Kooperation

Schutz der Wiesenbrüter ist das Ziel

MN-Wiesenbrüter-PM-12.2.
BLW
am Donnerstag, 25.02.2021 - 11:13

Der Verein Donautal-Aktiv setzt das Biodiversitätsprojekt der Regierung von Schwaben zum Schutz der Wiesenbrüter fort.

In enger Zusammenarbeit mit Landwirten werden heuer wieder spezielle Bewirtschaftungsmaßnahmen zugunsten von Kiebitz und Großer Brachvogel umgesetzt. Seit 2015 läuft das Biodiversitätsprojekt „Wiesenbrüter-Brutplatzmanagement Schwaben“.

Das Donauried im Landkreis Dillingen a.d. Donau ist einer von sieben Kernlebensräumen für Wiesenbrüter in Schwaben. Hier organisiert der Landschaftspflegeverband unter dem Dach von Donautal-Aktiv e.V. die Maßnahmen zu dem Projekt. In den vorangegangen Jahren hat sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Landwirten in der Region entwickelt.

Finanzieller Ausgleich wird bezahlt

Während der Brutsaison werden mehrere so genannten „Wiesenbrüterberater“ von Donautal-Aktiv eingesetzt. Sie machen die Nester auf den Feldern ausfindig, nehmen dann mit den Landnutzern Kontakt auf und sprechen die notwendigen Maßnahmen ab. Ziel ist dabei stets, kleinere, wo es möglich ist auch größere Bereiche um das Nest von weiterer Bewirtschaftung vorübergehend auszusparen, damit aus den Gelegen junge Vögel schlüpfen und flügge werden können. Die Landwirten erhalten dafür aus Naturschutzmitteln einen finanziellen Ausgleich.

Die in Frage kommenden Maßnahmen sind einfach, praxisnah und nur auf das jeweilige Jahr begrenzt. Am häufigsten kommt die Maßnahme „Bewirtschaftungsfenster“ zum Einsatz: Ein kleiner Bereich ums Nest wird bei der Bodenbearbeitung ausgespart. Daneben wird aber auch auf ganzen Feldstücken eine Bewirtschaftungsruhe während der Brutzeit angestrebt, vorzugsweise um natürliche Mulden, um so für die Vögel Rückzugsinseln anzubieten. Auch eine verspätete Maisaussaat, zur Schaffung eines zeitlichen Vorsprungs für die Vögel, hat sich sehr bewährt und wird weiterhin angeboten.

Jungvögel leiden unter Nahrungsproblemen

Der finanzielle Ausgleich für die Landwirte orientiert sich am Deckungsbeitrag für die jeweilige Feldfrucht. Die Auszahlung erfolgt nach der Saison durch die Untere Naturschutzbehörde. Im Jahr 2020 sind im Donauried zwischen Aislingen und Gremheim solche Maßnahmen von knapp 30 Landwirten auf rund 10 ha Ackerland umgesetzt worden. In diesem Jahr ist das Ziel noch mehr größerflächige Maßnahmen umzusetzen. Denn es hat sich gezeigt, dass die Jungvögel auch ein Nahrungsproblem haben.
Mit den Landwirten wurden bisher bei der Projektumsetzung durchwegs positive Erfahrungen gemacht. Es hat sich ein echtes Interesse daran entwickelt, dass die fürs Donauried so typischen Bodenbrüter Kiebitz und Brachvogel erhalten bleiben. Immer öfter werden Sichtungen während der Feldarbeit von neu entdeckten Nestern oder kleinen Jungvögeln direkt an die Gebietsbetreuer weitergegeben. Die Zahl flügge gewordener Jungvögel ist noch nicht ganz zufriedenstellend; sie zeigt aber, dass das Projekt auf einem guten Weg ist.