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Futtertrocknung

Grüngut: Alles im Trockenen

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Michael Ammich
am Montag, 25.05.2020 - 10:45

Das Trocknungswerk Leibi steht finanziell auf gesunden Füßen.

„Von der Coronakrise spüren wir fast nichts“, fasst Geschäftsführer Konrad Wolf die aktuelle Lage im Trocknungswerk Leibi zusammen. Auch ansonsten steht die Genossenschaft finanziell auf gesunden Füßen. Im vergangenen Jahr konnte sie einen Überschuss von rund 60 000 € erzielen, mit 2,427 Mio. € überstieg der Umsatz das Vorjahresergebnis um rund 187 000 €.

Maskenpflicht im Parteiverkehr

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Ein wenig bekamen die Besucher des Trocknungswerks Anfang Mai die Coronakrise dann aber doch zu spüren. Im Büro galten für den Parteiverkehr eine Maskenpflicht und das Abstandsgebot. Und dann war da noch eine Kleinigkeit, die bei den Technikern im Trocknungswerk für Stirnerunzeln sorgte: Ersatzteile für die Maschinen waren zuweilen nur unter erschwerten Umständen aufzutreiben, nachdem es in der Industrie allerorten Lieferschwierigkeiten gab.

Aich im vergangenen Jahr wurden in Leibi 2019 einige Investitionen getätigt, beispielsweise für einen Waschplatz mit 50 000 €, eine neue Abrechnungssoftware mit rund 30 000 €, eine neue Telefonanlage mit 4700 € und eine neue Brandschutztechnik für die Grastrocknung mit rund 50 000 €. Im Raum steht jetzt auch eine Erweiterung des Brandschutzes für die Maistrocknung, die noch einmal bis zu 90 000 € kosten würde. „Die Investitionen in den Brandschutz hat das Neu-Ulmer Landratsamt von uns verlangt“, erklärt Wolf.
Mit weiteren Zusatzkosten rechnet der Geschäftsführer ab 2012 aufgrund der Kohlendioxidsteuer. Sie wird die Dezitonne Trockengut mit 1,20 € belasten. Diese Mehrkosten müssen veraussichtlich auf die Trocknungsgebühren aufgeschlagen werden. „Insgesamt war das Jahr okay“, stellt Wolf fest. „Wir haben mit einem Jahresgewinn von rund 60 000 Euro abgeschlossen.“

6000 dt mehr Grüngut getrocknet

2019 wurden in Leibi gut 6000 dt mehr Grüngut getrocknet und verarbeitet als im Vorjahr. Bei der Grünguttrocknung insgesamt geht die Tendenz jedoch zunehmend in Richtung Klee. Nachdem das Maiscobs-Lager noch gut gefüllt ist, sind in diesem Segment rückläufige Zahlen zu verzeichnen. Ein kleiner Wermutstropfen ist das erneute Schrumpfen der Genossenschaft um 14 auf jetzt noch 585 Mitglieder.

Eigentlich war im Trocknungswerk Leibi heuer anlässlich des 50-jährigen Bestehens ein „Tag der offenen Tür“ im April geplant. Dieser musste allerdings coronabedingt ebenso abgesagt werden wie die Jahreshauptversammlung. Wolf rechnet damit, dass der „Tag der offenen Tür“ erst im kommenden Jahr stattfinden kann.
Beim Rundgang durch das Werk weist der Geschäftsführer auf eine Besonderheit hin, einen KUVO-Filter-Vortrockner, der 1993 installiert worden war. „Das geschah damals auf Geheiß des Landratsamts, um den Ausstoß von Feinstaub zu minimieren.“ Bis heute ist die Anlage in Betrieb, so dass aus dem Schornstein des Trocknungswerks nichts anderes als Wasserdampf in die Umwelt gelangt. Außerdem werden durch die Vortrocknung 20 % Energie eingespart, die in jedem Trocknungswerk von jeher ein großer Kostenfaktor ist. Allerdings funktioniert der Filter nur bei Wiesengras – und das umso besser, je mehr das Gras auf dem Feld bereits angewelkt ist. Stand heute ist die KUVO-Feinstaub-Filteranlage die einzige ihrer Art in einem bayerischen Trocknungswerk, betont Wolf. „Wir waren in Leibi also schon vor 27 Jahren sehr innovativ und klimafreundlich.“

Von Grüngut bis zu Getreide

Im vergangenen Jahr wurden im Trocknungswerk Leibi (in Klammern die Vorjahresergebnisse) folgende Mengen Nassgut verarbeitet: 98.456 (74.999) dt Grüngut, 25 232 (40 582) dt Grünmais, 70 268 (68 108) dt Körnermais, 1532 (706) dt Erbsen und Sojabohnen sowie 750 (965) dt Getreide. In den Mahl- und Mischanlagen wurden 205 594 (196 408) dt Getreide verarbeitet, mit dem Ladewagen 13 361 (12 346) dt Nassgut transportiert. Über die Mahl- und Mischanlagen kam ein Umsatz von 401 528 (351 569) € zustande. Ansonsten beliefen sich die Erlöse beim Körnermais auf 833 810 (959 476) €, bei den Maiscobs auf 346 370 (201 620) €, bei den Grascobs auf 313 283 (290 552) €, bei den Luzernecobs auf 229 158 (150 132) € und beim Kleegras auf 111 205 (100 495) €.

Nebenbei erzeugte das Trocknungswerk in seiner Ölpresse 2019 rund 50 t GVO-freies Rapsöl für die Fütterung. Dabei fielen 60 t Rapskuchen an, der für insgesamt 27 000 € in Form von Pellets an Landwirte abgegeben wurde. Mit dem Rapsöl erlöste die Trocknung 93 722 (87 419) €. Im vergangenen Jahr war kam die Trocknungsanlage auf 2858 Betriebsstunden. Das waren 125 Stunden mehr als im Vorjahr.