Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Bio-Ring Allgäu e. V

Mehr Bio in Stadt und Land

Führen die Geschicke des Bio-Ring Allgäu e.V.: (v. li.) Christine Räder, Josef Wiedemann, Robert Johann, Alexandra Wagner, Evelyn Lunenberg, Eva Heusinger, Sonja Fehr und Jörgl Rauch.
Bio-Ring Allgäu
am Mittwoch, 09.11.2022 - 09:32

Vorstandswahlen und eine Führung durch die Gemeinschaft Sulzbrunn, bei Sulzberg waren die Schwerpunkte der Mitgliederversammlung des Bio-Ring Allgäu e. V. Mit Aktionen will man junge Leute für den Ökolandbau begeistern.

Sulzberg/Lks. Oberallgäu Erfreut, dass man sieben gleichberechtigte Damen und Herren für den Vorstand des Bio-Rings fand zeigte sich Vorstandsmitglied Johann Sontheim bei der Jahreshauptversammlung. Er und Anni Wolf, Mutterkuh- und Kräuterbäuerin aus Agathazell, schieden heuer aus dem Vorstand aus. Einstimmig neu gewählt wurden Alexandra Wagner, Verbraucherin aus Kempten, bekannt aus der AZ Serie „Wir ernähren wir uns das ganze Jahr mit regionalen Produkten“, Evelyn Lunenberg, Verbraucherin aus Lauben und Robert Johann Gastronomierleiter aus Kranzegg. Im Amt bestätigt wurden Eva Heusinger aus Legau, Sonja Fehr, Demeter-Bäuerin aus Vorderburg, Jörgl Rauch aus Obergünzburg und Josef Wiedemann aus Dietmannsried. Der neu gewählte Vorstand will Neues anstoßen wie z.B. mit Aktionen junge Leute für den Ökolandbau begeistern.

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Bio-Rings Allgäu ist das Projekt „mehr Bio in Stadt und Land“, machte Geschäftsführerin Christine Räder deutlich. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau. „Wir können damit fast alle unsere Aktivitäten abrechnen und erhalten 50 % Förderung“, teilte Räder mit und gab einen Abriss über die vielfältigen Aktivitäten im vergangenem Jahr. Trotz der Einschränkungen durch die Pandemie konnten viele Veranstaltungen zur Aufklärung über den Ökolandbau durchgeführt werden.

Märkte als Plattform

Der Saatgut Markt 2021 hatte wegen der hohen Inzidenzen abgesagt werden müssen. Dafür konnte er heuer im März mit über 1000 Besuchern erfolgreich durchgeführt werden. Die im Rahmen des Projekts konzipierte Ausstellung zum Ökolandbau konnte nicht wie geplant in öffentlichen Räumen gezeigt werden, dafür im pandemiebedingt leerstehendem Café mit Info-Tisch und Pressekonferenz. Weiter konnte der neu gestaltete Info-Stand auf vielen Veranstaltungen, die im Freien stattfanden aufgestellt werden. Märkte werden auch als Plattform genutzt für Pressetermine, so stellte die Ökomodellregion Ostallgäu und Landrätin Zinnecker auf dem Frühlingsmarkt das Ostallgäuer Bio-Bier vom Bärenbräu in Nesselwang und der Aktienbrauerei in Kaufbeuren vor. Ausgezeichnet wurde der Bio- Herbstmarkt in Obergünzburg als „Schönster Bioerlebnistag“, vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium.

Überarbeitet wurde der Bio-Einkaufsführer fürs Allgäu und den LK Ravensburg, 20 000 Exemplare gedruckt, über Werbung und von der Bio-Musterregion Ravensburg und den Ökomodellregionen Oberallgäu-Kempten und Günztal und den Kreisgruppen des Bund Naturschutzes mit finanziert Mit 84 Seiten ist er sehr umfangreich, obwohl die Ferienhöfe nicht mehr aufgeführt sind, sondern ausschließlich auf der online Plattform www.bioferien-allgaeu.de stehen. Neu aufgestellt wurde der Auftritt www.bioeinkauf-allgaeu.de.

Zum 13. mal wurde die Aktion „Allgäuer Bio Brotzeitdose „bio-regional-fair“ in Zusammenarbeit mir dem Abfallzweckverband ZAK durchgeführte. 2300 Schulanfänger erhielten eine Brotzeitdose. Gespendet wurden die Lebensmittel von den örtlichen Bio-Bäckern und Gärtnern, der Firma Rapunzel und den Weltläden. Die Aufstriche wurden von Sponsorengeldern gekauft.

Gemeinschaft Sulzbrunn

Das Gelände in Sulzbrunn, einem Ortsteil von Sulzberg, umfasst 15,5 ha vom Wald umgeben. Die Fläche besteht je zur Hälfte aus Wald und Wiesen. Darauf stehen – wie ein kleines Dorf – zehn Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 5000 m². In den Gebäuden befindet sich eine Großküche, ein Speisesaal, eine Turnhalle, eine Holz- und Metallwerkstatt, Seminarräume sowie eine Sauna. Zudem gibt es ein großes Gewächshaus. Vor 15 Jahren wurde das Gelände von mehreren Leuten gekauft.

Sulzbrunn bietet Platz für 50 Erwachsene plus Kinder. Jeder hat seinen Wohnbereich und kommt für seinen Lebensunterhalt selber auf. Gemeinsam wird eine solidarische Landwirtschaft betrieben mit einer fest angestellten Gärtnerin. Freiwillgi kann jeder bei der SolaWi mitmachen. Dann muss er sich um eine bestimmte Kultur kümmern. Die Ernte wird verteilt. Zudem gibt es für alle einen kleine Bioladen. Ein Blockheizkraftwerk, das mit eigenem Holz geheizt wird, versorgt alle Gebäude. Die Gemeinschaft ist genossenschaftlich organisiert, zudem gibt es einen Förderverein und eine Stiftung. Das Seminarhaus, die Turnhalle und die Ferienwohnung können gemietet werden.