Umwelt

Intaktes Moor leistet aktiven Klimaschutz

Mn-Stracke Moor-PM-21.9.
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Redaktion Wochenblatt
am Freitag, 22.10.2021 - 13:37

Die Ostallgäuer Landrätin informierte im Schwindenmoos im Geltnachtal über durchgeführte Maßnahmen. Der Bund steuert Gelder bei.

Marktoberdorf/Lks. Ostallgäu MdB Stephan Stracke informierte sich im Schwindenmoos im Geltnachtal mit der Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker über die hier durchgeführten Maßnahmen zum Schutz und Erhalt des Moores sowie über die Fortsetzung der Förderung der Naturschutzprojekte der Allgäuer Moorallianz für die kommenden acht Jahre.

„Ein intaktes Moor erfüllt wichtige Funktionen für den Klimaschutz, denn Moore binden CO2. Daneben bieten Moore wertvolle Lebensräume, tragen zum Artenschutz bei und sind wichtig für den Wasser- und Nährstoffhaushalt“, so Stracke zum Auftakt des Fachgesprächs. Stracke ist in seiner Fraktion für den Bereich Umwelt zuständig.

Löwenanteil vom Bund

Das Fördergebiet umfasse mit einer Fläche von rund 14 000 ha fünf bedeutsame Moorlandschaften. Insgesamt 9 Mio. € wurden und werden hier in den Erhalt von Mooren investiert. Von Seiten des Bundes komme dabei der Löwenanteil der Förderung mit rund 6,7 Mio. €, weitere 15 % steuert der Freistaat bei. Der Eigenanteil der Landkreise liege bei zehn Prozent der Kosten. Heuer endet die erste Förderphase. Die beiden Landkreise setzten nun alles daran, dass die Förderung nahtlos fortgeführt wird.

Stracke ist von den vielfältigen Maßnahmen zum Schutz und Erhalt der Moorlandschaften im Allgäu begeistert. Er werde sich dafür einsetzen, dass die Bundesförderung der gesamten Projekte der Allgäuer Moorallianz für die beantragten nächsten acht Jahre fortgesetzt werde. Auf rund 6,7 Mio. € beläuft sich der Bundesanteil nach dem aktuellen von der Moorallianz vorgelegten Finanzierungsplan.

Baustraße aus Rundholz

Die Ziele des Klimaschutzgesetzes seien klar definiert, sagte Stracke. Die Senkenleistung der Moore ist hier ausdrücklich genannt. Im Schwindenmoos wurden in den Sommermonaten verschiedene Dammbauwerke erstellt, mit dem Ziel, die entwässernden Gräben und Torfstiche in geeigneter Weise wieder zu vernässen. Die einzelnen Baufelder im Gelände seien aufgrund der starken Vernässung nur mit Spezialmaschinen und dem Einsatz von Baumatten sowie temporären Baustraßen aus Rundholzstämmen erreichbar. „Die Dammbauarbeiten wurden abgeschlossen, in diesem Herbst sollen noch Korrekturen an den Umlaufgerinnen nachgearbeitet werden. Die Rundholztrasse wird nach Abschluss aller Arbeiten entfernt“, teilte die Landrätin mit. Insgesamt schlägt die Moorbaustelle im Schwindenmoos mit rund 180 000 € Kosten zu Buche.
Hierzulande gelten mehr als 90 % der Moorflächen als entwässert. Sie wurden trockengelegt, um Torf zu stechen und Land- und Forstwirtschaft zu ermöglichen. Entwässerte Moore können jedoch ihre wichtigen Funktionen für Natur- und Klimaschutz nicht erfüllen.