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Holzmarkt

Holzabsatz: Lager leeren sich, Preise im Keller

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Susanne Lorenz-Munkler
am Dienstag, 18.08.2020 - 11:04

Die forstlichen Zusammenschlüsse bauen ihre Lager ab. Für die Waldbesitzer gibt es meist nur Dumpingpreise von 20 bis 30 €/fm.

Waltenhofen/Lks. Oberallgaeu - Räumt eine Firma ihre Lager, ist das meist mit Sonderangeboten seitens des Unternehmens verbunden. Seit die Lagerplätze der forstlichen Zusammenschlüsse im Allgäu langsam abgebaut werden, gibt es für die Waldbesitzer ebenfalls nur Dumpingpreise von 20 bis 30 €/fm. Besonders der Schnittholzmarkt geriet durch Corona zusätzlich unter Druck, nachdem die Grenzen geschlossen worden waren. Das Holz, das nicht verkauft werden konnte, musste auf Holzpoltern gestapelt werden. Der spektakulärste Polter im Oberallgäu dürfte sich an der B 19 nahe Waltenhofen befunden haben, wo über 4500 fm lagerten.

Neue Absatzmöglichkeiten hinzugewonnen

„Erfreulicherweise konnten wir schnell neue Absatzmöglichkeiten auftun, sodass zwei Lager bereits geräumt sind. Die beiden anderen Lager werden wohl bis Ende August geräumt sein“, berichtet Geschäftsführer Roman Prestele. Durch die enge Zusammenarbeit mit AELF und betroffenen Waldbesitzern habe man erreicht, dass die Kosten der Zwischenlagerung über die erhöhte staatliche Förderung abgedeckt wurden. Durch schlagartigen Mengenanfall wird es leider wenig erfreuliche Holzabrechnungen geben“, warnt Prestele die knapp 3000 FBG-Mitglieder. Auch wenn das für die Waldbesitzer wenig tröstlich sein dürfte: Es zeigen sich erste Signale, dass zum Spätsommer und Herbst hin frisch geschlagenes Holz vielleicht wieder besser nachgefragt wird.

Zunehmend benötigten die Sägewerke auch wieder frisches Holz, weil Schadholz allein nicht für alle Verwendungen in Frage kommt. Im Gegenzug müsse der Holzpreis einen gehörigen Sprung nach oben machen, damit die FBG den Waldbesitzern empfehlen kann, verschobene oder geplante Einschläge anzugehen.

Jetzt zeige sich, dass sich der Aufwand für die schnelle Aufarbeitung und Abfuhr zu Zwischenlagern gelohnt hat. „Wir haben bislang noch keine Rückmeldung über größeren Stehendbefall“, betont Prestele. „Aber jetzt beginnt die hochakute Phase. Schauen Sie alle vierzehn Tage nach Ihrem Wald und greifen Sie schnell ein, wenn Käferbefall zu verzeichnen ist.“