Schlüsselübergabe

Memmingen - die neue Besamungsstation ist fertig

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Josef Berchthold
am Montag, 14.10.2019 - 10:13

Innerhalb von 18 Monaten wurde die neue Besamungsstation der RBG Memmingen gebaut.

Der jetzige Standort der Rinderbesamungsgenossenschaft (RBG) Memmingen in der Buxheimer Straße in Memmingen ist bald Geschichte: Die neue Besamungsstation im Ortsteil Hitzenhofen und das neue Verwaltungsgebäude in der Karatasstraße in Memmingen sind weitgehend fertig und werden Ende Oktober bezogen.

Am 4. Oktober wurde die neue Station nach 18 Monaten Bauzeit von Stadtpfarrer Ludwig Waldmüller und Dekan Christoph Schieder eingeweiht. „Die alte Regel bestätigt sich, wonach Maßnahmen in solcher Größenordnung 60 Prozent Planungs- und 40 Prozent Bauzeit benötigen“, sagte Alfred Vogel von der IGS Allgäu, unter deren Leitung die Bauten geplant und durchgeführt wurden. Er nannte einige Zahlen, die die Dimension beschreiben: So wurden 11.000 m3 Erde bewegt, 4.700 m3 Beton und 520 t Stahl eingebaut und 1.700 m3 Mauerwerk errichtet.

Hauptgebäude in Hitzenhofen ist 96 Meter lang.

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Den meisten Platz nimmt der Bullenstall (54 x 38,5 m) mit 65 Bullenboxen und fünf Anbindeplätzen ein. Ohne Zwischenwände folgen eine Sprunghalle (18 x 18 m) und ein Stiervorführring (20 x 12 m).

Vom Kopfbau des Hauptgebäudes aus können durch große Glaswände die Stiere im Vorführring besichtigt werden. Dieser Kopfbau mit 24 x 26,5 m enthält die Hygienschleuse für die Stierpfleger, das Labor, Sanitärräume und das Besucherzentrum.

Ebenfalls neu gebaut wurde ein Quarantänestall mit 10 Doppelboxen, ein Haus mit vier Betriebswohnungen, eine Fahrsiloanlage mit 1600 m3 Fassungsvermögen und eine Strohhalle mit 42 x 15 m. Zwei Güllegruben sind noch in Bau. In der Karatasstraße entstand das Verwaltungsgebäude mit Spermalager, Büro- und Besprechungsräumen. Die Gesamtkosten beschreibt die RBG mit rund 10 Mio €. Möglich wurde der Neubau sowie der Erwerb von 20 ha LN durch den Verkauf von 13,5 ha Fläche am bisherigen Standort an IKEA.

Von ähnlichen Bauten gelernt

So manche Anregung zum Neubau erhielt man von der neuen Station der RUW in Borken, wofür sich Memmingens Vorstandsvorsitzender Anton Merk bedankte. Sehr erfreulich sei, dass alle Beschlüsse zum Neubau in Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig getroffen wurden. Durch das Besucherzentrum können man interessierten Personen einen Einblick in die Station geben. „Die Mitgliederbindung ist uns sehr wichtig“, so Merk. Auch die Bevölkerung wolle man über die Arbeit informieren. 

Die Memminger Station sei der in Borken tatsächlich sehr ähnlich, bemerkte Josef Hannen, der Vorsitzende des Bundesverbandes Rind und Schwein (BRS). Hannen war bis 2016 Vorstandsvorsitzender der RUW und kennt die dortige Station bestens. 

„Das Bauwerk ist hervorragend gelungen, es ist ein Paradies für Stiere“, sagte Ltd. Ministerialrat Maximilian Putz. Putz hatte nachgerechnet: Alle 4 Minuten werde ein Kalb geboren, das einen Memminger Stier zum Vater hat. Das gute Verhältnis von der Stadt zur Station sprach Memmingens 3. Bügermeister Hans-Martin Steiger an. „Gott sei Dank wurde der Bau unfallfrei überstanden“, sagte Geschäftsführer Konrad Bischof. Mit der ,Besamungsstation 2.0‘ und einem motivierten Team sei man gut für die Zukunft aufgestellt.