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Ausbreitung des Wolfes

Schweiz: Ist der Herdenschutz gegen Wölfe am Limit?

Marcel Züger berichtet am 13. Oktober von seinen Erfahrungen mit Wolfsrudeln in der Schweiz.
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am Mittwoch, 05.10.2022 - 08:18

„Wölfe in der Schweiz – Herdenschutz am Limit?“ Von Erfahrungen im Kanton Graubünden und Wirkung für das Allgäu berichtet am Donnerstag, 13. Oktober, um 20 Uhr im Kurhaus Fiskina in Fischen der Biologe Marcel Züger.

Fischen/Lks Oberallgäu - Organisatoren der Informationsveranstaltung mit dem kompetenten Referenten sind unter anderem der Oberallgäuer Bauerverband und der Alpwirtschaftliche Verein im Allgäu, sowie eine Reihe weiterer Interessenverbände.

Risse an Nutz- und Wildtieren von durchziehenden Einzelwölfen sind keine Seltenheit mehr. Wölfe breiten sich in vielen Regionen Europas, in der Schweiz, in Deutschland und auch in Bayern nahezu ungehindert aus. In Tirol und in Oberbayern kam es aufgrund von Wolf- und Bärrissen zum vorzeitigen Abtrieb des Viehs. Nach Angaben des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu (AVA) ist es bei einer jährlichen Reproduktionsrate von knapp 35 Prozent, nur eine Frage der Zeit, bis es zu sesshaften Wölfen mit Rudelbildung auch im Allgäu kommt.

2012 bildete sich das erste Rudel der Schweiz

Im nur 100 Kilometer Luftlinie von Sonthofen und dem Oberallgäu entfernten Graubünden hatte sich im Jahr 2012 das erste Rudel der Schweiz gebildet. Mittlerweile gibt es in diesem Kanton schon zwölf Paare auf 7.000 Quadratkilometern. Das Wachstum der Wolfsbestände verläuft exponentiell und damit die Probleme in gleicher Form. Deutschland verzeichnet pro Jahr bereits über 4.000 Nutztierrisse und dies trotz enormer, steuerfinanzierter Aufwendungen für den Herdenschutz.

Und auch der Geschäftsführer des AVA, Dr. Michael Honisch, fordert mehr politische Unterstützung, aber auch ein „breites Verständnis der Bevölkerung“ für die Belange der Berglandwirtschaft und der Alpwirtschaft.

Ist der Herdenschutz am Limit? Was kommt auf das Allgäu zu und wie lassen sich die Herausforderungen für Landwirtschaft, Tierschutz, Tourismus und Naturschutz lösen? Weite Teile des Oberallgäus sind bereits kartierte Wolfskulisse. Das heißt, es gibt aufgrund der Bedrohungslage für die Weidetierhalter eine staatliche Förderung von Herdenschutzmaßnahmen.

Wo führt das hin?

Doch wo führt das hin? Funktioniert das? Welche Erfahrungen hierzu gibt es andernorts? Der Schweizer Biologe und Naturschützer Marcel Züger führt viele Projekte und Beweidungskonzepte mit Landwirten durch. Er berichtet von den Möglichkeiten und Grenzen des Herdenschutzes und zeigt Wege auf, um die wertvolle Weide-, Bergland- und Alpwirtschaft erhalten zu können.