Düngeverordnung

„Notfalls klagen wir“

Düngen
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Externer Autor
am Montag, 06.07.2020 - 10:59

Aichach-Friedbergs Kreisobmann Reinhard Herb sieht die Landwirte zu Unrecht an den Pranger gestellt und erhebt selbst Daten.

Im Zuge der Düngeverordnung ist nahezu das ganze Wittelsbacher Land im Kreis Aichach-Friedberg ein so genanntes Rotes Gebiet. Der Bauernverband begleitet die Situation seit Jahren fachlich, politisch und rechtlich. Bereits seit 2019 wurde dazu auf Landesebene eine Musterklage unterstützt, die vor kurzem im Eilantrag Erfolg hatte.

BBV stellt Mustervorlagen zur Verfügung

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Aktuell hatte der BBV den Landwirten Mustervorlagen für einen bis 6. Juli 2020 möglichen Widerspruch zur Verfügung gestellt, da der Verband alle rechtlichen Möglichkeiten im Blick hat. Zudem wurden betriebswirtschaftliche und juristische Gutachten auf den Weg gebracht, um die Situation im Sinne der Landwirtsfamilien zu begleiten und weitere Schritte abschätzen zu können.

„Die im Ad-hoc-Verfahren in der Coronakrise beschlossenen neuen Auflagen sind zu pauschal und viel zu undifferenziert. Es darf auf keinen Fall sein, dass ein Betrieb die Vorgaben der Düngung einhält, aber trotzdem Restriktionen bekommt“ betont der Aichach-Freidberger Kreisobmann Reinhard Herb.

Bei der oft kritisierten zu groben Gebietsausweisung erhalten nun die vom Berufsstand geforderten bundeseinheitlichen Kriterien zu Messnetzen und Messstellen Einzug. Zudem wird eine stärkere Binnendifferenzierung vorgenommen. Aktuell wird über die BBV-Geschäftsstellen eine Sammlung von Daten durchgeführt. Hydrologische Untersuchungen sind angedacht, machen aber erst Sinn, wenn die neue Gebietskulisse und alle dann relevanten Messstellen feststehen.

Gründung von Interessengemeinschaften

Der BBV hat überdies Unterstützung bei der im Herbst notwendigen Gründung von Interessengemeinschaften zugesagt. Bei der Organisation und der Koordination von zahlreichen Informationsveranstaltungen in der Fläche steht der Bauernverband in den Startlöchern. Mit anderen Organisationen und Initiativen sei man in der Abstimmung.

Eine besondere Art der Datenerhebung hat Kreisobmann Reinhard Herb die letzten Jahre durchgeführt. Er selbst kann durch die Teilnahme an einem Forschungsprojekt des Julius-Kühn-Instituts, aber auch durch eigene betriebliche Daten belegen, dass weder Nährstofffrachten noch Nährstoffüberschüsse, das Grundwasser durch seine Bewirtschaftung gefährden.

Herb hatte sich seinerzeit für eine Teilnahme an diesem Projekt entschieden, um valide Daten für eine wissenschaftliche Expertise für die Bauernfamilien im Wittelsbacher Land zu bekommen.

Herb bietet seine Daten an

Für Herb ist die Wasserqualität das höchste Gut. Doch fordert er massiv ein, dass die Ergebnisse von solchen Forschungsprojekten, in die momentane Anhörung zur Bundesverwaltungsvorschrift, einfließen müssen. Gerne stelle er seine Daten dem Bauernverband zur Verfügung.

Der Bauernvrband prüft, begleitet und unterstützt durchaz auch den Rechtsweg. Reinhard Herb war die letzten Monate in ständigem Kontakt mit dem Wasserwirtschaftsamt Donauwörth und stellt klar: „Alle Betriebe, die die Vorgaben der Düngung einhalten und ein ausgeglichenes Nährstoffmanagement betreiben, dürfen keine pauschalen Restriktionen bekommen!“