Unfallvermeidung

Sicherheit fängt bei den Kleinen an

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Margarete Schreyer
am Donnerstag, 25.10.2018 - 10:01

Kindersicherheitstag des BBV Ostallgäu und der SVLFG auf dem Betrieb Mair, Seeg.

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Seeg/Lks. Ostallgäu „Der Spielplatz Bauernhof ist besonders abenteuerlich, aber auch sehr gefährlich. Wir wollen Euch deshalb heute zeigen wo Gefahren lauern und wie ihr im Notfall selber helfen oder Hilfe holen könnt“. Mit diesen Worten begrüßte Kreisbäuerin Karina Fischer die große Kinderschar beim Ostallgäuer Kindersicherheitstag. Für die Durchführung des Kindersicherheitstages stellten Eva und Christian Mair ihren Grünlandbetrieb mit 80 Kühen, 60 ha Nutzfläche und zwei Ferienwohnungen in Dederles bei Seeg zur Verfügung. Durchgeführt wurde er vom BBV Ostallgäu in Zusammenarbeit mit der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG). Weitere Unterstützung kam vom AELF Kaufbeuren, den Johannitern und der Seeger Feuerwehr.

Sechs Stationen

96 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren wurden an diesem Morgen aus dem ganzen Ostallgäu nach Dederles gefahren und hier zuerst mit orangen Warnwesten, grünen Käppis und farbigen Namensschildern ausgestattet. Jede Farbe bildete eine Gruppe, die jeweils im Wechsel sechs Stationen durchlaufen musste. Bei der ersten Station drehte sich alles um die Erste Hilfe. Unter der Anleitung von zwei Betreuern der Johanniter brachten sie einen „bewusstlosen Verletzten“ in die stabile Seitenlage und lernten, wie eine starke Blutung mit einem Druckverband gestoppt werden kann. Aufmerksam verfolgten die Kinder die Anweisungen und schritten dann eifrig selber zur Tat.

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Gülle- und Silogase waren die Themen an der zweiten Station. Vor der Tenne demonstrierten hier zwei Mitarbeiter der Sozialversicherung wie schnell eine brennenden Kerze in einem Glas verlischt, wenn Kohlenmonoxid ins Spiel kommt und dadurch der notwendige Sauerstoff fehlt. „Das Gas ist schwerer als der Sauerstoff, man sieht und riecht es nicht, aber es nimmt die Luft zum Atmen“, erklärten sie den Kindern.

Schwierige Rettung

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Mit Heuballen war in der Tenne ein tiefer Graben vorbreitet worden, der eine Güllegrube oder ein Silo darstellen sollte. Hier erlebten die Kinder in der Praxis wie schwierig es ist, jemanden zu retten der in die Grube gefallen ist. Zwölf Kinder waren notwendig, um den „Verunglückten“ Michael Miller mit dem Seilzug hochzuziehen. „Silos oder Güllegruben, auch wenn sie mit Gittern und Mauern gesichert wurden, sind deshalb als Spielplatz grundsätzlich tabu“, nahmen die Kinder aus diesen Demonstrationen mit.

Im toten Winkel

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Die Sorgen, dass sie ein Kind mit dem Traktor oder einer Maschine überrollen, kennen wohl alle Eltern und Großeltern, zumal die Fahrzeuge immer größer und damit auch unübersichtlicher werden. Beim Kindersicherheitstag erklärte Stefan Greiser und Thomas Hartmann von der Berufsgenossenschaft deshalb nicht nur was ein toter Winkel ist, die Mädchen und Buben konnten selber auf dem Fahrersitz des großen Traktors Platz nehmen und feststellen, dass beim Blick in den Rückspiegel oder beim Umschauen vieles rund um das Gefährt verdeckt bleibt. „Das ist der Gefahrenbereich, in dem Euch der Papa nicht sehen kann“, machte Greiser den Kleinen deutlich. Gefallen hat den Kindern natürlich die, am großen Güllefass angebrachte, Rückfahrkamera. „Vielleicht könnt Ihr Eure Eltern überreden, sich für Eure Sicherheit eine solche Kamera anzuschaffen“, animierte sie Hartmann.

Den Notruf 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst wussten zwar viele der anwesenden Kinder, welche Informationen beim Absetzen eines Notrufs notwendig sind, erklärte ihnen Feuerwehrkommandant Peter Rietzler, der mit zwei Kollegen und einem Löschfahrzeug vor Ort war. So lernten die Kinder, wie sie sich anhand von Rettungspunkten, Stationszeichen an Straßen oder Wegweisern bei einem Unfall orientieren und somit der Rettungsleitstelle wertvolle Informationen geben können. Bei der Nachstellung einer Notrufsituation setzten dann die ganz Mutigen selber einen Notruf ab, wie zum Beispiel „in der Nachbarschaft brennt ein Stadel mit Heuballen – nein Personen sind keine zu sehen aber Viecher“.

Dass auch im Wald Gefahren lauern können, erfuhren die Gruppen an der Station „Waldpädagogik“ vonFörsterin Christine Nordhaus vom AELF Kaufbeuren. Sie erläuterte Verhaltungsregeln im Wald, klärte über Zecken und giftige Pflanzen auf und ermunterte die Kinder aufzupassen, dass die Papas und Opas nur mit einer schnittsicheren Schutzkleidung zum Holzmachen in den Wald gehen.

Spiele in der Gruppe

Für „fitte Kids“ sorgten schließlich Michael Wenni und Rita Kanjo von der Abteilung Prävention an der Sozialversicherung. Mit viel Einsatz und Spaß liefen die Buben und Mädchen beim Eier- und Slalomlaufen oder beim Sackhüpfen um die Wette. „Wir wollen ihnen damit zeigen, wie viel Freude Spiele in der Gruppe machen, positiver Nebeneffekt dabei ist die Förderung von Konzentration und Zusammenhalt“, betonte Kanjo.

Weil die vielen Aktionen hungrig machten, hatten die Landfrauen Käsebrote, Obst, Gemüsesticks und Hot Dogs vorbereitet. Zum Schluss gab es für jedes Kind eine Urkunde über die erfolgreiche Teilnahme am Kindersicherheitstag und als Geschenk des BBV Ostallgäu eine Brotzeitdose.