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Fernsehshow

So denken Landwirte über „Bauer sucht Frau“

Schäfer Heinrich
Michael Nagel Portrait
Michael Nagel
am Dienstag, 26.04.2022 - 17:20

Verbessert das Kultformat das Image der Landwirtschaft – oder schadet es mehr? Das sagt der Bauernverband dazu.

Wertach/Lks. Oberallgäu - Natürlich kennt auch Alfred Enderle, der schwäbische BBV-Bezirkspräsident, die Sendung „Bauer sucht Frau“ auf RTL. „Ich werde ab und zu danach gefragt“, sagt er, „da muss ich auch mal reinschauen“, und muss ein wenig grinsen. Ob dieses Format, das ja schon viele Staffeln hinter sich hat, dem Image der Landwirtschaft schadet? „Das kommt auf die einzelnen Landwirte an“, meint Enderle. Manche ließen sich geradezu vorführen, andere wiederum kämen in der Sendung bodenständig rüber, und vermittelten ein realistisches Bild von der Arbeit auf dem Hof.

Das erwartet er auch bei Biobauer Martin aus einem Ortsteil von Bad Hindelang. Enderle kennt den 56-jährigen Landwirt sehr gut. Biobauer Martin B. ist in der kommenden Staffel der einziger Kandidat aus Bayern. Und Enderle hat überhaupt keine Bedenken, dass der Oberallgäuer eine gute Figur abgeben wird und die Landwirtschaft und seine Arbeit positiv vertreten wird. Das Image der Allgäuer Landwirtschaft werde mit dem Auftritt von Martin B. vor breitem Publikum jedenfalls nicht leiden, ist Enderle überzeugt.

Die Sendung ist nicht unumstritten. Junglandwirt Philipp hat sich die Show mal genauer angesehen und macht im Format „Hundert Hektar Heimat“ den Reality-Check. Dabei sind ihm einige Unstimmigkeiten aufgefallen:

Wie hat das Umfeld des Allgäuer Landwirts Martin B. auf seinen TV-Auftritt bei der RTL-Sendung reagiert? Martin erzählt dem Wochenblatt: „Meine Familie und viele Freunde haben mich gelobt für meinen professionellen Auftritt, andere haben mich vielleicht eher belächelt. Aber man kennt mich hier ja, als einen eher etwas schrägen Typen.“ Mehr zum TV-Auftritt von Bergbauer Martin lesen Sie hier.