Gespräche

Kombinationshaltung zukunftsfest definiert

Günther Felßner
BLW
am Freitag, 05.02.2021 - 11:20

Der LEH konnte insbesondere überzeugt werden, dass nicht nur Weide, sondern alle Formen der Bewegung möglich sein müssen.

Die Berücksichtigung der Kombinationshaltung in der Stufe 2 der LEH-Haltungsformkennzeichnung spielte zuletzt in den Gremien der geplanten Initiative Tierwohl Rind sowie für das beabsichtigte Zusatzmodul QM-Tierwohl eine zentrale Rolle. Auf BBV-Initiative wurde das Thema in eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der süddeutschen Landwirtschaft und dem LEH ausgelagert. In intensiven Gesprächen und unter großem Einsatz des BBV konnte folgendes Ergebnis erreicht werden:

  • 120 Tage Bewegung,
  • Bewegung umfasst Weide, Laufhof, Abkalbe- und Trockensteherbucht,
  • 2 h Bewegung pro Bewegungstag
  • 4,5 m2 Platz/Tier in Bewegung (mind. 16 m2 zusammenhängende Fläche),
  • eingestreuter Fress- und Liegebereich (Tiefstreu, Stroh- oder Sägemehl).

Der LEH konnte insbesondere überzeugt werden, dass nicht nur Weide, sondern alle Formen der Bewegung möglich sein müssen. Auch bei der Stundenzahl konnten die Landwirtschaftsvertreter mit Sachargumenten die Forderung des LEH nach 6 h abwenden. Der LEH war aber nicht dazu bereit, auch die in Bayern erarbeitete Variante K90+ (90 Bewegungstage kombiniert mit zusätzlichen Kriterien im Anbindestall) anzuerkennen.

BBV-Milchpräsident Günther Felßner, der persönlich an der entscheidenden Arbeitsgruppe teilnahm, bewertet das hart verhandelte Ergebnis: „Wir haben Wichtiges erreicht, aber mussten auch ein Opfer bringen, das uns sehr schwer gefallen ist. Entscheidend ist für uns nun, dass der LEH die Stufe 1 der Haltungsformkennzeichnung und damit die ganzjährige Anbindehaltung nicht durch die Hintertür auslistet.“