Bildung

Guter Zusammenhalt, gute Noten

LWS_KE_2020-21
BLW
am Montag, 26.04.2021 - 09:26

Ein Ausnahmejahrgang wurde an der Landwirtschaftsschule Kempten verabschiedet. Schulleiter Dr. Alois Kling überreichte die Zeugnisse.

Kempten Aufgrund der aktuellen Situation gab es für die Absolventen der Landwirtschaftsschule Kempten in diesem Jahr keine feierliche Abschlussfeier. Im Rahmen eines Schultages konnten die Studierenden aber dennoch ihre Abschlusszeugnisse entgegennehmen. Alle 14 Studierenden haben die dreisemestrige Weiterbildung zum „Staatlich geprüften Wirtschafter für Landbau“ erfolgreich gemeistert.

Im Rahmen ihres „letzten Schultages“ überreichte nun Schulleiter Dr. Alois Kling die Zeugnisse – statt wie geplant bei einer großen Schulschlussfeier allerdings im sehr kleinen Rahmen. Er freute sich mit den Absolventen, dass sie diesen Meilenstein in ihrer beruflichen Laufbahn erfolgreich abgeschlossen haben. Auf die feierliche Verabschiedung mit ihren Familien und Ehrengästen mussten die jungen Landwirte dieses Jahr verzichten. Stattdessen wurde die Mittagspause genutzt, um sich zumindest für ein gemeinsames Abschlussfoto in Schale zu werfen – „ein typisches Coronafoto“ zwar, aber immerhin eine Erinnerung an die gemeinsame Zeit an der Schule. Der Schultag war der erste Präsenztag seit über drei Monaten und „allein schon deswegen etwas Besonderes“.

Spitzen-Noten fürdas Semester

Einen Ausnahmejahrgang stellten die Absolventen gleich in mehrerlei Hinsicht dar. So wurden zwei Drittel des Unterrichts im Abschlusssemester digital abgehalten, Stegreifaufgaben online abgegeben und digitale Lerngruppen eingerichtet. Aufgrund des starken Zusammenhaltes im Semester, aber auch aufgrund des persönlichen Ehrgeizes und Engagements jedes einzelnen, fielen die Noten so gut aus wie seit Jahren nicht mehr. Die drei Jahrgangsbesten schließen mit der Gesamtnote „sehr gut“ ab und erhielten für diese Leistung ein Weiterbildungsstipendium des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. „Einen Corona-Bonus gab es definitiv nicht“, wie Semesterleiterin Franziska Bauer betonte. Die Schulschlussprüfungen seien vom Niveau mit den Vorjahren vergleichbar. „Es waren einfach alle sehr fleißig“, da sind sich Studierende und Lehrkräfte einig. Außerdem seien viele „Ablenkungen, wie das Bauen vom Faschingswagen“ dieses Jahr weggefallen, „da ist mehr Zeit zum Lernen geblieben“.
Die Landwirtschaftsschule bereitet zukünftige Betriebsleiter darauf vor, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen. In der Schule lernen die jungen Landwirte das nötige Handwerkszeug, um einen Betrieb zu analysieren und weiterzuentwickeln. Daneben gibt es Exkursionen und Projekte an der Schule. Im letzten Winter war dies nur eingeschränkt und oft nur digital möglich. Ein Highlight war auch ein Kochabend mit den Teilnehmerinnen der Teilzeitschule Hauswirtschaft, der im Herbst in Präsenz stattfinden konnte.

Wertvolle Bausteine für die Meisterprüfung

In die Weiterbildung an der Landwirtschaftsschule sind bereits viele Bausteine der Meisterprüfung integriert, die auch alle Absolventen anstreben. Die Landwirtschaftsschule Kempten legt dabei großen Wert darauf, nicht nur produktionstechnisches und betriebswirtschaftliches Wissen zu vermitteln. Sie sensibilisiert die künftigen Betriebsleiter auch dafür, dass für eine erfolgreiche Betriebsführung und ein zufriedenes Leben auch ein intaktes Familienleben und ein gutes Auskommen der Generationen unverzichtbar sind.

Zudem müssen die zukünftigen Betriebsleiter in der Landwirtschaft Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen und den Berufsstand auch „nach außen“ entsprechend positiv vertreten.