Umwelt

Stadtwald auf den Klimawandel vorbereiten

MN-Stadtwald KF-PM-5.2.
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Externer Autor
am Montag, 15.02.2021 - 14:48

Der Stadtwald in Marktoberdorf soll nachhaltig bewirtschaftet werden. So ist geplant, in Zukunft weniger Fichten in den Marktoberdorfer Wäldern wachsen zu lassen.

Der Stadtwald von Marktoberdorf hat einen neuen Bewirtschaftungsplan. Darin ist festgelegt, dass der 250 ha große Stadtwald auch in den nächsten 20 Jahren nachhaltig bewirtschaftet wird. Nachhaltig bedeutet, dass nur so viel Holz im Wald entnommen werden darf, wie gleichzeitig wieder nachwächst.

Der neue Forstwirtschafsplan wurde von Forstdirektor Stephan Kleiner vom AELF Kaufbeuren an Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell überreicht. Hell sagte: „Durch eine nachhaltige Bewirtschaftung können unsere Wälder die wichtigen Schutz- und Erholungsfunktionen für unsere Bevölkerung sichern sowie den natürlichen Rohstoff Holz zur Verfügung stellen.“

Umbau zu klimastabilen Wald

Eine Herausforderung wird laut Kleiner der Umbau zu einem klimastabilen Wald. „In Zukunft werden viel weniger Fichten in den Marktoberdorfer Wäldern wachsen, dafür werden andere Baumarten wie Tanne, Lärche, Buche und Bergahorn deutlich zunehmen.“ Denn diese Baumarten sind vor allem durch ihre Wurzelsysteme, die sich tiefer im Boden verankern, besser für den Klimawandel gerüstet. In den Marktoberdorfer Wäldern soll der Anteil an Laubholz in den nächsten zwanzig Jahren auf 30 % verdoppelt werden, während der Anteil an Nadelholz von 84 % auf 70 % sinken wird. Der Anteil der Tanne soll von 2,5 % auf 7 % gesteigert werden.

Hierfür müssen aber aus Sicht von Moritz Janzen, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Marktoberdorf, und mit der Bewirtschaftung des Stadtwaldes beauftragt, die jagdlichen Rahmenbedingungen passen und die Rehwildbestände angepasst werden. Ansonsten seien teure Schutzmaßnahmen wie Zaunbau oder Einzelschutz erforderlich.

Ein verbindlicher Bewirtschaftungsplan

Gemäß dem Bayerischen Waldgesetz müssen für größere Kommunalwälder verbindliche Bewirtschaftungspläne mit einer Laufzeit von 20 Jahren erstellt werden. In der so genannten Forsteinrichtung wird festgelegt, wieviel Holz jährlich eingeschlagen werden darf, ohne dass der jährliche Zuwachs überschritten wird. In den vergangenen Jahren war der Einschlag allerdings geprägt durch Schadereignisse wie Sturm- und Schneebruchschäden sowie dem Borkenkäfer. Genau festgelegt werden im Bewirtschaftungsplan auch die Pflanzung von standortangepassten Baumarten.

Der Stadtwald von Marktoberdorf teilt sich in 45 Einzeldistrikte auf. Diese befinden sich überwiegend auf sehr wüchsigen Waldstandorten der Grundmoräne. Gut die Hälfte der Wälder haben eine besondere Bedeutung für das Landschaftsbild sowie die Erholung und genießen einen besonderen Schutz. Der Marktoberdorfer Stadtwald beinhaltet auch über sechzig Hektar wertvolle Naturschutzflächen. Im Rahmen der Bewirtschaftung werden Bäume mit Höhlen als wichtiger Lebensraum für Specht, Hohltaube und Waldkauz geschützt und erhalten. Da totes Holz für viele Pilz- und Insektenarten von großer Bedeutung ist, wird stehendes und liegendes Totholz für den Biotop- und Artenschutz belassen.