Schwaben

Unentbehrlich für Familien in Not

MN-Dorfhelferinnen AIC-FH-23.9.
Franz Hofner
am Dienstag, 13.10.2020 - 13:45

Sie sind da, wenn es drauf ankommt: In drei Jahren leisteten vier Dorfhelferinnen über 14300 Einsatzstunden.

Dorfhelferinnen werden gerufen bei Krankheitsfällen, Schwangerschaft, psychischen Erkrankungen, Unfall, stationärer Reha oder in Tageseinrichtungen, Todesfällen, bei Verhinderungspflege oder Erkrankung von Kindern. Im letzten Jahr 2019 leisten die Dorfhelferinnen 4158 Einsatzstunden in fast 60 Familien, davon 2300 Einsatzstunden in landwirtschaftlichen Familien und 1807 Stunden in nicht landwirtschaftlichen Familien. Durch Corona war es notwendig, die im Frühjahr vorgesehene Sitzung des Dorfhelferinnen- und Betriebshelferausschusses im Kreis Aichach-Friedberg zu verschieben. Die Ausschussvorsitzende Sabine Kistler gab jetzt den Geschäftsbericht für 2017/18 und 2019.

In diesen drei Jahren leisteten die vier im Landkreis tätigen Dorfhelferinnen, Klara Daum, Veronika Bernhard, Anita Hofner und Anna Hager über 14 390 Einsatzstunden. Im Einsatzbericht gaben Geschäftsführerin Eva Schade und MR-Mitarbeiterin Christina Wagner einen ausführlichen Bericht über Einsatzgründe und Aufgliederung in den einzelnen Einsätzen.

Eine neue Dorfhelferin

Nach dem Ausscheiden von Anna Wagner, die wieder in ihren Heimatlandkreis zurückgegangen ist, konnte mit Anna Koppold seit 1. September wieder eine neue Dorfhelferin gewonnen werden. Die 20-Jährige stammt aus Untermauerbach und hat im Juli ihre Ausbildung zur staatlich geprüften Dorfhelferin beendet. Während ihrer Ausbildung konnte sie in diversen Praktika bereits in ihr künftiges Berufsleben schnuppern. Ihr Einsatzgebiet wird hauptsächlich der südliche Landkreis sein, sie wird jedoch überall zum Einsatz kommen wo gerade Not in Familien herrscht.

So wie auch Veronika Merk, die bereits seit acht Jahren als Dorfhelferin, davon sieben Jahre im Landkreis Aichach-Friedberg, tätig ist. Bis zu ihrer derzeitigen Auszeit machte ihr der Einsatz in den Familien immer Freude, sagte sie. Der Beruf sei auch Berufung. So sei sie Dorfhelferin geworden, weil sie Abwechslung mag, gerne kocht, und mit Leuten und Kindern gut umgehen könne.

Ausschussvorsitzende Sabine Kistler dankte auch den Gemeinden und dem Landkreis für die finanzielle Unterstützung der Dorfhelferinnenstation. Die Station sei auch zukünftig auf Unterstützung angewiesen. Die Einsatzleitung liegt beim Maschinenring Wittelsbacher Land.

Immer öfter Einsätze außerhalb der Landwirtschaft

Stations- und BBV-Geschäftsführer Wolfgang Gutmann berichtete von den einzelnen Einsatzjahren. 2017 waren es 5275 Einsätze, davon 51 % im landwirtschaftlichen Bereich, 2018 4957 Einsätze, davon 58 % im nicht landwirtschaftlichen Bereich und 2019 4158 Einsätze , davon 58 % im landwirtschaftlichen Bereich. Außerhalb des Landkreises wurden 2019 834 Stunden geleistet und Einsätze anderer Stationen gab es im Landkreis in 1006 Stunden. Die Richtung geht eindeutig in Richtung mehr Einsätze im nicht landwirtschaftlichen Bereich.

Wegen Corona weniger Einsätze

Im letzten Jahr konnte die Dorfhelferinneneinsatzzentrale auf ihr 20-jähriges Bestehen zurückblicken. 103 aktive Dorfhelferinnen leisteten 2019 in Bayern insgesamt 130 633 Einsatzstunden und erzielten einen Umsatz von 5,4 Mio. €. Durch Corona seien in diesem Jahr viele Einsätze ausgefallen. Geplante Operationen oder Einsätze durch Reha-Maßnahmen wurden verschoben, so dass es zu keinen Einsätzen kam. Trotzdem sei man ohne Kurzarbeit über die Runden gekommen, man müsse jedoch auf Rücklagen zurückgreifen.