Unterallgäu.

Mit einem Online-Seminar half das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten (AELF) Mindelheim den Landwirten, die neue Düngeverordnung besser zu verstehen. Moderator Lukas Kreiselmeier und Pflanzenbauexperte Josef Peis schilderten wie bereits die Düngung im Vorfeld geplant werden soll. Unterstützend wirkten der Bauernverband Unterallgäu, sowie die Maschinenringe Allgäu-Schwaben, sowie Unterallgäu mit. Sie helfen bei den Berechnungen.

Excel-Programme der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) sollen beim Berechnen des organischen Düngers (mit 170 kg N/ha), dem Lagerraum für Gülle und Festmist verwendet werden, empfahl Peis. Die Düngebedarfsermittlung (DBE) über Excel sei heuer abgeändert. In einem Online-Programm sei die Version gleichgeblieben und Vorjahreszahlen, sowie die Betriebsdaten ließen sich fast automatisch übernehmen.

Die Formulare könnten über das Düngeportal im „iBALIS“ geöffnet und bearbeitet werden. Meist würden in der DBE die Landkreiszahlen im Futterertrag zugrunde gelegt. Auch eigene Ermittlungen könnten einfließen.

Neuerungen bei der Stickstoffmenge

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Neu sei in diesem Jahr für das Berechnen der organischen Stickstoffmenge (170 kg N/ha), dass die Flächen die nicht gedüngt werden, abgezogen werden. Dies sei bei KuLap, Vertragsnaturschutz und Wasserschutzgebieten der Fall. Kommen Betriebe hier über die Grenze, können sie in der Fütterung N/P reduzieren, Jungvieh auslagern, organische Dünger abgeben, Flächen zupachten oder zuletzt Vieh abstocken.

Für flüssige Wirtschaftsdünger brauche es in der Regel sechs Monate Lagerraum. Seit 2020 liege der Lagerraum, den Betriebe mit mehr als 3 GV/ha (Großvieheinheiten) oder ohne eigene Ausbringflächen vorhalten müssen, bei 9 Monaten.

Bei Biogasanlagen entstehe daraus meist eine Mischkalkulation je nach Flächenverfügbarkeit. Für Huf- und Klauentiere müsse das Festmistlager jetzt zwei Monate ausreichen. Neu werde jetzt die Herbstdüngermenge für das Frühjahr angerechnet. Der Mindestwirkungsgrad der organischen Dünger wurde auf Ackerflächen von 50 auf 60 % angehoben. Ab 2025 sei das auch im Grünland so, wegen der streifenförmigen Ausbringtechnik. Ausbringverluste würden damit wegfallen.

Eine logische Folge

Für Peis ist es eine logische Folge, denn „wenn mehr organischer Stickstoff an die Pflanze kommt, bleibt für die mineralische Düngung weniger übrig“. Zudem sollte organischer Dünger dann kommen, wenn Pflanzen diesen brauchen und aufnehmen können. Bei Mais sei das etwa im Juni. Die Wirkungsgrade von organischen Düngern seien vom Frühling bis September am höchsten.

Vergrößert worden seien auch die Abstandsauflagen für das Düngen entlang von dauernd wasserführenden Gewässern auf 4 m. Bei exakter Ablage bleibe der Abstand auf ebenem Gelände bei einem Meter. Ab 5 % Hangneigung seien es drei Meter Abstand und über zehn Prozent Hangneigung sei im Grenzbereich nur noch eine einmalige Stickstoffgabe von 80 kg/ha zulässig.

Düngung muss aufgezeichnet werden

Die Sperrfristen im Ackerland gelten ebenso für Ackerfutter im ersten Jahr. Weidelgras, das auch im zweiten Jahr aufkommt, komme dann die Grünlandsperrfrist zum Tragen. Beim einschnittigen Feldfutterbau sei bereits die streifenförmige Ausbringtechnik erforderlich. Auf unbestelltem Ackerland bleibe die bisherige Technik erlaubt. Die Gülle müsse aber sofort eingearbeitet werden.

Das könne auch auf einer Zwischenfrucht so erfolgen. Jede Düngung müsse aufgezeichnet werden. Es reiche dazu auch ein neutrales Blatt, auf dem der Tag, die Schlaggröße mit Namen, Menge und Inhaltsstoffe vermerkt sind. Entscheidend sei die Menge verfügbaren Stickstoffs.

Aktuell werde, meist von Biogasbetrieben, eine „Stoffstrombilanz“ gefordert. Betriebe mit über 2,5 GV/ha und über 50 GV seien ebenfalls verpflichtet. Allgemein werde sie ab 2023 zur Pflicht.