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Melkwettbewerb

Junglandwirte qualifizieren sich für den Landesentscheid

Melker
Cornelia Beisser Portrait 2019
Cornelia Beisser
am Freitag, 27.12.2019 - 09:54

Auf dem Weg zum besten Melker Deutschlands müssen Junglandwirte praktische und theoretische Kenntnisse am Spitalhof beweisen.

Kempten - Im Jahr 2020 heißt es wieder auf zum DLG-Bundesmelkwettbewerb – diesmal auf Hofgut Neumühle in Rheinland-Pfalz. Doch dafür müssen sich die Jungbäuerinnen und -bauern erstmal qualifizieren. Drei haben jetzt die erste Hürde beim Bezirksentscheid am Spitalhof in Kempten genommen und sich für den Landesentscheid im Februar, ebenfalls am Spitalhof, empfohlen.

Im Allgäu traten sieben Männer und eine Frau an, um jeweils sechs Kühe im Fischgräten-Melkstand zu melken. Die vierköpfige Jury – Carsten Antholz, Fridolin Schwarz, Nina Dreher und Sabine Mair – beurteilten dabei: Welchen Eindruck der Melker macht (Bekleidung, Sauberkeit), wie er mit den Kühen Kontakt aufnimmt, ob die Reihenfolge des Vormelkens stimmt, ob der Faustmelkgriff passt, ob das Euter gründlich gereinigt und die Kuh gut stimuliert wird. Das Ansetzen der Melkzeuge (Reihenfolge, Bodenkontakt, Luftgeräusche, Geschicklichkeit, Zeit zwischen vorbereiten und Ansetzen) ist ebenso wichtig, wie das rechtzeitige Beenden des Melkvorgangs und ob das Dippen zur Desinfektion und Zitzenpflege nicht vergessen sowie der Arbeitsplatz sauber verlassen wird.

„Ebenso spielen die allgemeine Gewandtheit, das Überwachen der Melkbarkeit, die Zeiteinteilung und Hektik eine große Rolle“, erklärte Preisrichter Antholz. Nach den praktischen Fähigkeiten wurde schriftlich das Wissen um die Agrarpolitik, Rinderzucht und -haltung, Futterwirtschaft, Euteraufbau, Milchinhaltsstoffe und -qualität, Melktechnik sowie Tiergesundheit und Tierschutz abgefragt. „Hier können alle noch eine Schippe drauflegen“, kommentierte Antholz das Testergebnis der Theorie.

Sieger auf Bezirksebene

„Alle dürfen sich als Sieger fühlen“, meinte Hans Epp, Vorsitzender des Milchwirtschaftlichen Vereins Bayern, bei der Siegerehrung. Denn insgesamt lagen die acht Allgäuer nah beieinander. Letzten Endes schnitten Alexander Immler aus Immenstadt-Eckarts mit 106 Punkten (Praxis 73, Theorie 33), Markus Eichinger aus Kimratshofen mit 105 (74/31) und Josef Holzheu aus Buchloe-Honsolgen mit 94 (61/33) am besten ab. Sie werden in der Faschingswoche beim Landesentscheid am Spitalhof versuchen, sich für die Bundesebene zu qualifizieren.

Markus Kennerknecht aus Immenstadt-Eckarts, der den Bezirksentscheid vor zwei Jahren gewonnen hatte, fungierte jetzt als Testmelker. Dessen Melkleistungen, gemessen in kg pro Minute pro Kuhgruppe, dienten als Orientierungs- und Vergleichsmaßstab für die aktuellen Mitstreiter des DLG-Wettbewerbs.

Den Wettbewerb organisiert die DLG alle zwei Jahre auf Bundesebene gemeinsam mit den Landwirtschaftszentren der Länder. Sie will dabei die berufsständische Aus- und Weiterbildung unterstützen, das Berufsfeld landwirtschaftlicher Fachkräfte für die Öffentlichkeit verdeutlichen und die Berufschancen verbessern, die Verbraucherakzeptanz für eine nachhaltige Qualitätsmilcherzeugung erhöhen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse in die landwirtschaftliche Praxis einbringen.