Vortrag

Der Pflanzen-Doktor weiß immer Rat

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Toni Ledermann
am Donnerstag, 19.08.2021 - 12:29

Fachmann Thomas Schuster beantwortete im Unterallgäu viele Fragen zu Blattpflanzenschäden und verriet wertvolle Tipps für den eigenen Garten.

Bad Grönenbach/Lks. Unterallgäu Wer kennt das nicht? Plötzlich fangen die mühsam im Garton oder auf dem Balkon gepflegten Pflanzen zu welken an – und dann ist oft guter Rat teuer. Um zu helfen, hat der Kreisverband des Obst- und Gartenbauverbands Unterallgäu einen abwechslungsreichen Pflanzen-Nachmittag organisiert. Kreisfachberater Markus Orf vom Landratsamt Unterallgäu hat dazu den Experten Thomas Schuster und die Anwärterin für Gartenbau beim AELF Augsburg-Friedberg, Ines Mitschele, eingeladen.

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Orf wies darauf hin, dass dies eine der letzten Veranstaltungen im Ringeisen-Haus des Gartenbauvereins sei, da mit dem Verkauf des Grönenbacher Schlosses und dem Ringeisen-Haus – an einen Investor, der es zusammen mit einem Partner zu einem Hotel umbauen will – eine neue Situation eingetreten sei. „Erhalten bleibt jedoch der Kreislehrgarten, der durch den Verkauf nicht tangiert wird und somit bestehen bleibt“, wie Orf sagte. Es gebe einen Vertrag mit dem Landkreis. Der Gartenbauverein wolle sich jetzt ein neues Domizil für Veranstaltungen suchen, möglichst nahe am Kreislehrgarten.

Viele Pflanzenfreunde hatten geschädigte Blätter und Äste mitgebracht. Vor der Veranstaltung waren Orf, Schuster und die Anwärterin noch im Kreislehrgarten unterwegs, um auch hier nach Blattpflanzenschäden Ausschau zu halten, die sie in die Veranstaltung mit einbrachten.

Den Ampfer erfolgreich bekämpfen

Schuster wurde gleich gefragt, wie man den Ampfer im Garten erfolgreich bekämpfen kann. Am effektivsten sei das Ausstechen mit einem speziellen Ampferstecher. Damit komme man tiefer in die Erde als mit einem gewöhnlichen Unkrautwerkzeug. Die Wurzeln sollten möglichst vollständig entfernt werden, da auch aus Resten neue Ampferpflanzen austreiben. Entsorgt werden soll der Ampfer so, dass er sich nicht mehr im Garten verbreiten kann, am besten in die Bio-Tonne.

Ein Gast berichtete über Wühlmäuse in seinem Garten. Der Fachmann riet zur TopCat Falle aus Edelstahl. Die sei teuer, aber für einen Laien leicht zu bedienen. Die Fallen werden im Wühlmausgang platziert.

Was hält der Fachmann vom Jauchen gegen Unkräuter? „Nein, davon ist abzuraten, da von diesen Verfahren keine Wirksamkeit ausgeht. Dies ist in vielen Versuchen dokumentiert. Wären sie wirksam, wären sie Pflanzenschutzmittel und bräuchten eine Zulassung“, erklärte Schuster.

Wenn Äpfel zu früh fallen

Viele Fragen kreisten um Blattschäden an Apfelbäumen. Braune Blätter zeigten, dass wohl ein Hagelschauer ursächlich war. Eine Interessentin wollte wissen, woran es liege, wenn Apfelbäume ihre Früchte viel zu früh verlieren. Schuster hält die Larven des Apfelwicklers für verantwortlich. Dieser Kleinschmetterling lege seine Eier an die Äpfel, die schlüpfenden Larven machten den Apfel „wurmig“ und er falle herab.

Ärgerlich sind auch Schorf- und Mehltaupilze am Apfelbaum. Die pilzlichen Krankheitserreger ernährten sich von lebenden Pflanzenzellen. Auf jungen Blättern bildeten sich oft schon kurz nach dem Austrieb dunkelbraune, rundliche Flecken, die sich allmählich vergrößern. Auf der Frucht zeige sich der Befall durch dunkle, gezackte Flecken, in deren Zentrum sich kleine Risse bilden, wie Schuster ausführte. Vorbeugend solle man die Baumkronen durch fachgerechten Schnitt offen halten, damit die Blätter rasch abtrocknen können. Vorjähriges Laub solle man vor dem Frühjahr beseitigen, um damit die Erstinfektion zu verringern.

Infektionsherde entfernen

Der Apfelmehltau macht ebenfalls oft Ärger. Ratsam sei in diesem Fall bereits im Winter eine Kontrolle auf befallene Knospen zu machen, insbesondere an den Triebspitzen. Befallene Triebe müsse man „rigoros bis ins gesunde Holz“ zurückschneiden, um jeglichen Infektionsherd zu entfernen.

Was ist gegen den Buchsbaumzünzler zu tun? Um schon die ersten Larvenstadien zu erkennen, seien regelmäßige und sorgfältige Kontrollen, auch im Inneren, nötig. Dann können die Raupen abgesammelt und Gespinste herausgeschnitten werden. Beim Einsatz dafür zugelassener Pflanzenschutzmittel sei für eine gute Wirkung eine gleichmäßige Benetzung der gesamten Buchspflanzen, auch im Innern der Büsche, erforderlich.