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Direktvermarktung

Ein Pionier unter den Hofläden

Hofladen 07.04.2022_1
Tanja Höck
am Montag, 20.06.2022 - 07:12

Elisabeth Nefzger und ihre Familie wollen keine anonymen Produkte verkaufen, ihnen ist Transparenz und der Austausch mit den Kunden sehr wichtig.

„Unser Familienbetrieb war schon immer auf Direktvermarktung ausgelegt“, sagt Elisabeth Nefzger, Studierende an der Landwirtschaftsschule Abt. Hauswirtschaft. Auf ihrem Pfeifferhof ging es schon immer auch darum, die Landwirtschaft und die Herstellung der hochwertigen Produkte dem Kunden rüberzubringen. Familie Breumair will keine „anonymen“ Produkte, vielmehr Transparenz. „Wir pflegen unseren Austausch mit Kunden und stehen gerne informativ sowie beratend zur Seite“, sagt Oma Theresia Breumair. „Aus diesem Grund haben wir auch keinen Selbstbedienungsladen.“

Die Fleisch- und Wurstwaren stellt die Familie von den eigenen Tieren her. Brot, Kuchen, Marmelade, eingelegtes Obst und Gemüse werden von Oma und Mama Angelika Breumair-Nefzger selbst hergestellt. Im Hofladen setzt die Familie auf regionale Zusammenarbeit. So werden Produkte wie Nudeln (Kratzer, Gablingen), Eier (Habersetzer, Rinnenthal), Mehl (Ziegenaus, Friedberg), Obst (Familie Jäger, Bodensee) und Kartoffeln (Familie Lindermeir und Biohof Marquart, Haunswies) zugekauft.

Der Pfeifferhof war und ist ein konventioneller Betrieb. Trotzdem geht es den Tieren schon immer sehr gut. Die Breumairs schätzen ihre Tiere, versorgen sie mit hochwertigem, gentechnik-freiem Futtermittel und achten auf deren Gesundheit und Wohlbefinden. Mais- und Grassilage sowie Getreide kommen von den eigenen Flächen.

Das Milchvieh steht seit 1999 in einem Laufstall, seit 2019 hat die Familie einen Rindermaststall auf Stroh. Hier haben die Tiere genügend Platz und viel frische Luft. Die Familie erfüllt somit bereits die Voraussetzungen der Haltungsstufe 3. „Meiner Meinung nach liebt ein Landwirt seine Tiere und will für diese nur das Beste – das ist Leidenschaft und Tierwohl in einem“, erklärt Elisabeth Nefzger.

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Die Großeltern Theresia und Sebastian Breumair haben den Hof einst übernommen und die Direktvermarktung als eine der Ersten im Landkreis Aichach-Friedberg aufgebaut. Theresia Breumair hat eine Ausbildung zur staatlich geprüften Hauswirtschafterin abgelegt. Zudem hat sie viele Seminare zur Direktvermarktung absolviert. Opa Sebastian Breumair ist Landwirt und hat sich die Facetten der Direktvermarktung selbst beigebracht. So waren die beiden schon früh Ansprechpartner für andere Landwirte, die ebenfalls mit der Direktvermarktung beginnen wollten.

Der Hofladen wurde im Jahr 2010 an Sohn Alexander Breumair, auch er ist Landwirt, übergeben. Er führt den Betrieb weiter zusammen mit seiner Frau Angelika Breumair-Nefzger (Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft). Sohn Johannes Nefzger ist Landwirtschaftsmeister und wird den Betrieb einmal übernehmen.

„Bei uns helfen alle zusammen. Sei es im Laden, auf dem Feld oder auch im Haus. Jeder leistet seinen Teil zur Arbeit. Wir sind ein richtiger Drei-Generationen-Familienbetrieb“. freut sich Elisabeth Nefzger. Sie möchte auf jeden Fall einmal in die Fußstapfen von Oma und Mama steigen, und die Direktvermarktung erfolgreich fortführen. „Mir ist eine gute Qualität der selbsthergestellten Produkte wichtig. Auch auf die Aufklärung über bestimmte landwirtschaftliche sowie hauswirtschaftliche Themen lege ich Wert, da diese in der heutigen Gesellschaft nicht mehr richtig geschätzt werden.“ Aus diesem Grund hat sich Elisabeth Nefzger auch für die Ausbildung an der Hauswirtschaftsschule in Teilzeit entschieden. „Die Schule stärkt neben der Vermittlung von hauswirtschaftlichen Fachkenntnissen auch unsere Persönlichkeit. Zudem hat die Schule auch für meinen privaten Haushalt Vorteile“, meint die junge Frau und lacht.

Weitere Informationen und Beratung zur Direktvermarktung sowie zur Landwirtschaftsschule Abt. Hauswirtschaft erhalten Interessierte am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg, Tel. 0821 43002-3211.