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Schulabschluss

Grund zum Feiern gab es genug

Abschluss-Landwirtschaftsschule Augsburg
AELF Augsburg
am Donnerstag, 09.04.2020 - 09:20

Aber auch in Augsburg muss die Schlussfeier der Landwirtschaftsschule entfallen

Stadtbergen/Lks. Augsburg Erstmals mussten heuer die Absolventen der Augsburger Landwirtschaftsschule auf ihre Abschlussfeier verzichten. Dem Corona-Virus war es zu verdanken, dass ihnen die Zeugnisse und Urkunden auf dem Postweg zugeschickt werden mussten. „Das ist umso bedauerlicher, als es sich um ein besonders leistungsstarkes und engagiertes Semester handelt, das ausgezeichnet mit den Lehrkräften zusammengearbeitet hat“, wie Schulleiter Konrad Hörl anerkennend mitteilt.

Stolz sein auf das Geleistete

So ruft er seinen Absolventen jetzt aus der Ferne zu: „Sie können stolz sein auf das, was Sie in ihrer Schulzeit geleistet haben!“ Die Studierenden hätten sich nicht nur viel Wissen angeeignet, sondern – und das sei noch viel wertvoller – auch die Kompetenz zur Führung eines Betriebs. Überdies hätten sie sich nicht von den politischen Entwicklungen irritieren lassen und nicht am Sinn einer möglichst guten landwirtschaftlichen Ausbildung gezweifelt. „Ein ehemaliger Absolvent wollte nämlich kürzlich seinen Meisterbrief bei mir zurückgeben“, so Hörl. „Er hat mich gefragt, warum er eine Ausbildung machen soll, wenn ja ohnehin alles bis ins Detail per Gesetz geregelt ist und die gute fachliche Praxis scheinbar keine Rolle mehr spielt.“

Handlungs- und Entscheidungskompetenz

In der Ausbildung werde jedoch nicht nur berufliches Wissen vermittelt, erklärt der Schulleiter. Vielmehr werden auch Schlüsselqualifikationen erworben, beispielsweise Handlungs- und Entscheidungskompetenzen oder die Fähigkeit zur Analyse von Problemen. Besonders am Herzen liegt Hörl die Sozialkompetenz: Wie gehe ich mit Menschen um, mit Mitarbeitern, Berufskollegen und meiner Familie? „Einmal erworbene Kompetenzen verlieren nicht an Wert. Sie helfen das Unternehmen durch Krisen zu steuern und in eine gute Zukunft zu führen.“ Daher mache eine gute Ausbildung immer Sinn.

Wo sind Gewinnreserven und Perspektiven?

In der Landwirtschaftsschule haben die Studierenden ihre Betriebe auf Stärken und Schwächen abgeklopft, nach Gewinnreserven gesucht und Perspektiven für die Weiterentwicklung abgeschätzt. Das sei wichtig, weil der Anpassungsdruck selten so hoch war wie heute, sagt Hörl. Darin lägen aber auch Chancen – ein Grund mehr, besonnen und selbstbewusst nach der Schulzeit zurück auf die Höfe zu gehen. Besonnenheit bedeute auch, auf dem Betrieb jetzt nicht alles auf einmal umzukrempeln, sondern gemeinsam mit der Familie und dem Lebenspartner die Zukunft anzupacken. Hörls Dank gilt ebenso den Eltern der Absolventen, die ihren Töchtern und Söhnen den Schulbesuch trotz der zusätzlichen Arbeitsbelastung auf dem Hof ermöglicht haben.

2,03: ein hervorragender Gesamtdurchschnitt

Das Semester schloss die Prüfungen mit der hervorragenden Gesamtnote 2,03 ab. Zwölf Studierende haben die Landwirtschaftsschule erfolgreich abgeschlossen. Zwei von ihnen stammen aus dem Landkreis Augsburg, neun aus dem Nachbarlandkreis Aichach-Friedberg und einer aus dem Kreis Günzburg. Der Jahrgangsbeste Stefan Pech aus Untermeitingen erhielt für die Traumnote 1,16 ein Stipendium des Landwirtschaftsministeriums. Zweitbester Absolvent mit der Note 1,25 war Simon Ringler aus Langerringen, der ebenfalls mit einem Staatsstipendium bedacht wurde. Zu den Prüfungsbesten gehörten auch Josef Asam aus Tödtenried und Christoph Schwegler aus Aindling (jeweils Note 1,58). Die Beiden durften sich über Bildungsgutscheine des Bauernverbands für das umfangreiche Fortbildungsangebot in Herrsching freuen.
Ihre Zeugnisse entgegennehmen konnten auch Tobias Drexler (Steindorf), Fabian Gutmann (Ecknach), Florian Haberle (Pöttmes-Aumühle), Thimo Higl (Rehling-Unterach), Maximilian Näßl (Ried-Burgstall), Johannes Nefzger (Hollenbach-Hirschbach), Georg Triebenbacher (Sainbach) und Maximilian Miller (Krumbach-Billenhausen).