Bauernstammtisch

Mit dem Rad rund um den Boden

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Josef Diebolder
am Dienstag, 14.07.2020 - 10:20

Flurbefahrung bei Frechenrieden und Attenhausen.

Um die Flächen um Frechenrieden und Attenhausen drehte sich die Flurbegehung des Bauernstammtisch Frechenrieden und der Raiffeisen-Ware aus Ottobeuren. Roland Kratzer (Syngenta) und Karl Wacker (DSV) erläuterten als Referenten die Getreide- und Futterbestände.

Während die Autos schnell an den grünen Flächen vorbeiziehen und allenfalls mal Blüten oder hohe Stauden festmachen, galt bei den Landwirten der genaue Blick in die Bestände.

Roland Kratzer aus Wertingen sieht immer mehr Resistenzen bei Wirkstoffen im Getreide. Kaum mehr zu „erwischen“ seien dabei Hirsearten und der Ackerfuchsschwanz. Für eine wirksame Behandlung sollten die unerwünschten Pflanzen noch recht klein sein.

Intensives Leben entscheidend

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Einen intensiven Blick in die Erde richtete Karl Wacker. Denn es sei entscheidend, dass es im Boden intensives Leben gibt. Jede Handvoll Erde enthalte mehr Mikroben und Pilze als Menschen auf der Erde. Damit dorthin viel Sauerstoff gelangt, brauche es eine „Lebendverbauung“.

Bodensäuren könnten Nährstoffe lösen. Zuviel davon aber den Boden verklumpen lassen. Dagegen helfe es zu kalken und den Boden feinkrümelig zu entwickeln. Weitere Säurepuffer seien Kalium oder Magnesium. Die aber könnten keine Lebendverbauung erzeugen.

Oft herrsche im Grünland die filzartig wachsende „Gemeine Rispe“ vor, während hochwertige Gräser zurückgedrängt werden. Ein früher Grasschnitt bringe hochwertige Nährstoffe, verhindere aber die Samenentwicklung.

Für Landwirte bedeute dies nachsäen zu müssen. Am besten sei, die Rispe zuerst mechansch heraus zu striegeln und dann den hochwertige Weidelgrassamen per Güttlerwalze anzudrücken. Das imitiere den „trippelnden Schaftritt“, erklärte Wacker und veranlasse zudem bestehendes Gras, Seitentriebe zu bilden.

Einen bodenschonende Maisanbau stellte Christian Blank in seiner Meisterarbeit vor. Der Junglandwirt präsentierte eine Maisfläche mit Pflugfurche und eine in Mulchsaat. Die obenliegenden Pflanzenreste können Starkregen bremsen und Verschlämmen mit Bodenabtrag vermeiden. Zudem können Regenwürmer das Substrat verarbeiten und in Nährstoffe umwandeln.