Wasserversorgung

Nitrat deutlich unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts

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am Dienstag, 01.12.2020 - 08:13

Ein Rahmenvereinbarung aus dem Jahr 1995 zwischen Rieswasser und den Bauern mit einem Bonus-Malus-System hat sich bewährt.

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Auch das eine Premiere in Corona-Zeiten: Erstmals erhielten heuer Landwirte, die in den Wasserschutzgebieten der Bayerischen Rieswasserversorgung besonders grundwasserschonend wirtschaften, nicht in einer Feierstunde ihre Urkunden und Prämien. Stattdessen wurden sie von Rieswasser-Werkleiter Bernd Hauber schriftlich geehrt und die Auszahlung ihrer Prämien veranlasst.

Mit 15 mg pro Liter liegt der Nitratwert im Trinkwasser der Rieswasserversorgung deutlich unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts von 50 mg. Zu verdanken ist das auch einer Rahmenvereinbarung aus dem Jahr 1995 zwischen Rieswasser und dem Dillinger Bauernverband mit einem Bonus-Malus-System. Demnach wird in allen drei Wasserschutzgebieten von einem unabhängigen Labor in vergleichbaren Böden ein Durchschnittswert für den darin enthaltenen mineralisierten Stickstoff ermittelt.

Zuschläge und Abschläge je nach Nitratwert

Erreicht ein Landwirt auf seinen Feldern diesen Wert, wird es ihm mit einer Prämie von 200 € pro Hektar vergütet. Liegt der Wert unter dem Durchschnitt, erhält der Landwirt für jedes Kilogramm Stickstoff-Unterschreitung weitere 3,33 € als Zuschlag. Ist jedoch mehr Nitrat als der Durchschnitt in seinem Boden enthalten, werden ihm für jedes Kilogramm Stickstoff unterhalb des Mittelwerts von der 200 €-Prämie 6,66 € abgezogen.

Die Bodenproben werden getrennt nach Bodenschichten in 0-30, 30-60 und 60-90 cm Tiefe entnommen. Ein angenehmer Nebeneffekt der regelmäßigen Beprobungen: Die gemessenen Werte werden den Landwirten kostenfrei als Basis für ihre Nährstoffbilanzen und eine daraus abgeleitete schlagbezogene und damit bedarfsgerechte Düngung zur Verfügung gestellt. Das Bonus-Malus-System hat sich bewährt. Wurde im Jahr 1995 im Rieswasser noch ein Nitratwert von 24,6 mg pro Liter gemessen, so bewegt er sich heute bei nurmehr 15 mg.

Das gesunde Trinkwasser, das aus den Brunnen und Leitungen der Rieswasserversorgung fließt, ist umso bedeutender, als aus dem Rieswassernetz rund 120 000 Menschen in den Landkreisen Dillingen, Donau-Ries und Weißenburg-Gunzenhausen versorgt werden.

6,5 Mio. m³ Trinkwasser aus drei Brunnen

Jährlich werden aus den drei Brunnengebieten bei Blindheim, Schwenningen und Steinheim rund 6,5 Mio m³ Trinkwasser gefördert und über ein Leitungsnetz mit einer Gesamtlänge von 1400 km an die Kunden abgegeben. Dem Rieswasser-Zweckverband gehören 35 Kommunen mit 127 voll versorgten Ortsteilen an. Weitere elf Kommunen beziehen ebenfalls Rieswasser. Damit beläuft sich das Versorgungsgebiet auf eine Fläche von 1053 km².

Folgende Landwirte wurden heuer für ihre besonders grundwasserschonende Wirtschaftsweise in den drei Rieswasser-Brunnengebieten mit stattlichen Zusatzprämien ausgezeichnet:
  • Wasserschutzgebiet Blindheim: 1.Platz Alfred Reiser jun. (Sonderheim), 2. Platz Simon Wetschenbacher (Schwennenbach), 3. Platz Knötzinger GbR (Weilheim).
  • Wasserschutzgebiet Schwenningen: 1. Platz Michael Bregel (Blindheim), 2. Platz Hermann Kraus (Unterglauheim), 3. Platz Alois Rhee (Schwenningen).
  • Wasserschutzgebiet Steinheim: Stegmiller GbR (Villenbach), 2. Platz Thomas Sorg (Finningen), 3. Platz Karl Baumgartner (Deisenhofen).

Landwirte handeln verantwortungsbewusst

„Die Rieswasserversorgung ist dem Dillinger Bauernverband und den Landwirten in den Wasserschutzgebieten für ihre grundwasserschonende Bodenbewirtschaftung dankbar“, betont Werkleiter Bernd Hauber. „Die Bäuerinnen und Bauern zeigen jetzt schon seit mehreren Jahrzehnten, dass sie in unserer Heimat sehr verantwortungsbewusst mit der Ressource Grundwasser umgehen.“