Chor

Singen öffnet die Seele

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am Montag, 29.04.2019 - 11:04

Schwabens Landfrauenchöre und der Allgäuer Bauernchor geben sich ein Stelldichein.

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Dillingen Bodenständig, der ländlichen Heimat und den christlichen Werten verbunden – auf dem Schwäbischen Chöretreffen in Dillingen zeigten zehn Landfrauenchöre und der Allgäuer Bauernchor, dass sie nicht nur im Verbraucherdialog, sondern auch im gemeinsamen Singen tolle Botschafter des ländlichen Raums und des bäuerlichen Berufsstands sind.

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Eröffnet wurde das Chöretreffen mit einer Sonntagsmesse in der katholischen Pfarrkirche St. Ulrich in Schretzheim. Pfarrer Wolfgang Schneck und der Dillinger Landfrauenchor ließen die Messe zu einem berührenden Lob Gottes werden. Anschließend setzten drei weitere Chöre in der Kirche ein gesangliches Ausrufezeichen: Der Landfrauenchor Ostallgäu, der Altillertaler und der Unterallgäuer Bäuerinnenchor – sehr zur Freude der Gottesdienstbesucher in der modernen Kirche.

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Bevor die Chöre in den Stadtsaal wechselten, begrüßte die Vorsitzende des Dillinger Landfrauenchors, Klara Kitzinger, die rund 300 Sängerinnen und Sänger, die Ehrengäste und Gemeindemitglieder. Es sei immer wieder ein Erlebnis, in geselliger Runde über den Tellerrand zu schauen und die Chorarbeit Gleichgesinnter kennenzulernen, sagte Kitzinger. Die schwäbische Chorbeauftragte und Dillinger Kreisbäuerin Annett Jung führte durch das weitere Programm.

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Nachdem sich alle Chormitglieder und Gäste mit einem Mittagsmahl gestärkt hatten, zeigten Magdalena Hauf (Trompete), Annemarie Jung (Bariton-Saxofon) und Emma Schaller (Klarinette) ihr Können. Die drei Schülerinnen des St.-Bonaventura-Gymnasiums in Dillingen und des Albertus-Gymnasiums in Lauingen haben im vergangenen Jahr auf einer Schulorchester-Tournee in Amerika zusammengefunden.

Musik bringt die Menschen zusammen

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„Es schwinden jedes Kummers Falten, solang des Liedes Zauber walten“, zitierte Landrat Leo Schrell den Dichterfürsten Friedrich Schiller. Leider werde heute nicht mehr so oft und spontan gesungen, wie es die Menschen früher noch getan hätten – gleich ob im Wirtshaus, beim Wandern oder daheim in der Stube. Schrell erinnert sich noch heute gern daran, wie er als Kind mit einem Gutenachtlied in den Schlaf gesungen wurde. „Solche Rituale werden heute durch die Medien weitgehend ersetzt.“ Das sei schade, weil gemeinsames Singen nicht nur die Sprach- und Stimmentwicklung fördere, sondern auch das Zusammengehörigkeitsgefühl.

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„Dieses Gefühl vermitteln auch die Landfrauen, weil sie mit ihren Liedern die Regionen verbinden und ein wichtiges Signal für die Gestaltung der Kultur unserer Heimat aussenden“, betonte Schrell. Der Bauernverband beweise mit der Tradition seiner Landfrauenchöre, dass er nicht nur eine politische, sondern auch eine gesellschaftliche Kraft sei, die Menschen zusammenführt. „Musik macht das Herz weit und öffnet ganz still und ohne Gewalt die Seele.“

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Nach einem moderierten Grußwort stellte BBV-Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer die Sangeskünste seiner Interviewpartner auf die Probe. Mit der ersten Strophe des Schlagers „Marmor, Stein und Eisen bricht“ bewiesen sie, dass sie nicht nur singen können, sondern auch jung geblieben sind: Landrat Schrell, der Geschäftsführer des schwäbischen Bildungswerks Gerhard Hallek, Dillingens Oberbürgermeister Frank Kunz, Kreisobmann Klaus Beyrer, Bezirksbäuerin Christiane Ade und BBV-Bezirksgeschäftsführer Markus Müller.

Drei Chöre für ihre Jubiläen geehrt

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Ein Highlight des Treffens war die Ehrung dreier Chöre. Vize-Bezirksbäuerin Marianne Stelzle beglückwünschte den Altillertaler Bäuerinnenchor zu seinem 40-jährigen Jubiläum. Die Vereinigung wurde 1979 von Rosa Schwarz und Ludwina Endres mit dem Gedanken ins Leben gerufen: „Was andere können, können wir auch.“ Dirigentin der 21 Sängerinnen ist Ursula Kutter, Chorvorsitzende Mathilda Wechsel.

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Bezirksbäuerin Ade gratulierte den 30 aktiven Mitgliedern des Landfrauenchors Augsburg, der Vorsitzenden Thekla Braun und Dirigentin Jewgenia Raisowa zum 25-jährigen Jubiläum. Die Idee zur Gründung hatten die frühere Kreisbäuerin Anni Fries und Stellvertreterin Thekla Braun.

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Auch der Landfrauenchor Aichach-Friedberg mit seinen 40 aktiven Mitgliedern wird heuer 25 Jahre alt. Die ehemalige Kreisbäuerin Resi Tremmel gründete den Chor und konnte Rupert Reitberger als Leiter verpflichten, der bis heute die Stellung hält. Reitbergers karitatives und politisches Wirken führte den Chor zu Auftritten bis nach Frankreich und Bukowina. Vorsitzende sind Katharina Hofberger und Anita Gail. Als Dank und Anerkennung des BBV erhielten alle drei „Jubelchöre“ eine Urkunde für ihr Engagement in der Erhaltung und Pflege bodenständigen Liedguts.

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Im Stadtsaal stellten die Landfrauenchöre Günzburg, Augsburg, Donau-Ries, Aichach-Friedberg, Neu-Ulm, Oberallgäu und der Allgäuer Bauernchor ihr Können unter Beweis. Die Dillinger Sängerinnen verzauberten ihre Zuhörer mit einem Medley aus dem Musical „Mary Poppins“. Sein gebührendes Ende fand das Treffen, als alle im Stadtsaal versammelten Chöre, Ehrengäste und Zuhörer die Bayernhymne anstimmten. Patrizia Schallert