Imkerei

Noch ist Winterruhe im Bienenstock

Bienen-Januar-Flugloch
Brigitte Früh
Brigitte Früh
am Freitag, 12.02.2021 - 13:14

Jede Störung der Winterruhe verursacht bei den Bienen Stress. Trotzdem gibt es für den Imker einiges zu tun: Unser Allgäu informiert.

Winterruhe herrscht momentan noch im Bienenstock. Bei niedrigen Temperaturen sitzen die Bienen in der Wintertraube, dicht an dicht, und mitten drin ihre Königin, die sie umsorgen und pflegen. Im Inneren der Wintertraube ist es behagliche 20 Grad Celsius warm. Beständig bewegen sich die Bienen in der Traube von innen nach außen und umgekehrt, bringen Futter ins Innere und heizen dort auf. Ist bereits Brut angelegt, halten die Bienen eine Temperatur von 35 Grad, egal wie kalt es draußen ist. Die Energie für diese enorme Heizleistung gewinnen sie aus den Futtervorräten in den Futterwaben.

Bienen_Januar-schaufeln

Jede Störung der Winterruhe verursacht bei den Bienen Stress. Für den Imker heißt das: Die Bienenstöcke bleiben zu, die Bienen werden in Ruhe gelassen. Dennoch sollte am Bienenstand regelmäßig nach dem Rechten gesehen werden, insbesondere nach Stürmen und starkem Schneefall. Sind Äste auf die Beuten gefallen und haben sie beschädigt? Sitzt der Mäuseschutz noch richtig? Im Herbst werden am Flugloch Keile mit 6 mm Schlitzhöhe oder Mäuseschutzgitter mit 6 mm Maschenweite angebracht, um das Eindringen von Mäusen zu verhindern. In gefährdeten Gebieten können auch Spechte beträchtliche Schäden an den Beuten anrichten.

Bienen-Januar-freikratzen
Als Schutz bringen Imker Netze an. Sind diese noch intakt? Bei heftigem Schneefall, wie zuletzt vielerorts im Allgäu, werden die Beuten völlig eingeschneit. Die Bienen bekommen aber auch dann noch genügend Luft. Problematisch könnte es nur werden, wenn bei geschlossenen Böden das Flugloch komplett zugeeist ist. Mit offenen Gitterböden würde selbst das keine Probleme machen, da immer noch genügend Luft reinkommt.
Bienen-Januar-Standkontrolle
Ist unter dem Gitterboden eine Diagnoseschublade eingeschoben, kann sich der Imker ein Bild davon machen, wo das Volk sitzt, wie stark es ist, ob bereits Brut vorhanden ist und wie hoch die Belastung durch die Varroamilbe ist. Im Februar wird durch ein Anheben der Beute oder mittels einer Federzugwaage eingeschätzt, wie es um die Futtervorräte bestellt ist.
Erstes Bienenfutter
Auch wenn am Bienenstand derzeit außer den Kontrollgängen Ruhe herrscht, gibt es für den Imker eine Menge zu tun: Die nächste Saison steht vor der Tür und will gut vorbereitet sein: Falls noch nicht geschehen, werden Bienenkästen und anderes Material gereinigt, Rähmchen vorbereitet, die Werkstatt auf Vordermann gebracht, benötigtes Material besorgt und Wachs verarbeitet. Auch der Honig will vermarktet sein.
Was zuletzt wegen der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen zu kurz kam, ist der Erfahrungsaustausch unter den Imkern, die Weiterbildung und die Vereinsarbeit. Mittlerweile gibt es jedoch in Imkervereinen auf Orts-, Bezirks- und Landesebene und von den Bieneninstituten Online-Angebote vom Imkerstammtisch bis zu Kursen und Fortbildungen, so auch an der Imkerschule Schwaben (www.imkerschule-schwaben.de).