Waldbau

Naturverjüngung erkennen und fördern

MN-Waldbegang-PM-21.10.
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Externer Autor
am Freitag, 20.11.2020 - 07:32

Die FBG Neu-Ulm lud zu einem Waldbegang zum Thema Naturverjüngung.

Wegen Corona lud die FBG Neu-Ulm zu zwei Waldbegängen ein, um die Zahl der Teilnehmer begrenzt zu halten. An drei besuchten Flächen, zwei im Privatwald und einer im Kommunalwald, konnte aufgekeimte Naturverjüngung gezeigt und besprochen werden.
Bei der ersten Fläche handelte es sich um eine üppige Eichennaturverjüngung. Bei schweren Samen wie Eicheln oder Bucheckern ist, neben der Saat durch Vögel, nur eine Verbreitung unter den Altbäumen möglich. Nachdem der Eichenaltbestand geräumt wurde, bekamen die kleinen Eichen das zur Keimung nötige Licht und den Niederschlag. Seitdem legen sie im Höhenwachstum deutlich zu. Um Einflüsse von außen durch Rehwild zu verhindern wurde die Fläche großräumig gezäunt. Bereits nach zwei Jahren ist die Fläche dicht mit bis zu 50 cm großen Eichen bestockt.

Verjüngungskraft des Bergahorns

Auf der zweiten Fläche konnte man die enorme Verjüngungskraft des Bergahorns beobachten. Der Vorbestand wurde vor Jahren geräumt und bestand aus einzelnen Bäumen des Bergahorns und zum Großteil aus Fichte, die z. T. dem Käfer zum Opfer fiel. Beim Bergahorn reichen schon sehr wenige Samenbäume, um auf großer Fläche Naturverjüngung zu bekommen. Als Lichtbaumart dankt sie Freistellung mit starkem Längenwachstum. Ungezäunt wurden die Bäumchen zwar z. T. verbissen, aber dank der hohen Anzahl an Pflanzen ist die Verjüngung gesichert.

Pflege mit der Heckenschere

Der besichtigte Laubholzbestand auf der letzten Fläche ist eine vor Jahren geräumte Fläche, die zunächst eingezäunt und obwohl keine Naturverjüngung sichtbar war, nie bepflanzt worden ist. Nach nun mehreren Jahren ist die Fläche mit verschiedensten Baumarten bestockt: Bergahorn, Esche, Eiche, Linde, Hainbuche und Kirsche sind zu finden. Um der Natur Zeit zu geben, hatte man sich entschieden, diese Fläche nicht mit dem Freischneider auszumähen, damit keine Pflänzchen abgemäht werden, die sich noch im Keimbett befanden oder einfach nur länger brauchten, um sich zu entwickeln. Die Pflege wurde ausschließlich mit der Heckenschere durchgeführt, und verdämmende Sträucher und Brombeeren in einer Höhe von circa 50 – 70 cm abgeschnitten.

Fazit: Natürliche Verjüngung ist fast überall möglich und das Potenzial sehr hoch ist. Damit der Aufwuchs von Naturverjüngung gelingt, sollte neben den waldbaulichen Voraussetzungen und Fertigkeiten des Waldbesitzers, wie z. B. die rechtzeitige Entnahme des Altholzes, die dem erhöhten Lichtbedarf der jungen Pflanzen zu dient, auch der Wildbestand angepasst sein.