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Naturschutz

Glyphosat: Landwirt droht Strafverfahren

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 24.05.2022 - 16:17

Beim Ausbringen von Glyphosat hat der Bewirtschafter einer Waldfläche den streng geschützten Frauenschuh beschädigt.

Frauenschuh

Donauwörth In einem Auenwald bei Oberndorf im Donau-Ries soll ein Waldbesitzer und Landwirt Glyphosat ausgebracht  und so auf mehreren 100 m² die streng geschützte Orchideenart Frauenschuh vernichtet haben. Rund 100 Pflanzen sollen eingegangen, weitere 20 bis 50 Pflanzen durch die Herbizidausbringung beschädigt sein.

Für den Waldbesitzer hat dies nun voraussichtlich strafrechtliche Folgen, da er gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen hat. Das bestätigte die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamts Donau-Ries gegenüber dem Wochenblatt. Zudem handelte es sich laut Bund Naturschutz um ein Wasserschutzgebiet.

Sofortige Unterlassung angeordnet

Die Behörde spricht von einem "gravierenden Eingriff". Man habe nach einem Ortstermin und Begutachtung umgehend Kontakt mit dem Waldbesitzer aufgenommen. Der leugne nicht, Glyphosat angewandt zu haben, so eine Sprecherin des Landratsamts.

Die Motive des Waldbesitzers seien unterdessen noch unklar. Laut dem zuständigen Leiter der Unteren Naturschutzbehörde Thomas Fischer hat man dem Waldbesitzer eine sofortige Unterlassung angeordnet. Nach Wochenblattinformationen war dem Waldbesitzer nicht bekannt gewesen, dass es sich auf seinem Grundstück um eine streng geschützte Art handele. Nach Abschluss der Ermittlungen wird die Untere Naturschutzbehörde die Unterlagen an die Staatsanwaltschaft Augsburg übergeben.

Wie BR 24 berichtet, hat der Bund Naturschutz Strafanzeige bei der Polizei in Rain am Lech gegen den Waldbesitzer gestellt. Auch weitere Strafanzeigen sollen bereits bei der Polizei eingegangen sein. Der Frauenschuh ist auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft und streng geschützt. Deshalb war das Vorkommen an verschiedenen Flächen im Auwald bei Oberndorf dokumentiert worden. Wie es heißt, hätten die Naturschützer bereits Bodenproben genommen. Nach Angaben von Alexander Helber, Kreisvorsitzender Donau-Ries, befand sich auf dem Waldgrundstück des Landkreises einer der größten Frauenschuh-Vorkommen in der Region.

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