Almsommer

Ein Viehscheid der Superlative

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am Montag, 23.09.2019 - 11:40

Tausende Zuschauer bewundern 1200 Rinder in Oberstaufen.

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Oberstaufen/Lks. Oberallgäu Er ist einer der größten Viehscheide im Allgäu. Der Staufener Viehscheid in Oberstaufen/Weissach. Tausende Zuschauer bewundern jedes Jahr die weit über tausend Jungrinder, die den Sommer auf 17 Alpen verbracht haben und im Tal auf dem Scheidplatz ihren Besitzern übergeben werden.

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In diesem Jahr gab es vorwiegend strahlende Gesichter bei Hirten, Pächtern und Landwirten. „Es war ein guter Sommer“, freute sich etwa der stellvertretende Scheidmeister Gerhard Höss-Allger, selbst Pächter einer der 166 Alpen im Oberstaufener Gemeindegebiet. „Das Wasser war im Gegensatz zum Vorjahr meist ausreichend, die Schäden bei den Tieren hielten sich in Grenzen. Der Juni war gut, der Juli zu trocken, ab August war wieder genügend Regen“, resümierte Höss-Allger. Bei den Tierschäden habe es sich meist um Abstürze gehandelt, weil manch ein Schumpen nach Starkregenfällen auf steilen Weideflächen ausgerutscht und abgestürzt ist. Trotzdem könne man auf sage und schreibe 14 Kranzrinder stolz sein.

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So zog am Scheidplatz als erstes das Team der Alpe Oberbergmoos (Franz, Alexander und Michaela Meisburger) mit 66 Rindern und einem Kranzrind ein, gefolgt vom Team der Alpe Remmelegg (, Pächter und Hirten Fam. Richard Gmeiner) mit 75 Rindern und einer Kranzkuh. Einen prächtigen Kopfschmuck hatte auch die Kranzkuh der Sennalpe Waltners Alp, die von den der Familie Gmeiner bewirtschaftet wird. Der Leitkuh folgten 45 Kühe und zwei Stiere. Auch Julian und Agnes Dornach von der Alpe Unteregg brachten 140 Rinder und zwei Kranzrinder ins Tal gefolgt von den 88 Rindern der Allgers von den Alpen Hauserberg und Obere Spilzer, die sich ebenfalls über einen unfallfreien Bergsommer freuten. 38 Rinder und zwei Pferde trieben Gusti und Konrad Höß von der Eibele Alpe mit Kranzkuh ins Tal. Keinen Kranz indes hatten in diesem Jahr Robert und Kathrin Schäfer von der Oberen Lauchalpe, die 81 Rinder ins Tal brachten.

Kranz mit dem Auto hinterher gefahren

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Ihre liebe Müh mit der Kranzkuh hatten die Hirten der Familie Maurer, die die Alpen Gratvorsäß und Untere Horbach bewirtschaften. Ihre Kranzkuh wollte einfach nicht laufen. So fuhr man den Kranz im Auto hinter dem Zug von 73 Rindern, einer Kuh, einem Pferd und einem Esel her. Tobias Klaus von der Alpe Schwarzenberg der Weidegenossenschaft Oberstaufen brachte 84 Rinder drei Kühe und einen Esel unbescholten ins Tal und durfte ein Rind mit der Blumenkrone schmücken. Ebenso die Familie von Herbert Klaus, die 83 Rinder von der Alpe Obere Klamm ins Tal brachten.

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Ohne Kranz kamen Manuel und Anita Blanz von der Alpe Ehrenschwang in Weissach an, während die Familien Schneider und Stenzel von den Alpen Falken und Schneeloch gleich zwei Kranzrinder mit ihren Schumpen vom Berg brachten. Alfred Berchtold und Julie Gehring von der Sennalpe Rindalp führten 130 gesunde Tiere, aber keine Kranzkuh auf den Scheidplatz.

Wie meist in Oberstaufen kamen die Herden pünktlich ins Tal. Die tausenden Zuschauern, darunter viele Feriengäste, wurden vom Ansager Siegbert Prestel bestens über das Geschehen am Scheidplatz informiert. Mit der Schellenverlosung und Musik im Festzelt ließen Hirten und Bauern und viele Gäste den Bergsommer 2019 ausklingen. LM