Tüftlermesse

Menschen mit vielen guten Ideen

Weideschuss-Bio-GmbH
Kein Bild vorhanden
Cornelia Beisser
am Montag, 30.09.2019 - 09:35

Ein Forum für Pioniere, Mächler, Tüftler und Menschen mit Ideen hat in Weitnau stattgefunden.

Regionalentwicklung-Amt-für-Ländliche-Entwicklung

Weitnau/Lks. Oberallgäu Das Allgäu ist und bleibt ein guter Nährboden für Wegbereiter: Beim Forum für Pioniere und Mächler in Weitnau präsentiertn sich diesmal über 20 Menschen, Firmen und Netzwerke mit innovativen Ideen. Bereits zum zweiten Mal trafen sich am Tag des Weitnauer Herbstmarktes Tüftler und Leute mit teils ausgefallenen Ideen im historischen Amtshaus im Goldenen Adler, um ihre Produkte oder Innovationen beim „Mächlerforum“ zu präsentieren. Immer wieder kamen Besucher vom „Straßenmarkt“ herauf, die sich dafür interessierten.

Hanf-Lochbrunner-Derndorf

Nutztiere auf der Weide stressfrei töten und das Fleisch regional vermarkten, das ist zum Beispiel das erklärte Ziel der „Weideschuss.Bio GmbH“ der Allgäuer Landwirte Herbert Siegel (Missen), Günther Rauch (Bidingen) und Franz Berchtold (Maria Steinbach), die zusammen mit Fernsehkoch Alfred Fahr (Kaufbeuren) auch küchenfertige Gerichte zum Beispiel via Rewe vermarkten wollen.

Kräuter

Aus Sicht der Landwirtschaft auch interessant, dass Christine Bajohr vom KugelSüdhangHof in Sibratshofen über neue Wege im Bereich der regenerativen Gründlandbewirtschaftung informierte. Matthias Dünser aus Missen-Wilhams warb für das E-Bike-Ladesystem bike energy, erzählte aber im Gepräch mit dem Landwirtschaftlichen Wochenblatt, das er seinen heimischen Milchviehbetrieb auf Permakultur umstellen will. „Feine Hanfprodukte“ seines Hofes im Unterallgäuer Derndorf präsentierte Albert Lochbrunner. Gleich daneben stellte die Oberallgäuer Vize-Kreisbäuerin Lucia Wölfle die Arbeit der Landfrauen im BBV vor. In Weitnau ging es ihr aber vor allem darum, ein realistisches Bild der Landwirtschaft zu zeichnen, fernab von Massentierhaltung und Wasservergiftung. Als Projektidee schwebt den Bäuerinnen ein „Allgäuer Knigge-Bus“ vor, den mobliert mit kleiner Küche Schulen, Gemeinden, etc. mieten können.

Bauernverband-Oberallgäu-Landfrauen

„Die Welt ein Stückchen besser machen“, ebenfalls ein Anspruch des Mächlerforums, wollte auch Susann Maurus aus Maierhöfen, die ihre Wachstuchprodukte vorstellte. Damit kann man zum Beispiel Lebensmittel frisch halten und transportieren.

Kräuterwissen nutzen, Wasser beleben, Zirbenraumlüfter aufstellen, generationenübergreifend in einem Haus oder Bauernhof auf dem Land zusammenleben, das waren weitere Projekte, die hier eine gute Plattform für ihren Einfallsreichtum – gleich ob bahnbrechende Innovation oder praxisorientierte Lösung für den Alltag – fanden. All diese Menschen standen im Zentrum der Veranstaltung, die die Alpen-Modellregion Weitnau/Missen-Wilhams und der Regionalentwicklung Oberallgäu e.V. organisiert hatten, und die durch das EU-Förderprogramm Leader und die Bayerische Verwaltung für Ländliche Entwicklung unterstützt wurde.

Der „Markt der Möglichkeiten“ bot eine kostenfreie Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten, Experten und Beratern auszutauschen und zu vernetzen. Die Bürgermeister Alexander Streicher (Weitnau) und Hans-Ulrich van Laer (Missen-Wilhams) erinnerten bei der Begrüßung an Pioniere wie Carl Hirnbein.
Am Ausgang stand eine „Wunschkiste“: Hier durften Besucher Fragen, Anregungen und Ideen einwerfen.