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Erfolgsmeldung

Laubholzbockkäfer: Schönebach ist wieder frei

Erfolgreich bekämpft: Zum Abschluss jahrelangen Maßnahmen gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer kamen Bürgermeister Ralf Wetzel (l.), Forstdirektorin Eva-Maria Birkholz (3.v.r.), die federführend für die Bekämpfung zuständige „ALB-Försterin“ Ilka Heckner (4.v.r.), Revierförster Hubert Forstner (2.v.r.), sowie die Augsburger AELF-Mitarbeiterin Carolin Prokscha (l.) und die beteiligten LfL-Fachmänner Markus Strölin (3.v.l.) und Daniel Morovitz (2.v.l.) zusammen. Beim Vor-Ort-Termin wurde über di
Toni Ledermann
am Dienstag, 22.11.2022 - 08:44

Im Landkreis Günzburg wurde der Asiatische Laubholzbockkäfer erfolgreich bekämpft.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer wurde mit enormen finanziellen Kosten bekämpft. Sein Vorkommen hatte zudem zu einem Laubholzausfuhrstopp aus den betroffenen Wald- und Offen-Gebieten gesorgt.

Schönebach/Lks. Günzburg Vorsichtigen, aber durchaus berechtigten Optimismus verbreiteten die Verantwortlichen des AELF Krumbach-Mindelheim und der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) bei der Abschlussveranstaltung der Bekämpfungsaktion gegen den aus Asien stammenden Laubholzbockkäfer (ALB). Der Schädling hatte die Fachleute und Waldbauern während der letzten acht Jahre in Atem gehalten. Die Quarantänezone in Schönebach (Markt Ziemetshausen) für den Asiatischen Laubholzbockkäfer wurde nun zum 31. Oktober 2022 aufgehoben. Zum erfolgreichen Abschluss trafen sich die Verantwortlichen und Betroffenen am Friedhofsparkplatz des Ortsteils von Ziemetshausen: Bürgermeister Ralf Wetzel, Forstdirektorin Eva-Maria Birkholz, die vorwiegend mit der Bekämpfung befasste Forst-Kollegin Ilka Heckner (beide vom Forstamt des AELF Krumbach-Mindelheim), ihre Kollegen vom AELF Augsburg, Carolin Prokscha, dort zuständig für Presse und Kommunikation, Markus Stöhlin in seiner Eigenschaft als Pflanzengesundheitsinspektor der LfL, sein Kollege Daniel Morovitz und weitere Verantwortliche mit Medienvertretern.

Gewählt wurde der Treffpunkt, da dort ganz in der Nähe vor acht Jahren der erste Laubholzbockkäfer gefunden wurde und von hier wohl auch seinen schädlichen Streifzug durch die heimischen Wälder angetreten ist. Die Fachleute informierten über die vielen Maßnahmen, die man gegen den eingeschleppten Baumschädling unternommen hat.

Weitreichende Maßnahmen führten zum Ziel

Er ist so gefährlich, da er fast alle heimischen Laubbaumarten befallen und auch gesunde Bäume innerhalb weniger Jahre zum Absterben bringen kann. Die Funde um Schönebach waren damals der erste nachgewiesene Befall in Schwaben und führten zu weitreichenden Maßnahmen im betroffenen Gebiet.

Um festzustellen, wie stark der Käfer tatsächlich verbreitet war, wurden spezielle Lockstoff-Fallen aufgehängt, die regelmäßig geleert wurden. Damit dies für alle deutlich wurde, wurden an allen Einfallswegen des Forstes großformatige Schilder angebracht, die darauf hinweisen, dass es sich hier um eine Quarantäne-Zone wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfer handelt. Dazu präsentierte Försterin Ilka Heckner Holzstücke mit deutlichen Fressspuren des Schädlings.

Auch Hunde suchten den Käfer

Dem Schädling gingen Baumkletterer nach, indem sie in den Kronen nach dem Schädling forschten - und sogar speziell abgerichtete Hunde suchten nach dem Käfer. Morovitz hatte seinen Suchhund, der Rasse „Schweizer Niederlaufhund“ mitgebracht und anhand eines Käfer-Lockstoffs fand das Tier beispielsweise auch bei diesem Termin schnell den Käfer in einem Holzstapel!

Eingeschleppt wurde der Käfer wohl über Verpackungsholz aus Asien. Deshalb gelte seit einigen Jahren der IPPC-Standard ISPM Nr. 15 bei der Einfuhr von Verpackungsholz. Doch dies ist jetzt gestoppt. Das Holz muss entweder im Holzkern auf eine Temperatur von 56 Grad Celsius für 30 Minuten erhitzt oder begast worden sein. Außerdem ist das Verbringen spezifizierter Pflanzen und Pflanzen der Gattung Sorbus oder Teilen davon, innerhalb der Quarantänezone und aus der Quarantänezone hinaus verboten. Die einzig praktikable Ausnahme hiervon bildet Laubholz, das nicht aus der Befallszone (100 Meter um Befallsbäume herum) stammt und auf 2,5 Zentimeter Stärke und Breite gehackt wurde.

Transport nur mit Pflanzenpass

Wenn Holzkäufer bei der Landesanstalt für Landwirtschaft im amtlichen Register als Betrieb aufgenommen sind, bekommen sie nach der Kontrolle jeden Hackgutes einen Pflanzenpass dafür. Damit können Sie die kontrollierten Hackschnitzel innerhalb der Quarantänezone, aber auch darüber hinaus transportieren, vermarkten oder verwerten.

Runde Löcher mit etwa zehn Millimeter Durchmesser, wie mit der Bohrmaschine gemacht, zeigten, dass hier der Asiatische Laubholzbockkäfer aktiv gewesen ist. Aber auch Rindenverletzungen mit eventuellem Saftfluss, grobe Bohrspäne am Stammfuß oder in den Astgabeln, große ovale Larvengänge im Holz geben Hinweise auf das Vorkommen des ALB.

Dank für Geduld und Verständnis

Wetzel dankte in seinem Statement der Bevölkerung für ihre Geduld und ihr Verständnis für die Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Schädling. Immerhin durfte kein Laubholz als Brennholz im Umkreis der gefundenen Käfer aus dem befallenen Waldstücken entnommen werden.

Bei den Kosten für alle Bekämpfungsmaßnahmen dürfte wohl ein siebenstelliger Betrag zusammengekommen sein, sagte Wetzel. Anderenorts fielen ganze Waldstücke dem Käfer zum Opfer, was hier glücklicherweise nicht der Fall war. Durch die nun erfolgte Quarantäne-Aufhebung können alle Waldbesitzer in diesem Raum, aber auch die Garteninhaber wieder normal ihr Holz ernten und auch außerhalb dieses Gebietes von und um Schönebach veräußern. Toni Ledermann