Preise für Milch und Fleisch

Landwirte: Die Preisschere ist nicht mehr zu ertragen

MN-LsV Oberaschönegg-JD
Josef Diebolder
am Mittwoch, 18.11.2020 - 05:03

„Wir brauchen zwingend deutlich höhere Markterlöse für Milch, Rinder, Schweine und Geflügel“, fordern die Erzeuger.

Sehr großes Verständnis vermittelte der Milcheinkäufer von Ehrmann, Gerhard Boscher, sieht sich aber vom Markt regiert. Auch Milcheinkäufer Andreas Steinbrück erkannte in den Agrarverhandlungen der EU die familiengeführten und kleineren landwirtschaftlichen Betriebe im Hintertreffen. Beide zeigten weitere Gesprächsbereitschaft für die landwirtschaftlichen Vertreter.

Kälber deutlich billiger als vor 30 Jahren

Hermann Hasel vom BDM (Bundesverband Deutscher Milchviehhalter) blickte in seine Bilanzen von 1987 und erkannte den absolut gleichen Milchpreis von umgerechnet 33 ct/l, wie heute. Gegenüber 1987 habe ein Braunvieh-Bullenkalb je Kilo Lebendgewicht mit 3,10 € sogar aktuell auf 2,40 € an Wert verloren. Beim Einkauf habe Diesel damals 43 ct gekostet, heute koste er einen Euro je Liter. Diese Preisschere sei nicht mehr zu ertragen.

Christian Hartmann von LsV machte den Preisanstieg beim Stallbau deutlich. Jeder Kuhplatz habe 1982 umgerechnet etwa 3000 € gekostet, heute seien es 15 000 €. Hartmann wünschte sich im Namen der Erzeuger mit den Molkereien eine „gemeinsame Ideensuche“. Es gehe letzlich darum höhere Kosten aufgrund von Auflagen im Erzeugerpreis honoriert zu bekommen.