Bezirksversammlung

Jungbauern: Große Solidarität

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Michael Ammich
am Donnerstag, 09.04.2020 - 09:34

Jungbauern treffen sich zur Bezirksversammlung.

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Wörleschwang/Lks. Augsburg Der schwäbische Bezirksverband der Bayerischen Jungbauernschaft spürt Wind unter den Flügeln. Allein im vergangenen Jahr haben sich ihm 85 Neumitglieder angeschlossen. Zumindest unter den jungen Bäuerinnen und Bauern fördert die Krise der Landwirtschaft den Zusammenhalt. Das große Jammern war noch nie die Sache der jungen Bäuerinnen und Bauern, wie sich im Rückblick auf ihre Versammlungen in den vergangenen zwanzig Jahren feststellen lässt. Sie lassen sich nicht entmutigen, sie packen an und üben sich in Solidarität. So legte sich auch über die diesjährige Bezirksversammlung nicht der Hauch einer schlechten Stimmung. Begrüßt wurden die Vorstände der schwäbischen Kreisorganisationen von den beiden Bezirksvorsitzenden Theresa Stetter und Hermann Kobinger. Im Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate sprachen sie nicht von der Düngeveordnung oder dem Preisdruck auf Agrarprodukte, sondern über die vielfältigen Tätigkeiten im Bezirk.
Dazu gehörte der Auftritt auf der Regio Agrar in Augsburg, eine Lehrfahrt in die Region Köln und Aachen, das beliebte Vorständetreffen, Aktionen im ländlichen Raum, die Mitarbeit in anderen Organisationen wie den Kreisjugendringen oder dem Bauernverband und ganz besonders die große 30-Jahr-Feier der schwäbischen Jungbauernschaft.

Wachsende Mitgliederzahl

Derzeit zählt der schwäbische Bezirksverband 1319 Mitglieder. Das sind 85 Mitglieder mehr als im Vorjahr, wie Bildungsreferent Karl Wagner erklärte. Allein auf der Regio Agrar konnten 30 Neumitglieder geworben werden. Darüber freute sich auch die Landesvorsitzende Tina Stünzendörfer, die den Schwaben ein starkes Engagement bescheinigte. Gemeinsam mit ihr stellte sich den Vorständen die neue Landesgeschäftsführerin Carla Thamm vor. Der Augsburger Diözesanvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung, Lukas Hofmann, zeigte sich in seinem Grußwort offen für eine engere Zusammenarbeit seines Verbands mit der Jungbauernschaft.

Als Vorsitzender des Heimstättenvereins der Jungbäuerinnen- und Jungbauernschule in Grainau erläuterte Herwig Leipert die geplanten Baumaßnahmen in der Bildungseinrichtung. Ihre 120 Betten seien zwar gut ausgelastet, aber sie stünden überwiegend in Mehrbettzimmern. Das entspreche nicht mehr einem wettbewerbsfähigen Standard, räumte Leipert ein. Deshalb ist neben einem neuen Tagungsbereich auch der Bau von Einzelzimmern vorgesehen. Für die Investition wird eine Summe von bis zu 6 Mio. € veranschlagt. Dafür wurden dem Heimstättenverein als Träger der Grainauer Schule bereits Fördergelder in Höhe von 2,5 Mio. € in Aussicht gestellt. .

Grainauer Grundkurs ist wichtiger Pfeiler

Die Jungbäuerinnen- und Jungbauernschule habe stets wirtschaftlich gearbeitet, versicherte der Vorsitzende des Trägervereins. Dieser selbst stehe jedoch finanziell auf schwachen Beinen, was die Unterstützung durch den Bauernverband umso wichtiger mache. Auch das vergangene Jahr habe die Schule mit einem finanziell positiven Ergebnis abgeschlossen, nachdem ihre Betten hervorragend belegt waren. Die gute Auslastung bedürfe wiederum eines entsprechendes Personals, erklärte Leipert. Dieses sei jedoch immer schwieriger zu bekommen. Ein wichtiger Pfeiler der Grainauer Schule sei der Grundkurs, für den heuer im Januar alle verfügbaren Betten belegt waren. Sieben Teilnehmer kamen aus Schwaben.

Die Augsburger Kreisbäuerin Andrea Mayr freute sich über die vielen Aktivitäten der schwäbischen Jungbauernschaft in einer schwierigen Zeit. Der Verband zeige seine Flagge, was beispielsweise mit Blick auf die neue Düngeverordnung auch dringend nötig sei.
Eine besondere Ehrung wurde Jennifer Schneider zuteil. Bezirksvorsitzender Hermann Kobinger und Vizevorsitzende Ludwina Peter überreichten ihr für ihr langjähriges Engagement auf der Bezirks- und Landesebene der Jungbauernschaft einen Blumenstrauß.