Nitratbelastung

Rote Gebiete: Quelle ist qualitativ völlig unzureichend

Messstelle
Michael Ammich
am Mittwoch, 31.03.2021 - 13:17

Auch im Kesseltal hat sich nun eine Interessengemeinschaft gegründet. 46 Landwirt sind sofort beigetreten.

Als liefe man gegen eine Wand: Bisher hat die staatliche Wasserwirtschaft weder die beiden umstrittenen Messstellen für die Roten Gebiete bei Wertingen und im Kesseltal aufgegeben, noch wurde die aus Sicht des BBV Dillingen längst überfällige Binnendifferenzierung durchgeführt und jetzt ist der Dillinger Bauernverband auch noch mit seiner Petition an den Bayerischen Landtag abgeblitzt.

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Doch Aufgeben gilt nicht. Nach der „Interessengemeinschaft Rote Gebiete 1_G026 Vorlandmolasse - Wertingen“ wurde jetzt auch für das Rote Gebiet 1_G022 Nördlinger Ries - Bissingen eine IG ins Leben gerufen. 46 Landwirte aus dem Kesseltal traten ihr sofort bei.

Nachdem das Rote Gebiet bei Wertingen abgespeckt worden war, währte die Erleichterung nur kurz. Im selben Zug wurde ein neues Rotes Gebiet im Kesseltal im nördlichen Landkreis Dillingen ausgewiesen. Der entsprechende Grundwasserkörper 1_G022 erstreckt sich auf eine Fläche von 201 km² und ist damit nur unwesentlich kleiner als der Grundwasserkörper 1_G026 bei Wertingen.

Verantwortlich für die das Rote Gebiet im Kesseltal ist eine einzige Messstelle. Sie liegt auf einer Anhöhe bei Burgmagerbein und reicht lediglich 1,3 m tief in das Erdreich. Wie die Oberflächenmessstelle bei Wortelstetten nahe Wertingen hält der Dillinger BBV auch die Messstelle bei Burgmagerbein für qualitativ völlig unzureichend.

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Begleitet wurde die Gründungsversammlung der „Interessengemeinschaft Rote Gebiete im Grundwasserkörper G022 Nördlinger Ries - Bissingen“ erneut von BBV-Bezirksgeschäftsführer Markus Müller sowie dem BBV-Direktor und Juristen Martin Wunderlich.

Aus den beiden vom Roten Gebiet im Kesseltal betroffenen Landkreisen wurden Albert Sporer (Oberliezheim) zum Vorsitzenden für den Kreis Dillingen und Heiko Götz (Schaffhausen) zum Vorsitzenden für den Donau-Ries-Kreis berufen. Mit dem BBV Dillingen wurde ein Geschäftsbesorgungsvertrag abgeschlossen. Sporer und Götz riefen zur konstruktiven Zusammenarbeit auf. Oberstes Ziel der Interessengemeinschaft sei es, von der Wasserwirtschaft und der Politik eine Änderung der bisherigen Vorgaben für das Rote Gebiet zu erreichen.

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