Berglandwirtschaft

Rinder stürzen am Immenstädter Horn ab

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Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Mittwoch, 01.07.2020 - 09:44

Die 13 Tiere sind durch Wanderer aufgeschreckt worden und bei ihrer panischen Flucht im steilen Gelände abgestürzt.

Zwei der Jungrinder haben den bis zu 300 Meter tiefen Absturz nicht überlebt, ein drittes wird noch behandelt. Es befindet sich in einem kritischen Zustand. Die anderen kamen mit Verletzungen und dem Schrecken davon und konnten geborgen werden. Der Vorfall ereignete sich bereits letzte Woche.

Zur Empörung der Bewirtschafter der Alpe haben es die Wanderer nicht einmal für nötig gehalten, die Hirten zu unterrichten, wie auf der Homepage des Stadt Immenstadt nachzulesen ist. Nur durch ein zufällig mitgehörtes Gespräch und die Nachfrage durch einen anderen Älpler sei der Vorfall bekannt geworden. Die daraufhin sofort anberaumte Suche nach den Tieren dauerte den ganzen Tag an. Neben dem Verlust der Tiere ist der wirtschaftliche Schaden nicht versichert.

Zu wenig Rücksicht auf Tiere

Die Schutzhütte auf dem Immenstädter Horngipfel wird regelmäßig von nächtlichen Besuchern genutzt. Erlaubt ist dies an sich nur, wenn ein Abstieg nicht möglich oder das Ziel nicht mehr zu erreichen ist.

Das scheinen aber viele Zeitgenossen zu ignorieren. In letzter Zeit, so die Auskunft der Stadt, haben sich die nächtlichen Besuche stark gehäuft. Es werde Feuer gemacht und Abfall hinterlassen.

Das Campieren im freien Gelände habe auch sonst im Steigbachtal stark zugenommen. Insgesamt habe es ein Ausmaß erreicht, das massive Störungen für Nutz- und Wildtiere bedeute.

Neuer Tiktok-Trend: Kühe erschrecken

Auf den sozialen Medien hat sich zudem eine weitere Spielart verbreitet, die auf Kosten von Rindern geht. Jugendliche erschrechen die Kühe und filmen sich und die Tiere dabei. Meist laufen sie mit wild fuchtelnden Armen auf die Rinder zu. Das Ganze nennt sich dann "Kulikitaka – Challenge".

Diese Videos sind vor allem auf der Plattform Tiktok zu finden. Dort stellen Jugendliche üblicherweise ihr Tanz- und Musikvideos online. Der österreichische Jungbauern-Landesobmann, Christian Lang, hat sich entsetzt gezeigt über dieses rücksichtslose Verhalten und an die Jugendlichen appelliert, sich nicht in unterschätzte Gefahrensituation zu bringen.