Düngeverordnung

Gülle ausbringen - 80 000 Euro Schlagkraft

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Michael Ammich
am Montag, 13.08.2018 - 13:53

15 Landwirte investieren in ein neues Güllefass.

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Enkingen/Lks. Donau-Ries Gut für die Maschinenringe, aber schlecht für die Bauern: Die neue Düngeverordnung mit ihren komplizierten Bestimmungen, Dokumentationspflichten, Sperrfristen und Vorgaben zur Ausbringtechnik überfordert die Landwirte, sodass viele von ihnen die lästige Bürokratie gegen eine Gebühr von den Ringen erledigen lassen. Auch die enormen Kosten für die bodennahe Gülleausbringung überfordern kleine und mittlere Betriebe. Im Ries hat sich jetzt eine Güllegemeinschaft gegründet, für die der Maschinenring Nordschwaben ein schlagkräftiges Schleppschuh-Güllefass angeschafft hat. Kostenpunkt: Rund 80 000 €.
Mitte Juli wurde das nagelneue Güllefass auf dem Betrieb von Friedrich Hubel in Enkingen übergeben. Der Landwirt führt einen viehlosen Ackerbaubetrieb und darüber hinaus eine gut ausgestattete Werkstatt. Wie bereits der Kompoststreuer des Maschinenrings wird künftig auch das Güllefass auf Hubels Hof stehen und von ihm betreut werden. 15 Landwirte aus dem Ries und Baden-Württemberg haben für jährlich insgesamt 11 500 m³ Gülle gezeichnet, erklärt Ringvorsitzender Ulrich Schildenberger. „Damit hat unser Ring die Sicherheit, dass sich die Anschaffung des Fasses auch rechnet.“
Im vergangenen November hatte der Ring in einem Informationsschreiben seine Mitglieder auf die Vorgabe der neuen Düngeverordnung hinsichtlich der Ausbringtechnik aufmerksam gemacht. Demnach darf ab dem Jahr 2020 die Gülle auf Ackerflächen nicht mehr mit einem Breitverteiler ausgebracht werden, um die Ammoniak-Emissionen zu reduzieren. Übrig bleibt damit nurmehr das Ausbringen per Schleppschuh oder Injektor. Von 20 Betrieben, die ursprünglich ihr Interesse an einer schlagkräftigen Ausbringtechnik bekundet haben, hatten am Ende 15 tatsächlich gezeichnet. Diese können jetzt das neue Güllefass kostengünstiger ausleihen als Ringmitglieder, die nicht gezeichnet haben.
Hergestellt wurde das Fass von der Firma Fuchs und ausgeliefert vom Landmaschinenhandel „Rieser Agrartechnik“ in Baldingen. Fuchs-Gebietsvertreter Friedrich Pfister führte kurz in die Technik der Maschine ein. Das Gerät verfügt über eine Ladekapazität von 15 m³ und eine Arbeitsbreite von 15 m.
An die Schleppschuhe verteilt wird die Gülle über einen Bomech-Verteiler. Außerdem ist das Fass mit einer eigenen Bordhydraulik ausgestattet, die über die Zapfwelle angetrieben wird. Der Vorteil: Es kommt nicht zur Vermischung der verschiedenen Hydrauliköle durch die unterschiedlichen Schlepper, die vor das Fass gespannt werden.
Das Fass kann entweder über einen Saugarm von einer Station oder einem Zubringfass, über einen oben angebrachten Schieber oder auch mit einem herkömmlichen Schlauch befüllt werden. Es verfügt über 800 mm breite und 32,5 Zoll hohe Reifen. Die große Bereifung erfordert ein hydraulisches Fahrwerk, das wiederum ein komfortables Fahren ohne Rumpeln ermöglicht. Die Zeiteinteilung für das Fass besorgt der Maschinenring. Für die Zuteilung des Fasses können die Landwirte auch auf eine neue App des Maschinenrings zurückgreifen.

Sehr gut läuft bislang der Kompoststreuer des Maschinenrings Nordschwaben. Seine Anschaffung erfolgte über dasselbe System wie beim Kauf des Güllefasses. Rund 20 Landwirte hatten 2006 für jährlich insgesamt 500 Fuhren gezeichnet. In der Folge kaufte der Ring einen Kompoststreuer mit einem Ladevolumen von 15 m³. Nachdem sich dieser Geschäftsbereich mit mehr als 800 Fuhren glänzend entwickelt hat, investierte der Ring schon 2011 in einen Streuer mit einer Kapazität von 16 m³. 2016 wurde dann für rund 50 000 € noch einmal ein neuer Streuer mit einer Kapazität von 18 m³ Kompost angeschafft.