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Onlinekonferenz

Kräuter für Haus und Küche

MN-Kräuter BBV UA-TL-20.6.
Toni Ledermann
am Dienstag, 27.07.2021 - 14:38

Unterallgäuer BBV-Landfrauen organisieren Infoabend mit Monika Riedmüller. Sie führte durch die Welt der Kräuter.

Landkreis Unterallgäu In die Welt der Kräuter führte Monika Riedmüller, Meisterin der Hauswirtschaft, in einer Online-Versammlung der BBV-Landfrauen. Rund 60 Frauen und Männer ließen sich diese Gelegenheit nicht nehmen und klickten sich rein. Kräuter aus unserem Garten seien nicht nur dekorativ, heilsam und eine Bereicherung für den Speisenplan.

Auch als Geschenk für liebe Freunde machen „Kräuterarrangements“ etwas her. Riedmüller ermunterte die Zuhörer Kräuter als Ableger in Töpfen zu ziehen. Generell rät die Referentin dazu, keinen Tee über einen längeren Zeitraum als zwei Wochen zu trinken. Spätestens dann sollen andere Zutaten gewählt werden.

Wirkung lässt nach: kurz über Wasserdampf halten

Beliebt seien Schlaf-Kräutersäckchen. Die folgende Mischung sollte bei Schlafstörungen helfen: Fünf Teile Hopfenzapfen, ein Teil Schlüsselblumenblüten und die gleiche Menge Lavendelblüten in das Säckchen geben und in Kopfnähe platzieren. Für Duftsäckchen geeignete Kräuter sind Beifuss, Waldmeister, Minze, Pelargonie. Gegen Motten schwören viele auf Thymian und Lavendel, berichtete Riedmüller. Die Kräuter in ein Säckchen geben und dann in den Schrank hängen. Wenn der Duft der Kräuter nachlässt könne man das Säckchen kurz über Wasserdampf halten, und die Wirkung werde wieder aufgefrischt.
Auch Badesalz kann mit Kräutern zusammengesetzt werden:
  • Anregend wirken Rosmarin, Bergbohnenkraut, Zitronenthymian, Minze.
  • Haut straffend wirken Brennnessel und Frauenmantel.
  • Für Entspannung sorgen Rose, Lavendel, Melisse und Johanniskraut.
„Experimentieren Sie, bis Sie Ihre Mischung gefunden haben“, riet Riedmüller, allerdings: Anregende, straffende Bäder seien nicht für schwangere Frauen geeignet.
Auch über die Herstellung von Kräutertees informierte Riedmüller und riet zum „eigenen Haustee“.
  • Beispielsweise einen Waldtee, der mit Brombeer-Erdbeer-Himbeerblätter mit Hagebutte hergestellt werden kann.
  • Einen „Liebestee“ aus ungespritzten Rosenblüten.
Rosenzucker oder Lavendelzucker stellte Riedmüller als feine Geschmacksveredler für Desserts oder Kuchen vor. Auch Kräuteröle könne man selber herstellen:
  • Für Pasta oder Pizza ein Öl aus Kräutermischungen je nach Anwendungsbereich aussuchen, etwa mit Basilikum.
  • Für Fleisch, Gemüsetöpfe und ähnliches könne man ein Mischkräuteröl aus Majoran, Thymian, Rosmarin, Lorbeer und Salbei frisch in etwa gleicher Menge mischen.
Hierfür jeweils insgesamt 40 g in ein Glas geben und mit 300 ml Pflanzenöl aufgießen. Zugedeckt an einem warmen Ort ein bis zwei Wochen stehen lassen. Immer wieder kontrollieren und täglich schütteln, Kräuter abseihen und das Glas verschlossen und dunkel aufbewahren.

Orangensaft zugeben für schönere Färbung

Was ist bei der Herstellung von Kräutersirup, etwa Holundersirup, zu beachten? 10 große Holderblütendolden, 40 g Zitronensäure, ein Liter Wasser, ein Kilogramm Zucker herrichten. Dolden mit der Zitronensäure in dem Liter Wasser 24 Stunden lang kalt stellen, danach abseihen. Den aufgefangenen Saft mit Zucker erhitzen und kurz aufkochen lassen. Heiß in sterile Flaschen einfüllen und luftdicht verschließen. Dazu der Tipp der Expertin: Mit der Zugabe von Orangensaft erhält man eine schöne Farbe. Für Sirup eignen sich auch Löwenzahnblüten, Mädesüß und Zitronenmelisse.
Kräutersalz kann auch selbst hergestellt werden: Verschiedene getrocknete Kräuter klein schneiden, mit grobem Salz mischen, in ein Glas einschichten. Dann zwei Wochen ziehen lassen und in eine Salzmühle füllen.