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Jubiläum

Jungbauern: Keine Spur von Resignation

Bezirk Schwaben
Michael Ammich
am Mittwoch, 30.10.2019 - 09:28

Bezirksverband Schwaben der Bayerischen Jungbauernschaft feiert 30-Jähriges.

Auf einen Blick

  • Das Engagement des schwäbischen Bezirksverbands der Bayerischen Jungbauernschaft gilt dem ländlichen Raum.
  • Es geht auch um Brauchtum, das Miteinander und den Erfahrungsaustausch.
  • Die Zahl der Mitglieder steigt.

Wörleschwang - Wer sich hier aktiv beteiligt, dessen Herz schlägt für die Landwirtschaft. In Wörleschwang feierte der schwäbische Bezirksverband der Bayerischen Jungbauernschaft sein 30-jähriges Gründungsjubiläum und durfte dabei auf zahlreiche engagierte Mitglieder schauen, denen die Landwirtschaft nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung ist. „Die Landjugend verbindet ein Leben lang, wir prägen und gestalten den ländlichen Raum und erhalten das Brauchtum“, brachte der BJB-Landesvorsitzende Georg Rabl die Motivation der jungen Bäuerinnen und Bauern auf den Punkt.

„Ohne uns wird das alles in Vergessenheit geraten und der ländliche Raum würde sich stark verändern“, bekräftigte Rabl auf der Jubiläumsfeier vor rund 90 Gästen. Sein Appell an die schwäbische Jungbauernschaft: „Engagiert Euch weiterhin und reißt die Leute mit!“ Das scheint den Schwaben auch zu gelingen, da sich der Landesvorsitzende ganz besonders über die stetig steigende Mitgliederzahl im Bezirksverband freute.

Im Grunde sind wir alle miteinander Dorfkinder

Jungbauernschaft Schwaben

Als Bezirksvorsitzende hatte Theresa Stetter die Feier eröffnet. „Es geht um das Miteinander und den gegenseitigen Erfahrungsaustausch“, fasste sie die Basis der Jungbauernarbeit zusammen. Das sei sicher auch der Grundgedanke gewesen, als sich im Jahr 1980 die Donau-Rieser Jungbauernvereinigung als erste in Schwaben der Bayerischen Jungbauernschaft angeschlossen hat. Damals wurden die Schwaben mangels eigenem Bezirksverband noch von der oberbayerischen Jungbauernschaft verwaltet. Aber sie seien bald darauf gekommen, dass sie das auch selber können, sagte Stetter. 1989 hoben sie deshalb den schwäbischen BJB-Bezirksverband aus der Taufe. Stetter freute sich, mehrere Gründungsmitglieder begrüßen zu können. „Anfangs war unser Verband noch mehr landwirtschaftlich geprägt“, stellte sie fest. „Aber im Grunde sind wir alle miteinander Dorfkinder.“

„Die Jungbauernschaft braucht Leute, die mitziehen und Spaß daran haben“, sagte BJB-Landesgeschäftsführer Andreas Ganal, selbst ein Schwabe aus dem Bodenseeraum. Als Landwirt und Mitglied des schwäbischen FDP-Bezirksvorstands hoffte Herbert Blaschke aus Burgau, dass es die schwäbische Jungbauernschaft und die schwäbische Landwirtschaft auch in den kommenden 30 Jahren noch geben wird. Die bäuerlichen Familien sind eine tragende Säule der Gesellschaft, betonte Blaschke.

Ortsgruppen gegründet und aufgelöst

Einen kurzen Rückblick auf die vergangenen Jahre gab der BJB-Bezirksvorsitzende Hermann Kobinger. Erfreulich: 2017 gründete sich die Landjugend Lauchdorf und 2018 die Landjugend Augsburg. Weniger erfreulich: Im vergangenen Jahr hat sich die Landjugend Lindau aufgelöst. Kobinger ließ die Höhepunkte der Arbeit im schwäbischen Bezirksverband Revue passieren.

Dazu gehörten u. a. die Kalendergirl-Party 2014 in Nördlingen, 2016 eine Lehrfahrt nach Polen, die Eintragung des Bezirksverband als e. V. und die Teilnahme an Schauen. Jährlich findet jeweils auf dem Betrieb eines Verbandsmitglieds ein Vorständetreffen und im Allgäu ein Milchseminar statt. Zum Bedauern Kobingers musste die Anzahl der Veranstaltungen zurückgefahren werden, weil sich immer weniger Teilnehmer meldeten.

„Für das Anschieben ist das Ehrenamt zuständig und nicht der Bildungsreferent“, stellte Karl Wagner klar. Als Bildungsreferent der Schwaben-BJB dankte er allen, die sich aktiv an der Verbandsarbeit beteiligen, und gab einen Ausblick auf die künftige Arbeit. So findet demnächst wieder eine Junglandwirtetagung in Grainau statt und ein Milchseminar in Erkheim mit Ludwig Hartmann, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im bayerischen Landtag, bevor es im Januar 2020 zur Grünen Woche nach Berlin und im Februar zur Agrar Regio in Augsburg geht. Weiter ist für das kommende Jahr eine Lehrfahrt nach Sachen-Anhalt geplant, ein Landjugendseminar in Herrsching und ein Gruppenleiterlehrgang in Grainau.

Glückwünsche vom BBV-Bezirksgeschäftsführer

Der Vorsitzende des Heimstättenvereins der Bayerischen Jungbauernschaft in Grainau, Herwig Leipert, erinnerte daran, dass es bis 1989 in Bayern keine Jungbauernschaft als Vertretung des bäuerlichen Nachwuchses gab, sondern einzig und allein die Landjugend Lindau – und ausgerechnet diese existiere heute nicht mehr. Leipert hob die gute Beziehung der schwäbischen BJB zur seit 60 Jahren bestehenden Jungbauernschule in Grainau hervor.

Auch BBV-Bezirksgeschäftsführer Markus Müller beglückwünschte die schwäbische Jungbauernschaft zu ihrem 30-jährigen Gründungsjubliäum. Für sie gelte immer noch das Motto, das bei ihrer Gründung die Schlagzeile einer Tageszeitung schmückte: „Jungbauern resignieren nicht.“ Um sie zu unterstützen, werde sich der Bauernverband massiv gegen das Agrarpaket der Bundesregierung und die erneute Verschärfung der Düngeverordnung stellen.

Aufgelockert wurde die Feier durch das Mitwirken der Festgäste. In Gruppen beteiligten sie sich an einem Quiz mit Fragen zur Gesellschaft und Politik sowie zur Jungbauernschaft. Außerdem wurde ein Wünsche-Baum aufgestellt und beschriftet. Für große Heiterkeit sorgte ein Gruppenwettbewerb, bei dem es einen möglichst hohen Turm aus instabilen Maisstärke-Klötzchen zu errichten galt. Ein Glück, dass sich die schwäbische Jungbauernschaft in all den Jahren als weitaus stabiler erwies als die Klötzchen.