AHG-Zuchtviehauktion in Kempten

Einen sensationellen Durchschnittspreis erzielt

Cadence Brutscher
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Externer Autor
am Donnerstag, 08.07.2021 - 09:33

Am Ende der Auktion in Kempten stand der zweithöchste Durchschnittspreis für Jungkühe in der AHG-Geschichte.

Kempten Zur Zuchtviehversteigerung der Allgäuer Herdebuchgesellschaft am Donnerstag, 1. Juli, konnten sieben Stiere, fünf Zuchtkälber, eine Mehrkalbskuh und insgesamt 58 Jungkühe verkauft werden. Viele heimische und einige ausländische Kunden sorgten für einen rasanten Auktionsverlauf an dessen Ende der zweithöchste Durchschnittspreis für Jungkühe in der AHG-Geschichte erreicht wurde.

Vasir Bayrhof

Von den elf aufgetriebenen Stieren bestanden alle vor der Körkommission und konnten zum Verkauf vorgestellt werden. Die klare Spitze bildete ein junger Valid-Sohn von Michael Epp aus Lengenwang, der allen Anforderungen genügen konnte. Dieser junge Stier vereint neben einem ausgeglichenen genomischen Zuchtwertprofil und einem exzellenten äußeren Erscheinungsbild auch höchste Leistungen von weit über 10 000 kg Milch im langjährigen Schnitt bei Mutter und Großmutter. Nach langem Bieterduell konnte dieser Stier im Kaufauftrag für 2100 € an einen Zuchtbetrieb in Nordrhein-Westfalen verkauft werden. Weitere Stiere gingen nach Italien und Luxemburg, wobei der Großteil im eigenen Zuchtgebiet verbleibt. Die sieben verkauften Stiere konnten zu einem Durchschnittspreis von 1483 € vermittelt werden.

Bei den Jungkühen gab es ein breites, ausgewogenes Angebot an hochwertigen Jungkühen, die bezüglich Leistung und auch Exterieur keine Wünsche offenließen. Eine durchschnittliche Leistung von über 30 kg Milch und speziell auch die Anwesenheit vieler heimischer Kunden führten schließlich dazu, dass mit 1902 € der zweithöchste Durchschnittspreis in der AHG-Geschichte erzielt werden konnte. Die im Vergleich zu den Vormärkten deutlich geringere Preisspanne von 1220 € bis 2400 € ist zum einen darauf zurückzuführen, dass wenige Tiere mit Mängeln und geringer Leistung vorgestellt wurden, und zum anderen auf die sehr gute Qualität an der Spitze. So erreichten 40 % der aufgetriebenen Jungkühe einen Steigpreis von über 2000 € und mehr als 60 % der aufgetriebenen Tiere kosteten über 1900 €.

Im Auktionsring tadellos präsentiert

Zum Tageshöchstpreis von 2400 € wurde eine Vasir-Tochter von Werner Bayrhof aus Kempten in den Landkreis Lindau verkauft. Diese enorm rahmige und kapitale Jungkuh bestach mit einer Leistung von weit über 38 kg Milch und präsentierte sich im Auktionsring tadellos. Sie krönte die starke Kollektion des Betriebes Bayrhof, aus der insgesamt sechs Tiere zu durchschnittlich über 2100 € verkauft werden konnten.

Weitere sechs Jungkühe kosteten 2200 € und mehr. In der Reihenfolge des Auftriebes war dies zunächst eine Blooming-Enkelin von Martin Deubele aus Stiefenhofen mit über 36 kg Marktgemelk und eine euter- und fundamentstarke Salom-Tochter der Burkart GbR aus Betzigau, die nach Baden-Württemberg bzw. NRW verkauft wurden. Christian Egger aus Greggenhofen präsentierte eine späte Payoff-Tochter mit weit über 32 kg Milch, die in den Landkreis Deggendorf wechselt: Vom Zuchtbetrieb Christian Brutscher aus Sonderdorf konnte sich eine Cadence- Tochter im vordersten Feld einreihen, die zukünftig in Südtirol gemolken wird.

Dass auch starke, schwarzbunte Jungkühe erfolgreich in Kempten vermarktet werden können, zeigte Peter Kirchmann aus Stiefenhofen mit einer enorm entwickelten Sylvert-Tochter mit über 39 kg Milch für 2320 €, die ebenfalls nach Italien verkauft wurde. Vom Biobetrieb Josef- Anton Gabler aus Unterschwarzenberg verbleibt die letzte Jungkuh des Tages für einen Zuschlagspreis von 2300 € im Landkreis Unterallgäu.

Saisonal knappes Angebot

Im Weiteren fielen sowohl Jungkühe der töchtergeprüften Stiere Assay, Hidalgo, Variant, Verdi und Salomon, als auch erste Töchter genomischer Jungstiere wie Blower oder Aussi positiv auf. Da der Bedarf an Jungkühen bei weitem nicht gedeckt werden konnte, sollten Aufzuchtbetriebe und speziell Auktionsbeschicker in Erwägung ziehen, in den kommenden Wochen den betrieblichen Möglichkeiten entsprechend, verstärkt Jungvieh zu besamen, um dem saisonal knappen Angebot in den Frühsommermonaten im kommenden Jahr etwas entgegenzuwirken und auch von den deutlich besseren Nutzkälberpreisen zu profitieren.

Die fünf verkauften Zuchtkälber konnten im Mittel zu deutlich gestiegenen 272 € vermarktet werden. Preissieger wurde ein wüchsiges Vaclav-Kalb aus einer Prejula-Mutter mit 380 € Steigpreis.
Der nächste Zuchtviehmarkt der AHG findet am Donnerstag, 22. Juli, in Kempten statt. Anmeldungen und Kaufaufträge unter www.allgaeuer-herdebuchgesellschaft.de, oder telefonisch unter 0831-52244-0.