Berglandwirtschaft

Viehscheid: über mehrere Tage zurück ins Tal

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Externer Autor
am Montag, 21.09.2020 - 10:02

Auch in Oberstaufen hat der Alpabtrieb neue Regeln. Der Scheidplatz lag heuer am Fuße des Hochgrats.

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Der Alpabtrieb in Oberstaufen vollzog sich heuer in Etappen an mehreren Tagen. Ohne öffentliche Ankündigung kommen die Alpen ins Tal und werden hinter der Hochgratbahn ausgeschieden.

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Wie in den anderen Gemeinden auch, herrschte in Oberstaufen zunächst Verwirrung bei den Organisatoren, wie der Viehscheid denn abzuhalten sei. Erst wollte die Gemeinde nicht so richtig mitmachen, hieß es.

Koppeln an der Talstation

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Dann kam auch noch ein Schreiben vom Landratsamt, das den Viehscheid beinahe verhindert hätte. Schließlich wurde aber doch alles zur Zufriedenheit von Älplern und Bauern gerichtet. Die Gemeinde kam den Älplern entgegen und hatte hinter dem Parkplatz der Talstation eine Fläche zum Ausscheiden des Viehs eingezäunt und darin Koppeln und Scheidtrichter eingerichtet.

Der Förderverein Viehscheid hat bei den örtlichen Brauereien erfolgreich um Getränke angefragt, damit das Alppersonal wenigstens nicht verdurstet.

Der Viehscheid markiert das Ende des Alpsommers, da sind die Hirten stolz, wenn die Rinder gesund und gut genährt an die Landwirte übergeben werden können. Nach den Anstrengungen einer nicht selten entbehrungsreichen, Zeit bedeutet es den Hirten sehr viel, wenn sie das gekränzte Rind dem Besitzer zurückgeben können.

Sorgfältige Abstimmung

Rund um den Viehscheid zeigten die Beteiligten überwiegend Verständnis dafür, dass die Coronaregeln eingehalten werden mussten. Andererseits müssen der Ablauf, die Verkehrssicherung und der Abtransport des Viehs praktikabel gestaltet werden. Um beides zu vereinbaren, bedurfte es einer sorgfältigen Abstimmung. Dr. Michael Honisch