Nachruf

Trauer um Hans Haussmann

Hans-Haussmann-Pferdezuchtverband_CB
Georg Ochs/CB
am Dienstag, 22.06.2021 - 04:23

Mit Hans Haussmann verliert die bayerische Pferdewelt einen engagierten, verantwortungsbewussten Züchter und Funktionär.

Schwabmünchen/Lks. Augsburg Die Nachricht vom Tod von Hans Haussmann traf viele Menschen am 23. April 2021 wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Pferdezüchterinnen und -züchter in Schwaben und darüber hinaus sind betroffen. Denn mit Hans Haussmann verliert die bayerische Pferdewelt einen engagierten, verantwortungsbewussten Züchter und Funktionär, und vor allem einen wunderbaren Menschen.

Neben seiner Familie wussten nur wenige Vertraute von der schweren Krankheit des 72-Jährigen. Fast bis zum Schluss hat er seine Aufgaben, ob in seiner Rechtsanwaltskanzlei, im Verband oder in seinem Pferdezucht- und -aufzuchtbetrieb in Schwabmünchen mit dem von ihm gewohnten Pflichtbewusstsein bestritten.

Der studierte Landwirt, Jurist und Pferdezüchter erfüllte alle Berufsbereiche mit Herzblut und Können. Wie bei der Trauerfeier anerkennend zu hören, war er nicht nur im Pferdebereich höchst engagiert. Er wirkte als zielorientierter Kommunalpolitiker in seiner Heimatstadt Schwabmünchen, war Vorstandsvorsitzender der örtlichen Raiffeisenbank und Vorsitzender des Reitvereins Reichenau.
Als junger Jurist übernahm er ungeplant eine Rechtsanwaltskanzlei. Schnell entwickelte er sich zu einem sehr geschätzten Kanzleichef. Beeindruckt hat die Aussage einer Mitarbeiterin: „Oft war er für unsere Klienten nicht nur Jurist, sondern auch Seelsorger und nicht wenige unserer Kanzleikunden kommen bereits seit Generationen zu uns.“ Alle Trauerredner lobten Haussmann als menschlich, besonnen, fair, fleißig, bescheiden, zurückhaltend, bodenständig und lebensbejahend.
Als Vorsitzender des Pferdezuchtverbandes Schwaben e. V., als Vorstandsmitglied des Landesverbandes Bayerischer Pferdezüchter, als Vorsitzender des Rassebeirates für das Deutsche Sportpferd in Bayern, als Ausschussmitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Süddeutschen Pferdezuchtverbände, als Berater und Jurist hat er der Landespferdezucht – über alle Rassen hinweg – ehrenamtlich beste Dienste erwiesen. Ob Satzungen, Zuchtprogramme oder andere Regelwerke, alle fanden unter seinem juristischen, analytischen Blick stets einen guten Abschluss. Die souveräne, vermittelnde Art des Pferdefachmanns wird der Verbandsarbeit sehr fehlen. Für sein Engagement erhielt Haussmann im Jahr 2017 die Staatsmedaille des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums.
Züchterisch hat er immer mit dem edlen Trakehnerblut geliebäugelt. Aus der Staatsprämienstute Toscana von Maharadscha zog er zwei gekörte Hengste: 1976 Pik Fein (v. Pik Bube I) und 1980 Landgraf (v. Laterit). Gefreut hatte er sich, als wenige Tage vor seinem Tod ein Rappstutfohlen vom Halbtrakehner Morricone aus seiner 24-jährigen Donnerhall-Stute Abbey Lane das Licht der Welt erblickte. Haussmann achtete darauf, Pferde nicht nur nach Modetrend und Vermarktungsgesichtspunkten zu züchten, sondern auch nach Charakter, Reiteignung und Lernbereitschaft.
Mit dem Bau eines landwirtschaftlichen Pferdezucht- und -aufzuchtstalles hat sich der Wochenblatt-Leser 1995 und 2007 einen Traum erfüllt. Dessen Management stemmten er und seine Familie neben ihren Berufen. Seine Verbandsarbeit für die Pferdezucht und seine freundschaftliche, menschliche Art werden seinen Wegbegleitern sehr fehlen. Das Mitgefühl gilt seiner Ehefrau, seinen Kindern Martina und Alexander mit ihren Familien. Auch seine Enkelkinder haben Hans Haussmann immer viel bedeutet.