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Naturschutz

Rappenalpenbach: Baggeraktion zerstört Fischerei

Rappenalpenbach: Ein Mann in schwarzer Hose und Hemd steht mit vor dem Körper gekreuzten Armen vor einem Plakat des Fischereiverbands Schwaben.
Toni Ledermann
am Mittwoch, 23.11.2022 - 15:05

Unerlaubte Baggeraktion im Rappenalpenbach bei Oberstdorf: Armin Weitenauer, Vorsitzender des Fischereivereins Oberstdorf erklärt, wie verheerend die Auswirkungen für die Fischerei sind.

Der Rappenalpenbach war einst ein wilder Gebirgsbach. Nun gleicht er einer Kieswüste. Denn nach einer vermeintlich unerlaubten Baggeraktion wurden die Lebensräume von vielen seltenen Pflanzen und Tieren zerstört. Auf insgesamt 1,6 Kilometer Länge wurde der Rappenalpbach bei Oberstdorf (Lks. Oberallgäu) kanalisiert. 

Das gesamte Gebiet, indem sich der Bachlauf befindet, steht unter Naturschutz: Es befindet sich im Naturschutzgebiet "Allgäuer Hochalpen", FFH-Gebiet "Allgäuer Hochalpen" sowie Vogelschutzgebiet (SPA) "Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen". 

Das Wochenblatt sprach nun mit Armin Weitenauer. Er ist Vorsitzender des Fischereivereins Oberstdorf und äußert sich zu diesem Umweltskandal. "Durch die Ausbaggeraktion im Rappenalpenbach sind im gesamten Unterlauf der Stillach Eintrübungen erfolgt. Gerade die Fischerei hat dadurch auch große Schäden erlitten.", sagt Weitenauer. 
 

 

Weitreichende Folgen für Fischerei

Wer die Täter sind, dazu will der Vorsitzende des Fischereivereins keine Aussage machen. Recherchen des Bayerischen Rundfunks haben aber ergeben, dass die Alpgenossenschaft den Auftrag für den Bagger-Eingriff erteilt habe. Zudem prüfe die Staatsanwaltschaft Kempten, ob strafbares Handeln vorliege. Sie habe ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet.

Was weiter passiert, würde man sehen, meint Weitenauer. Man müsse aber in Zukunft, im Rahmen der Gesetze und Verordnungen, wieder wasserrechtliche Lösungen finden, die keinen Schaden verursachen. 

Schon jetzt zeigen sich weitreichende Auswirkungen. Wie Weitenauer berichtet, leiden bereits die Unterläufe, bis zum Iller-Ursprung "Das sind 10 Kilometer Flusslauf, der getrübt und eingeschlammt wurde", erzählt er. Das würde mittelfristig auch zu Schäden  im Bereich der Fischerei führen. Weitenauer arbeitet bereits zusammen mit dem Fischereiverband Schwaben an einem Plan, das Beste aus der Situation zu machen.