Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Bodenpflege

Gute Bodenstruktur erhalten

Toni Ledermann
am Montag, 23.05.2022 - 07:00

Feldvorführung zu Erosionsschutz im Mais mit einem Regensimulator.

on_bild_01memm5_1250

Der Eine oder Andere hat noch die Erosionen nach den Starkregenereignissen des letzten Jahres im Kopf: Wertvoller Humus wurde abgespült und landete auf Straßen und Grundstücken. Bei der Feldvorführung des AELF Krumbach-Mindelheim und MR-Allgäu-Schwaben zu Erosionsschutz im Mais wurde jetzt ein solcher Regen nochmals mit dem LfL-Regensimulator vorgeführt.

Die Begrüßung erfolgte durch den Bereichsleiter Landwirtschaft Dr. Reinhard Bader vom AELF Krumbach-Mindelheim. Klimaveränderungen, die sich durch Starkregen-Situationen oder Trockenphasen in Zukunft äußern werden, seien ein ernst zu nehmendes Problem. Deshalb sei es wichtig, eine gute Struktur im Boden zu erhalten und das Gefüge langfristig stabil zu halten.

on_bild_01memm2_1247

Bader erläuterte die Vorteile, auf hügeligen Äckern über den Winter eine Zwischenfrucht anzubauen. Wird diese Zwischenfrucht im Frühjahr nicht gepflügt, könne der Aufwuchs weiterhin zum Erosionsschutz dienen und der Mais entweder direkt in die Zwischenfrucht oder über ein Mulchsaatverfahren ausgesät werden.

Pflanzenbauberaterin Veronika Mayr stellte den LfL-Regensimulator vor, der eindrucksvoll aufzeigte, wie die einzelnen Bodenarten das Regenwasser mehr oder weniger in tiefere Schichten durchlassen. Aus verschiedenen Feldstücken wurden vier Bodenblöcke ausgestochen. Die Hangneigung wurde über das Schrägstellen der Bodenblöcke eingestellt. Spritzdüsen simulierten einen Regenschauer, der nach kurzer Zeit den unterschiedlichen Bodenabtrag verdeutlichte, indem Wasser samt abgeschwemmtem Boden in Messbehältern aufgefangen wurde.

Dabei wurde für jedermann deutlich: Die Varianten mit Bodenbedeckung zeigten deutlich weniger Bodenabtragung und oberflächliche Erosion als der blanke Ackerboden. Der Bewuchs fängt zudem die mechanische Energie der Regentropfen ab und verhindert ein Verschlämmen der Bodenoberfläche. Dadurch kann das Wasser besser vom Boden aufgenommen werden. Deutlich wurde auch: Die geringste Infiltrationsleistung war auf verdichtetem Boden zu sehen.

Ernst Bommer, Berater bei der Saatgutfirma KWS, ging auf die verschiedenen Anforderungen bei der Saat ein. Hinsichtlich der Standortansprüche seien insbesondere die folgenden Faktoren zu berücksichtigen:

  • Das Angebot an Wärme und Nährstoffen im Laufe der Vegetation
  • die Erwärmung des Standortes im Frühjahr
  • die Menge an Niederschlag während der Vegetation beziehungsweise pflanzenverfügbare Wassermenge im Lauf der Vegetation und
  • das Auftreten von Krankheiten und Schädlingen.
on_bild_01memm4_1249

Landwirt Daniel Fendt erläuterte Zeitpunkt der Aussaat, sowie die Bestandsentwicklung der Zwischenfrucht nach der Gerstenernte im Jahr 2021, bis zu den zuletzt durchgeführten Düngemaßnahmen mit dem Schleppschuh.

Dann ging es los: Im Einsatz waren ein achtreihiger Horsch Maestro 8.75 CC, dessen Technik und Arbeitsweise Fahrer Martin Krepold vorstellte. Als weiteres Gerät war das Monosem NG 4 + Saatgerät vor Ort, das Kaspar Thoma präsentierte.

Bei beiden Sämaschinen wurde nacheinander überprüft, mit welcher Intensität sie die Samen in den Boden legten. Als Richtwert galten fünf Zentimeter Tiefe, wobei die Fahrer Kaspar Thoma und Martin Krepold mit ihren Maschinen jeweils den Druck verändern konnten, um auf diese Tiefe zu kommen. Pflanzenbauberaterin Andrea Finkel (AELF) moderierte die Vorführung.

Vom Traktor runter

on_bild_01memm8_1254

Die Fachleute zogen am Schluss der Feldvorführung das Resümee, dass eine erfolgreiche Maissaat sehr vom persönlichen Engagement des Maschinenführers zusammenhängt, da nur durch häufiges Absteigen und Kontrollieren der Saattiefe eine erfolgreiche Aussaat ermöglicht wird.

Bommer ergänzte in diesem Zusammenhang, dass es inzwischen auch schon Techniken gebe, bei denen die genaue Tiefe vorab eingestellt werden kann, die dann während der gesamten Saat beibehalten wird. Der Druck passe sich dabei den Bodenverhältnissen individuell an.