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Ortsobmännerversammlung

Unsere Landwirte sind Kämpfer

Kreisobmann Karlheinz Götz (l.)freute sich über das große Interesse bei der Obmännerversammlung.
BBV
am Mittwoch, 07.12.2022 - 09:59

Gesellschaftliche Ansprüche überfordern die Bauern. Das war ein Kernpunkt der Obmännerversammlung im Donau-Ries.

Donauwörth - Die Fortschreibung der gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) ist hochaktuell und brennt den Betrieben auf den Nägeln. Viele Regelungen aus der Vergangenheit wurden komplett neu überarbeitet und stellen für viele Betriebe eine enorme Herausforderung dar. Dazu kommen noch die gesellschaftlichen Ansprüche an Tierwohl und Ökologisierung der Landwirtschaft. Bei der Ortsobmännerversammlung im BBV Donau-Ries konnte Kreisobmann Karlheinz Götz entsprechend zahlreiche Ehrengäste und sehr viele Ortsobmänner mit ihren Stellvertretern begrüßen.

Was wird eigentlich noch von uns erwartet?

Stefan Meitinger, Referent für Agrarpolitik und Parlamentsarbeit, BBV-Generalsekretariat.

Dies alles führe dazu, dass viele Betriebe nicht mehr wissen, was eigentlich von ihnen erwartet wird und was sie tun sollen. „Wir müssen wieder zu einer verlässlichen, vernünftigen und nachhaltigen Sachpolitik zurückkommen, wenn wir den Strukturbruch in der Landwirtschaft vermeiden wollen“, forderte der Kreisobmann.

Ganz besonders hart treffe es die Schweinehalter und insbesondere die Ferkelerzeuger. Die Umstellungskosten explodierten und die Erlöse seien im Keller. Hier sei dringend politischer Handlungsbedarf notwendig, wenn zukünftig noch deutsches Schweinefleisch auf dem Teller landen soll, fasste Götz die Misere zusammen. Der voll besetzte Saal zeige indes, dass unsere Landwirte „Kämpfer“ sind und die neuen Herausforderungen annehmen wollen – wenn die Rahmenbedingungen passen.

Der Bauernverband kämpfe unterdessen weiter an vielen Fronten, wie etwa beim geplanten Verbot von Pflanzenschutzmitteleinsatz in FFH-Gebieten, der Gewinnabschöpfung bei Biogasbetrieben, der Industrie-Immissionsrichtlinie, der Wasserrahmenrichtlinie, Nitratrichtline und Düngeverordnung.

Einzelbetriebe entscheiden über ihre Investitionen

Stefan Meitinger, Referent für Agrarpolitik und Parlamentsarbeit im Generalsekretariat München, wertet das Ergebnis, dass das Agrarbudget bei der neuen GAP nicht gekürzt wurde, als großen Erfolg des Bauernverbandes. Bayern und Baden-Württemberg können, mit ihrer kleinstrukturierten Landwirtschaft, dabei sogar noch profitierten. Dennoch stelle die neue GAP die Betriebe vor große Herausforderungen. Jeder einzelne Betrieb müsse nun für sich entscheiden, welche Maßnahmen für seinen Betrieb am besten passen und umsetzbar sind. Hierzu brauche es mit Sicherheit noch weitere Schulungen, die der BBV und die Landwirtschaftsämter demnächst anbieten werden.

Erfreuliches hatte Dr. Thomas Kellner vom Veterinäramt Donauwörth zum Thema Hausschlachtungen zu verkünden: Die Antragsvoraussetzungen seien wesentlich vereinfacht worden. Entsprechende Anträge könnten auf der Homepage des Landratsamtes unter Veterinäramt abgerufen werden.

Landratstellvertreter Erwin Seiler hält eine funktionierende Landwirtschaft für unsere Ernährungssicherheit und Kulturlandschaft für sehr wichtig und zollte den Landwirten in seinem Grußwort hohen Respekt für ihre tägliche Arbeit zum Wohle der Gesellschaft.