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Engagement

Quartiere für Fledermäuse werden selten

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Externer Autor
am Montag, 12.07.2021 - 08:39

Doris Hotz aus Wasserburg betreibt die erste Pflegestation für Fledermäuse im Landkreis Lindau und erhält dafür eine Auszeichnung.

Lindau Doris Hotz hat über viele Jahre hinweg unentgeltlich eine umfassende Infrastruktur für die ganzjährige Pflege von heimischen Fledermäusen in Wasserburg aufgebaut. Für diese ehrenamtliche Tätigkeit hat der Lindauer Landrat Elmar Stegmann ihr nun im Namen des Freistaats Bayern eine Urkunde sowie eine Plakette „Fledermäuse willkommen“ des Bayerischen Umweltministeriums überreicht und die Pflegestation besichtigt. „Das beispielhafte Wirken von Frau Hotz stellt einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz in unserem Landkreis dar und verdient unser aller Anerkennung und Respekt“, sagte der Landrat.

Beste fachliche Pflege

Das Veterinäramt hat mit seinem Fachwissen zur Anerkennung und Genehmigung beigetragen. Auch die Koordinationsstelle Fledermausschutz Südbayern und die Untere Naturschutzbehörde begleiten die Pflegestelle bei ihrer Arbeit. In der Wasserburger Pflegestation kann erstmals eine dauerhafte Pflege ebenso wie eine Kurzzeitpflege von geschwächten Tieren auf fachlich bestem Niveau gewährleistet werden. Vergleichbare Einrichtungen finden sich erst wieder in Augsburg und Mössingen.
Die Pflegestation sucht noch ehrenamtliche Helfer, die den Transport von kranken Tieren nach Wasserburg übernehmen können. Kontakt zu Doris Hotz: Tel. 0174-4069910.
Seit dem Jahr 2005 macht die Aktion „Fledermäuse willkommen“ des Landesamtes für Umwelt in Bayern auf den Schutz der Fledermäuse als gefährdete Artengruppe aufmerksam. Wer die Quartiere der nützlichen Insektenjäger erhält oder neue Fledermausquartiere schafft, kann mit der Plakette ein sichtbares Zeichen für den Fledermausschutz setzen.

Vom Aussterben bedroht

In Deutschland gibt es 25 verschiedene Fledermausarten. Davon leben 14 Arten im Landkreis Lindau. Die für den Menschen eher im Verborgenen lebenden Tiere sind jedoch vom Aussterben bedroht. Grund dafür ist unter anderem, dass die Quartiere für Fledermäuse immer seltener werden. Denn die neuen, energetischen Bauweisen lassen keinen Raum mehr für die Säugetiere, die Spalten und Ritzen suchen.
Damit die verschiedenen Arten und deren Lebensweise noch besser erforscht werden können, ist es wichtig Fledermaus-Quartiere, aber auch Totfunde der Koordinationsstelle Fledermausschutz zu melden. Ansprechpartner ist hier Diplom-Biologe Rudolf Zahner, Tel. 0177-4004664 oder E-Mail: fledermaus-li@gmx.de.

Überträger von Corona?

Fledermäuse werden in der aktuellen Diskussion rund um die Coronaviren immer wieder als mögliche Überträger benannt. Laut einem Bericht vom Bundesverband für Fledermauskunde Deutschland (BVF) konnten in den 25 Fledermausarten jedoch keine Coronaviren nachgewiesen werden. Diese heimischen Arten sind demnach kein Reservoire für diese Viren. Dennoch handelt es sich um Wildtiere, bei deren Handling generelle Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Handschuhen empfehlenswert sind.