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Wettbewerb

Können gezeigt

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Max Riesberg
Max Riesberg
am Freitag, 13.03.2020 - 07:38

Beim Forstlichen Wettbewerb in Kaisheim.

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Kaisheim/Lks. Donau-Ries - Wenn die landwirtschaftlichen Auszubildenden alle zwei Jahre zum Forstlichen Wettbewerb antreten, gibt es keine Verlierer, sondern nur Sieger. Die Teilnehmer zeigen, dass sie verstanden haben, um was es in der Waldwirtschaft geht: um den Erhalt und die Mehrung der Waldfläche, den Erhalt oder die Wiederherstellung eines standortgemäßen Waldzustands, um die Sicherung und Verbesserung der Schutzfunktion des Waldes und nicht zuletzt um die nachhaltige Erzeugung von Holzprodukten. Der Regionalentscheid für die Landkreise Dillingen und Donau-Ries fand heuer an der staatlichen Versuchsstation Neuhof bei Kaisheim statt.

Ausgerichtet wurde der Wettbewerb vom Berufsbildungsamt am AELF Nördlingen. Während die Organsiation in den Händen von Bildungsberater Heinz Merklein lag, sorgte der Bereich Forsten unter seinem Leiter Peter Birkholz für die forstfachliche Vorbereitung. 27 junge Frauen und Männer, allesamt Lehrlinge im ersten und zweiten Ausbildungsjahr, maßen sich im theoretischen Wissen und in ihren praktischen Fertigkeiten. Diese müssen der bäuerlichen Jugend im Rahmen ihrer Berufsausbildung vermittelt werden. Der Wettbewerb soll aber auch zum unfallfreien Arbeiten beitragen.

Mit Pflanzspaten und Motorsäge

Bevor die Auszubildenden ihre Hand an den Pflanzspaten und die Motorsäge legten, galt es erst einmal einen sechzigminütigen Wissenstest zu absolvieren. Dazu gehörte beispielsweise das Bestimmen von Bäumen, Sträuchern und Fraßbildern. Dabei konnten die Teilnehmer eine Höchstpunktzahl von 100 erreichen. Nach dem geistigen Schwitzen ging es an die körperliche Arbeit, die jedoch keine geringere Konzentration verlangte. Der fachpraktische Teil umfasste die Pflanzung (50 Punkte), das Fallkerbschneiden mit Fällschnitt (100 Punkte), den Präzisionsschnitt (50 Punkte) und den Kombinationsschnitt (50 Punkte).

Bei der Pflanzung galt es für die Auszubildenden auf einer Strecke von 15 m insgesamt zehn Pflanzen mit einer Wurzellänge von 20 cm in einem geeigenten, frei gewählten Verfahren in den Boden zu setzen. Dann heulten die Motorsägen auf, mit denen als erste Aufgabe die Fallkerbanlage samt Fällschnitt am Stock durchgeführt werden musste. Dazu wurde ein 30 cm dickes und 1 m langes Stammholzstück so auf dem Untergrund befestigt, dass ein sicheres Arbeiten gewährleistet war. Beim Präzisionsschnitt galt es von einen 30 cm starken, entrindeten Stamm im rechten Winkel zur Stammachse eine gleichmäßig breite Scheibe abzuzsägen. An einem hochgelegten Stamm war als letzte Aufgabe ein Kombinationschnitt durchzuführen, einmal von unten nach oben und dann in umgekehrter Richtung. Dabei sollten die beiden Schnitte wiederum im rechten Winkel zur Stammachse möglichst exakt aufeinandertreffen.

Respekt vor der Leistung

Der Kaisheimer Bürgermeister Martin Scharr bezeugte den Auszubildenden seinen Respekt für ihre Kenntnisse und Fähigkeiten. Diese seien auch erforderlich, um Aufgaben der Waldwirtschaft fachgerecht nachzukommen. Scharr erinnerte an das Ziel des Donau-Ries-Kreises, insgesamt 100.000 Bäume zu pflanzen, die dem Klimaschutz dienen sollen.

Bildungsberater Heinz Merklein dankte den Sponsoren, die die vielen Preise für die Wettbewerbsteilnehmer gestiftet hatten.