Schöner als Walli geht nicht mehr

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Cornelia Beisser
am Donnerstag, 23.08.2018 - 14:37

Stutenschau zum 75. Geburtstag der Allgäuer Haflinger-Zuchtgenossenschaft

Obermaiselstein/Lks. Oberallgäu Mit einer Stutenschau und dem schwäbischen Fohlenchampionat feierten die Allgäuer Haflingerzüchter das 75-jährige Gründungsjubiläum ihrer Genossenschaft. Hochwertige und hochkarätige Zuchtstuten zeigten eine ebenso enorme Leistungsdichte wie der Fohlenjahrgang 2018.

Auch die Gründerväter und viele der (teils inzwischen verstorbenen) engagierten Züchter dieser beliebten Gebirgspferderasse hätten nicht nur ihre Freude an der hohen Qualität der aufgetriebenen Pferde gehabt, sondern auch an den teils noch jungen Pferdenarren und -züchtern ihrer Kinder- und Enkelgeneration.

Pferdefamilien, die stark beeindrucken

Auf der Anlage der Vorsitzenden Barbara Müller in Obermaiselstein-Oberdorf gaben sich 36 Zuchtstuten, davon 24 der sogenannten Edelblut- und 12 der rein gezogenen Haflinger ein Stelldichein. Am Vormittag hatten die Fohlen im Rahmen des schwäbischen Championats ihren Auftritt vor der grandiosen Bergkulisse bei strahlendem Sonnenschein. Ein besonderes Highlight für jeden Kenner waren die beiden Familiensammlungen der Kategorie Edelbluthaflinger von Hubert Althaus aus Fischen und Paul Grath aus Stiefenhofen.

Grath hatte vier Staatsprämienstuten aufgetrieben: Die 16-jährige Elitestute Hollywood (Nitendo/Arkas/Naxos) mit ihren Alibaba-Töchtern Hawanna und Highlight sowie Enkelin Himalaya (von Nebos II, aus der Havanna). Althaus glänzte mit der Familie der 17-jährigen Siegerstute der Altstuten und erklärten Tagessiegerin, Elite- und SP-Stute Walli (Naxan/Nelmut/Novius), die mit ihren Töchtern SP Waleika (Noventis), SP Wolke (Naigon) und dem noch jungen Zuchthengst Sonnenkönig-Gold, der Sammi zum Vater hat, in den Ring geführt wurde.

Schöner geht nicht mehr

Edelblut-Haflinger: Ein hohe Ehre wurde der Katalognummer 37 zuteil. Die Elite- und Staatsprämienstute Walli (siehe oben) von Hubert Althaus zeigte sich, wie die meisten der präsentierten Alt- und Jungstuten dieser beliebten Rasse, frisch, modern und irgendwie auch zeitlos schön. „Schöner geht nicht mehr“, lobte Jurysprecher Hans Schiller die „überzeugende Siegerin“. Walli hat Naxan zum Vater und stammt aus der Wicki von Nelmut/Novius. Sie hat zwei gekörte Söhne, darunter den erst dreijährigen Sonnenkönig-Gold, und etliche Staatsprämienstuten, die teils noch im Besitz von Althaus sind. Die Siegerin der EH-Jungstuten Wolke (Naigon), gehört jetzt seiner Tochter Ingrid Reiter.

Beide Reservesiegerinnen in der Kategorie Edelbluthaflinger stellte Paul Grath bei den Alt- und den Jungstuten mit eigenen Züchtungen: Die neunjährige Highlight von Alibaba aus der Elite- und Staatsprämienstute Hollywood (Nitendo/Arkas/Naxos) und die fünfjährige SP Himalaya von Nebos II aus der SP Hawanna (Alibaba/Nitendo/Arkas).

Haflinger-Stuten: Weniger Araberblut-Anteil fließt in den Adern der (rein gezogenen) Haflinger. Bei den Altstuten lag die siebenjährige SP Morena von Walzertraum aus der Mira-Mare (Aton Re/Nestroy) von Thomas Paulsteiner aus Seeg an der Spitze. Sie wurde von Franz Schwarz in Offenberg gezüchtet. Die Reservesiegerin kommt aus dem Stall von Karl und Jürgen Guggemos aus Petersthal. Die neunjährige SP Ninja von Negresko hat die Staatsprämienanwärterin Novena (Natif/Amadeus 101/Winterstein) zur Mutter und wurde von Karl Stadler in Ziemetshausen (Nordschwaben) gezüchtet.

Sieg und Reserve gingen bei den Jungstuten an die Vorsitzende der Allgäuer Haflinger-Zuchtgenossenschaft Barbara Müller. Beide hat sie selbst gezüchtet: SP Dayana von Stano aus der Dina (Nostradamus/Winterstern/Adlatus) und Janina von Alkatraz aus der Jana (Nostradamus/Weltbild/Atif).

Weitere der insgesamt 21 Endringteilnehmer stellten Petra Knoll, Jengen, mit Daggi (Sonnenkönig C), Bettina Filary, Ruderatshofen, mit Hallina (Walesco) und Biskaya (Windspiel), Ludwig und Ulrich Köpf, Schwangau, mit Ophelis LK (Nakuri), Elisabeth und Gottfried Brugger, Stötten, mit Highlight (Noventis), Siegfried und Michael Babel, Sulzberg, mit Primavera (Sonthofen), Niklas Becherer, Unterthingau, mit Dana (Andiamo), Hubert Althaus, Fischen, mit Waleika (Noventis), Johann Karrer, Woringen, mit Heike (Natif), Hubert und Petra Barensteiner, Sulzberg, mit Prinzess (Alexander), Paul Grath, Stiefenhofen, mit Hollywood (Nitendo), Helmut Hiemer, Buchenberg, mit Amira (Nostradamus) sowie Karl und Jürgen Guggemos, Petersthal, mit Stella (Almstern).

Beim Schauprogramm hielten die Zuschauer den Atem an, als Matthias Aigner aus Fischen barfuß auf dem Rücken von zwei Haflingerstuten die Ungarische Post ritt. Viel ruhiger ging es bei Lisa Lässer zu, die mit ihrer Zuchtstute Umbrella eindrucksvoll eine Freiheitsdressur zeigte. Auch vor den Wagen gespannt zeigten Umbrella und einige andere Haflinger im Rahmen eines Wettbewerbs, wie einsatzfreudig Haflinger ans Werk gehen. Der Deckhengst Stallion, ein Sternbild-Sohn, der drei Saisonen bei Barbara Müller auf Station stand, zeigte sein Dressurvermögen.

Voll des Lobes war auch die Jury, Hans Schiller aus Rohrdorf und Josef Seemüller aus Magnetsried, die bei der Tagesveranstaltung die Zuchttiere reihten. „Grande Dame, sympatisch, tolle Bewegung, femininer Charme, ausdrucksstark, Reitpferdepoints“, schwärmte Schiller. Er gratulierte wie auch schon zuvor Hans Hausmann, Vorsitzender des Pferdezuchtverbandes Schwaben, zum Jubiläum. Erinnert wurde auch an große Züchter wie die Verstorbenen Alois Vogler, Maderhalm, Theo Völk, Jengen, Willi Zimmermann, Fischen, und die anwesenden Siegfried Babel, Sulzberg, und Fritz Zint, Rettenberg. Dank galt allen Züchtern und Helfern fürs gute Herausbringen der Pferde bei dieser Schau. CB