Forstwirtschaft

Stabile Lage am Holzmarkt

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Michael Ammich
am Mittwoch, 31.03.2021 - 12:43

FBG Augsburg-West sieht gelassen den kommenden Monaten entgegen. Die derzeitige Lage am Holzmarkt ist stabil.

Für die Waldbesitzer zeigt sich nach einem desaströsen Jahr wieder ein Silberstreif am Horizont. „Die derzeitige Lage am Holzmarkt ist ruhig und stabil“, sagt Philipp Hanner.

Der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Augsburg-West verweist auf die längerfristigen Verträge mit den Großsägewerken, welche den Holzanfall entzerren und die Lagerbestände im Wald verringern. Für die Endverbraucher haben die Schnittholzpreise angezogen und manche Zimmereien müssen bereits auf bestellte Holzpartien warten.

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Die längerfristigen Verträge mit den Großabnehmern haben den Vorteil, dass die vereinbarten Preise und Mengen seit Oktober bis Anfang März galten. Deshalb machten viele Waldbesitzer 2020 bereits im November und Dezember ihr Holz und warteten nicht erst die neuen Preise im Januar ab. Auch für die Abnehmer sei es angenehmer, wenn sie längerfristig planen können. „Wie sich der Preis im Rundholzsegment entwickelt, ist sehr schwer vorherzusagen“, sagt Hanner. „Fakt ist, dass auch zum aktuellen Preis von den größeren Forstbetrieben und im Staatswald Holz gemacht wird.“

Die kleineren Privatwaldbesitzer hielten sich dagegen mit dem Einschlag zurück. „Die Holzpreise im Kurzholz geben keinen Anlass zum Jubelschrei.“ Für den FBG-Geschäftsführer stellt sich jetzt die Frage, ob das vorhandene Frischholz für die Sägeindustrie ausreicht. Eine Grundversorgung mit schlechtem Holz aus Schadensgebieten sei jedoch weiterhin vorhanden. Der Langholzeinkauf fand wie immer meist bis Weihnachten statt und die entsprechenden Verträge wurden gut bedient. Beim Papierholz bittet Hanner die Waldbesitzer dringend um eine Anmeldung der Mengen bereits vor dem Einschlag, nachdem der UPM-Konzern als größter Abnehmer die Monatsmengen kontingentiert und über das Jahr verteilt hat.

Im Geschäftsjahr 2019/20 vermarktete die FBG Augsburg-West rund 30 200 fm Stammholz, 1700 rm Papier- und 545 rm Brennholz sowie 9000 srm Hackschnitzel. Insgesamt ist das ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Die geringere Vermarktungsmenge führt Hanner vor allem auf den Verfall der Holzpreise seit dem Sommer 2019 infolge der großen Schadholzmengen aus Tschechien und Mitteldeutschland zurück.

Der Sturm „Sabine“ hatte im Februar 2020 für unplanmäßige Holzeinschläge gesorgt, was die Vermarktungsmenge ansteigen ließ. Aufgrund der gefallenen Preise sank der Umsatz der FBG um 500 000 auf 2,2 Mio €. „Auf das Geschäftsergebnis hat der Umsatz aber keinen direkten Einfluss“, betont Hanner. „Deshalb konnten wir das Jahr 2020 sogar mit einem leichten Gewinn abschließen.“

Zu einem wichtigen Standbein der FBG Augsburg-West haben sich die Angebote von Fortbildungen, Mitgliederschulungen, Informationsveranstaltungen und die Waldpflegeverträge entwickelt. Im Coronajahr 2020 konnten allerdings nur 18 der ansonsten üblichen 30 Veranstaltungen durchgeführt werden. Dieser Bereich wurde in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut und trägt inzwischen zu einem guten Betriebsergebnis bei. Mittlerweile betreut die FBG zehn Kirchenwälder mit einer Gesamtfläche von 34 ha und 18 Privatwälder mit einer Gesamtfläche von 106 ha. Im Geschäftsjahr 2019/20 waren damit drei neue Pflegeverträge für Privatwälder dazugekommen. Außerdem obliegt der FBG über 22 Verträge die Betriebsleitung und -ausführung für 1139 ha Kommunal- und Rechtlerwald.
Die Dienstleistungen der FBG umfassen fast alles, was mit der Forstwirtschaft zu tun hat. Neben dem Hauptgeschäft des Holzeinschlags seien die Wiederaufforstung und der Waldumbau ein Thema. So wurden im vergangenen Jahr über die FBG in den Mitgliedsforsten, vor allem im Kleinprivatwald, rund 15 000 Pflanzen in den Boden gebracht. Davon entfielen lediglich 1500 Stück auf die Fichte. „Das zeigt, dass der Waldumbau bei uns in Gang gekommen ist.“
Für die Hackschnitzelgewinnung und -vermarktung hat die FBG ein Lager für ihre Mitglieder angelegt. „Durch Käferholz oder Sturm fallen auf einen Schlag riesige Mengen Hackgut an“, sagt Hanner. „Diese lassen sich jedoch nicht sofort verkaufen.“ Das Lager mit seiner Kapazität von rund 3000 srm gewährleistet, dass die Fichtengipfel schnell aus dem Wald kommen und sich dadurch das Borkenkäfer-Risiko verringert. Den Mehraufwand durch die Lagerkosten hat die FBG übernommen. Philipp Hanner betonte gegenüber dem Wochenblatt: „Während anderswo das Holz mit entsprechenden Kosten für die Waldbesitzer in den Wald gehackt wurde, hat bei uns niemand etwas bezahlen müssen.“